Bildquelle: markteinblicke.de

Das Jackson Hole Treffen ist für viele Börsianer ein Mysterium. Und wird dies auch bleiben. Seit 40 Jahren findet das Jackson Hole Treffen immer Ende August unter dem offiziellem Namen „Economic Policy Symposium“ statt. Über diesen Namen spricht jedoch niemand, eher über den Ort. Denn dieser heisst eben: Jackson Hole.

Was sollte man zum Jackson Hole Treffen wissen?

Beim Jackson Hole Treffen sind nicht nur die US-Notenbanker versammelt, sondern eine Vielzahl an hochkarätigen Leitgrößen aus der internationalen Finanzszene. Es stellt sich natürlich die Frage, warum diese Veranstaltung nicht in New York oder London stattfindet. Dies ist Kalkül. Eine gewisse Leichtigkeit ist beim Blick auf die Rocky Mountains abseits einer Großstadt zu spüren. Dies hat der Ort übrigens mit Davos in der Schweiz gemeinsam, wo jährlich das Weltwirtschaftsforum stattfindet.

Bekannt wurde das Jackson Hole Treffen vor rund 20 Jahren durch Alan Greenspan, der mit seinen Reden dort gerne (vermutlich aber unbewusst) die Märkte bewegte. Von daher sind auch an diesem Wochenende die Augen auf die Rede der FED-Chefin Janet Yellen und den EZB-Präsidenten Mario Draghi gerichtet. Schon im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, wie man beispielsweise auf wallstreet-online nachlesen konnte.

Was wird erwartet?

Speziell auf Mario Draghi liegen die Augen der 150 Teilnehmer. Er wird gegen 21 Uhr sprechen und die Erwartungen sind hoch. Immerhin hat der Euro in diesem Jahr bereits zum US-Dollar um 12% zulegen können, oder anders herum betrachtet, schwächelt der Dollar extrem gegenüber dem Euro. So stieg der Euro-Dollar auch aktuell erneut an und markiert nahe seiner Jahreshochs:

Quelle: finanztreff

Es entspricht dem größten Anstieg seit 2003 und verringert letztlich das Wirtschaftswachstum, da die Nettoexporte sinken. Entsprechend sind die Forex-Trader und Autoren hier sehr gespannt und haben im Vorfeld bereits auf Trading-Treff einige Kommentare veröffentlicht, wie Peter Seidel hier ->

Auch zur weiteren Zinspolitik dürfte es konträre Meinungen geben. Diese lief zwischen den USA und Europa weit auseinander, denn während die FED bereits mehrfach erhöhte, ist die EZB noch immer in einer sehr lockeren Niedrigzinsphase. Und möchte diese auch nicht so schnell beenden, da hier die Inflationsziele noch nicht überschritten wurden. Aktuell werden 60 Milliarden Euro Monat für Monat in den Markt gegeben.

Gold partizipiert

Doch nicht nur die Währungsmärkte schwanken, auch der Goldpreis als „sicherer Hafen“ wurde heute volatiler. Zu sehen in diesem intraday-Chartbild zur Eröffnung vom Jackson Hole Treffen:

Quelle: finanztreff

Aktuell nähert sich der Goldpreis somit wieder der Marke von 1.300 Dollar. Auch dazu gab es einschlägige Analysen hier von deepinsidehps oder etwas etwas langfristiger von Karsten Kagels. Dies war übrigens vor genau einer Woche. Ein Ausbruch über 1.300 Dollar sollte hier für weitere Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer sorgen.

Bleiben Sie ruhig

Das Wochenende steht vor der Tür und das Jackson Hole Treffen wird vermutlich dann erst am Montag an den Märkten interpretiert werden. Auch wenn es am Abend noch um 21 Uhr einige Schwankungen geben kann, sollten Sie hier nicht auf diese ersten Bewegungen aufspringen. Denn wie man schon am Intraday-Verlauf des Gold-Charts sehen konnte, sind diese ersten Reaktionen sehr impulsiv und volatil. Auf der anderen Seite der Gewinn-Orders stehen Verlust-Orders. Und damit möchte niemand als „letzten Trade“ vor dem Wochenende aufwarten.

Ich bin persönlich auf die Interpretationen und Zusammenfassungen vom Jackson Hole Treffen gespannt, werde aber erst am Montag darauf reagieren. Somit wünsche ich an dieser Stelle ein angenehmes Wochenende.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / markteinblicke.de

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