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Zack. Schon wieder ist es passiert. Einer von jährlich über 8 Millionen Unfällen in Deutschland. Gut wer dann eine private Unfallversicherung hat. Gesundheitliche oder finanzielle Folgen sind in diesem Fall leichter tragbar.

Tag für Tag passieren in Deutschland Unfälle. Dabei machen 20.000 Menschen am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr oder in Freizeit und Haushalt Bekanntschaft mit den Folgen von Unachtsamkeit oder einfach Ungeschick. Zwar geht die Mehrzahl der Unfälle glücklicherweise glimpflich aus. Aber leider nicht immer. Wird man Opfer eines schweren Unfalls, zieht dieser häufig nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Folgen nach sich. Daraus können existenzgefährdende einmalige oder sogar dauerhafte finanzielle Belastungen entstehen.

Es passiert im Alltag. Schaut man auf die Statistiken, stellt man überrascht fest, dass die Mehrzahl der Unfälle im privaten Alltag geschieht. In der Schule oder am Arbeitsplatz passiert etwa ein Fünftel aller Unfälle. Dagegen sind laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz Freizeit und Haushalt mit einem Anteil von rund zwei Drittel deutlich unfallträchtigere Lebensbereiche. Klassische Verkehrsunfälle stellen folglich nur einen kleinen Anteil am gesamten Unfallgeschehen dar. Dennoch sind gerade diese am besten abgesichert: durch eigenständige Privathaftpflichtversicherungen oder die Kfz-Haftpflichtversicherung. Unfälle am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg sind wiederum durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt. Unfälle in diesem Bereich sind damit ebenfalls gut abgesichert. Ganz anders das Bild bei privaten Unfällen – ohne private Unfallversicherung gäbe es hier keine Absicherung.

Robert Walter bekam diesen Mangel schmerzhaft zu spüren. Anfang 2015 stürzte der 25-jährige Essener beim Mountainbike-Fahren. Der Sturz verlief dabei so unglücklich, dass eine dauerhafte Gehbehinderung übrig blieb. Zwar beeinträchtigen die Folgen Walter heute nur noch sehr wenig im Alltag. Aber direkt nach dem Unfall war doch einiges zu erledigen – mit finanziellen Folgen. Größter Batzen war dabei der Umzug aus seiner Dachgeschosswohnung ohne Fahrstuhl in eine andere Wohnung mit Fahrstuhl. Neben dem Umzug an sich, musste Walter auch eine höhere monatliche Miete tragen. Hätte er eine entsprechende Absicherung durch eine private Unfallversicherung, etwa von der Nürnberger gehabt, wäre er nicht auf diesen Kosten sitzen geblieben.

Klare Regeln. Die Leistung jeder privaten Unfallversicherung hängt stark vom jeweiligen Anbieter und vom jeweiligen Tarif ab. Gemein haben aber alle eine so genannte Invaliditätsleistung. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Einmalleistung der Versicherung. Sie wird zum einen nach dem Grad der Invalidität, die anhand der Gliedertaxe ermittelt wird sowie zum anderen nach der Höhe der vereinbarten Versicherungssumme errechnet.

Die Prozentangaben der Gliedertaxe beziehen sich stets auf einen vollständigen Funktionsverlust der jeweiligen Körperbereiche. Sind Gliedmaßen nach einem Unfall nur zum Teil betroffen, wird durch ein ärztliches Gutachten der Invaliditätsgrad bestimmt. Im Fall von Robert Walter hätte dies bei einer abgesicherten Grundinvaliditätssumme in Höhe von 200.000 Euro wie folgt ausgesehen: Aufgrund der Gehbehinderung im rechten Bein bis unterhalb des Knies und einer ärztlich festgelegten Schädigung von 50 Prozent, hätte er einen Anspruch auf Invaliditätsleistung nach der Gliedertaxe von 50 Prozent von 50 Prozent gehabt, also 25 Prozent. In Bezug auf die Gesamtsumme von 200.000 Euro wären dies 50.000 Euro gewesen. Damit hätte Robert Walter seinen Umzug und die weiteren Kosten problemlos tragen können.

