Oldtimer bleiben eine beliebte Sachwertanlage – aber mit Wertschwankungen!

Oldtimer gelten seit ein paar Jahren als „Sachwert auf vier Rädern“ oder „Sachwert in der Garage mit Fahrspaß„. Die langfristige Wertentwicklung kann sich dabei auch in der Tat sehen lassen, wie der neue Oldtimerindex (OTX) der Südwestbank zeigt – kurzfristig muss ein Anleger aber mit Wertschwankungen rechnen.

Süddeutsche Automobillegenden. Im Jahr 2016 stiegen die Preise der meisten Oldtimer aus dem OTX weiter an. Doch nach Jahren deutlicher Zuwächse verbucht der OTX einen spürbaren Rückgang von fast vier Prozent. Auslöser ist die unerwartete Wertminderung um 24 Prozent des stark gewichteten Mercedes 300 SL. In den 2010 erstmalig errechneten Index werden 20 Modelle von Automobilherstellern aus Baden-Württemberg, Bayern und dem südlichen Hessen aufgenommen. Die Berechnung des OTX basiert auf der Auswertung von Preisangaben des renommierten Fachmagazins „Motor Klassik“ sowie den Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts. Den Anfangswert des Index legte die Südwestbank auf 100 Punkte im Jahr 2005 fest. Seitdem erhöhte sich der Wert der im Index enthaltenen Oldtimer durchschnittlich pro Jahr um 12,73 Prozent, was zu einem neuen Index von 421 Punkten am Stichtag 1. Januar 2017 führte.

Die 20 Modelle im Oldtimerindex (OTX) mit der höchsten Wertentwicklung. Quelle: Südwestbank AG

Porsche bleibt Spitzenreiter. Die Porsche-911er-Reihe etabliert sich trotz leichten Preisverfalls mit einem Wertzuwachs von rund 630 Prozent seit 2005 auf Rang Eins. Neu im Index ist der Porsche 944. Hier ist die Stückzahl von Fahrzeugen, die den Oldtimerstatus erreicht haben, um mehrere hundert gestiegen – bei einer Preiserhöhung von mehr als 26 Prozent. Hingegen fiel die BMW Isetta, die seit Auflegung des Oldtimerindex aufgelistet ist, aus dem Index heraus. Als Gründe hierfür nennt Mühlheim eine konstante Stückzahl- und stabile Preisentwicklung, wohingegen andere Modelle im OTX deutlich stärker im Wert gestiegen sind.

Schwankungen sind normal. Erstmals seit Berechnung des Index lag die Wertentwicklung 2016 im spürbar negativen Bereich bei -3,93 Prozent. In den vergangenen drei Jahren schwankte die Performance des OTX zwischen 14 und 42 Prozent. Der Wertverlust ist vor allem dem Preisverfall des stark gewichteten Mercedes 300 SL geschuldet. Der Performancetreiber im OTX ist das mit Abstand teuerste Modell und verlor fast ein Viertel an Wert – hier waren Fahrzeuge im Jahr 2016 statt für knapp 1,1 Mio. Euro nur noch für gut 813.000 Euro zu bekommen. Insgesamt nahmen die Preise der meisten im Index enthaltenen Fahrzeuge aber zu. „Vor allem originale Fahrzeuge in sehr gutem Zustand erzielen oftmals höhere Preise als toprestaurierte Exemplare“, erklärt Südwestbank-Direktor Manfred Mühlheim. Ein großes Wertsteigerungspotenzial sieht er beim Mercedes 190 SL, für den in den kommenden Jahren gut 200.000 Euro für ein Fahrzeug in gutem Zustand zu erzielen sein könnten. In Deutschland ist der Bestand an Pkw-Oldtimern 2016 um fast elf Prozent auf 601.540 gestiegen „und wird in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen“, prognostiziert der Experte.

Investment will gut überlegt sein. Zwar stellen Oldtimer keine besonderen Fähigkeiten an den Besitzer (Führerschein einmal ausgenommen), aber dennoch eignet sich die Investition nicht für jeden. Schon allein aufgrund der Einzelsumme und aus Gründe der Portfoliozusammensetzung. Die Südwestbank etwa empfiehlt einen Oldtimer erst ab einem Kaufpreis von 100.000 Euro, da sonst zu viele Reparaturen und Basteleien anfallen. Zudem sollte der Anteil am Gesamtvermögen sollte nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Vermögens ausmachen. „An Nebenkosten müssen bei einem Kaufpreis von beispielsweise 100.000 Euro rund vier Prozent pro Jahr einkalkuliert werden. Hinzu kommen einmalig das Gutachten sowie jährlich Steuern, Versicherung, Garagenmiete, Wartung und Reparaturen“, informiert Mühlheim. Außerdem empfiehlt er Interessenten zwingend den Gang zu einem Oldtimergutachter und warnt vor weiteren Stolpersteinen wie Fälschungen, denen Käufer erliegen könnten. Denn die erkenne der Laie nicht auf den ersten Blick. Wer das alles berücksichtigt, hat dann wirklich einen Sachwert mit Fahrspaß.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: Pressefoto Daimler