Übrigens gilt für den Fall, dass mehrere Gliedmaßen von einem Unfall betroffen sind, die Addition der entsprechenden Invaliditätsgrade. Mehr als 100 Prozent Invalidität sind allerdings nicht möglich. Um dennoch im schlimmsten Schadensfall mehr Geld zu erhalten, kann man mit dem Versicherer eine Progressionsrate vereinbaren. Häufig stehen bei Vertragsabschluss drei Progressionsstaffeln in Höhe von 225, 350 und 500 Prozent zur Auswahl. Im Höchstschadensfall, also bei Vollinvalidität und mehreren betroffenen Gliedmaßen erhält der Versicherte das fünffache der versicherten Grundinvaliditätssumme.

Basistarif mit Ergänzungsmöglichkeiten. Der Versicherungsschutz gilt meist für Unfälle weltweit und rund um die Uhr. Ausgeschlossen sind jedoch zum Beispiel Unfälle durch hohen Alkohol- oder Drogenkonsum, Unfälle beim Begehen einer vorsätzlichen Straftat oder Schädigungen durch Vergiftungen, Infektionen oder psychische Reaktionen. Details hängen auch hier vom Tarif ab. Ebenfalls vom Versicherungstarif hängen Leistungen für Verletzungen ab, die normalerweise nicht unter den Unfallbegriff fallen. Damit sind etwa spontane Oberschenkelhalsbrüche und Unfälle durch Schlaganfall oder Herzinfarkt gemeint. Manche Versicherer bieten auch dann Versicherungsschutz, wenn etwa ein Unfall durch eine Bewusstseinsstörung aufgrund ärztlich verordneter Medikamente verursacht wurde.

Interessante Bausteine einer privaten Unfallversicherung sind neben der meist geringen Todesfallleistung (im Vergleich zu einer Risikolebensversicherung) vor allem sogenannte Tagegelder. Im Fall einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit wird für die Dauer einer ärztlichen Behandlung der vereinbarte Tagegeldsatz oder bei vollstationärer Behandlung von Unfallfolgen in einem Krankenhaus der Krankenhaustagegeldsatz gezahlt. Diese Leistung ist vor allem für Selbständige wichtig und sinnvoll.

Ein anderer Baustein ist die Unfallrente. Diese wird bei besonders schweren und dauerhaften Beeinträchtigungen in Form einer lebenslangen Rente gezahlt. Die Rentenhöhe kann dabei individuell vereinbart werden. Entscheidend ist jedoch auch hier wieder der Grad der Beeinträchtigung. Ebenfalls ein interessanter Baustein ist das Angebot von Assistance-Leistungen. Entsprechende Angebote, etwa der Nürnberger, ermöglichen es auch Familien den Alltag im Fall der Fälle mit Hilfe von Dritten zu bewältigen.

Ein wichtiger Punkt betrifft die Absicherung von Bergungskosten, denn Unfälle können auch weit weg von zu Hause, zum Beispiel im Urlaub, geschehen. Die Unfallversicherung übernimmt dann die Kosten für erforderliche Such-, Rettungs- und Bergungsleistungen und den Transport nach Hause oder in ein nahegelegenes Krankenhaus. Je nach Versicherer und Tarif wird auch die Unterbringung von Angehörigen übernommen.

Absicherung für Familien. Für Familienernährer ist die Unfallversicherung ein wichtiges Vorsorgeelement. Die Gründe sind logisch: Fällt der Hauptverdiener aus, ist durch einen Unfall schnell die finanzielle Existenz der gesamten Familie bedroht. Aber auch Alleinstehende sichern sich durch eine Unfallversicherung vor Existenzsorgen im Fall eines Unfalls ab. Dennoch kostet eine solche Absicherung keine Unsummen. Versicherungsschutz gibt es schon ab 15 bis 20 Euro im Monat. Die Leistungen der privaten Unfallversicherung sind übrigens auch immer zusätzlich – das heißt die Leistungen anderer Versicherungen werden nicht angerechnet. Last but not least: der Fiskus greift nicht auf die Versicherungszahlung zu: Diese ist im Falle der Invaliditätsleistung steuerfrei.

Dieser Beitrag ist ein Stück aus marktEINBLICKE – dem Quartals-Magazin der Börsenblogger-Redaktion für Geldanlage und Lebensart. Erhältlich am Kiosk, als Online-Ausgabe oder im Abo. www.markteinblicke.de

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