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Die große Herausforderung im Trading besteht nicht darin, mit einem Trade oder über einen gewissen Zeitraum hin Geld zu verdienen, sondern dies über Jahre konsistent zu erreichen. Studien vom Brokern zeigen immer wieder, dass selbst Einsteiger recht gute Chancen haben, zunächst zu gewinnen. Intuitiv scheint man einiges richtig zu machen. Am langen Ende werden die meisten Tradingkonten jedoch ruiniert. Da stellt sich die Frage, was sich verändert hat?

Eine mögliche Begründung wäre, dass sich die Märkte im Laufe der Zeit verändert haben. Dieser Umstand wird sicherlich dazu beitragen, dass sich die Performance von Tradern im Laufe der Zeit verschlechtert. In der Regel dürften die meisten in Phasen starker Trendmärkte (bevorzugt Aufwärtstrends) ihre Tradingkarriere beginnen. Ein passendes Umfeld für jemanden, der wahrscheinlich von Shorten, Risiko & Moneymanagement etc. noch nichts gehört hat. Nimmt jedoch die Volatilität zu und es kommt zu Korrekturen oder gar Abwärtstrends, funktionieren die bisher angewendeten Methoden nicht mehr und der Trader verliert.

Ausschließlich dem Markt oder besser gesagt, den veränderten Rahmenbedingungen die Schuld zu geben, ist jedoch zu einfach. Setzen wir eine gewisse Lernfähigkeit voraus, müsste es trotz der anfänglichen Schwierigkeiten viel mehr erfolgreiche Trader geben. Ist der erste Zyklus aus Bullenmarkt & Korrektur überstanden, könnten die Trader dieses Wissen zukünftig nutzen, um entsprechend zu reagieren, sofern sich die Rahmenbedingungen erneut ändern. In Kombination mit den heute zur Verfügung stehenden Lernmöglichkeiten, kann der Misserfolg im Trading nicht nur allein auf fehlendes Fachwissen zurückgeführt werden. Es muss etwas geben, was weniger offensichtlich und/oder viel schwerer zu erlernen/ändern ist.

Schauen Sie in den Spiegel!

Am Ende ist der Trader selbst sein größtes Problem. Seine Glaubenssätze und seine Ängste hindern ihn daran, konsistent erfolgreich zu sein. Statt ständig nur an ihren Strategien zu feilen, richten Sie Ihren Blick einmal nach innen. Nehmen Sie sich die Zeit, um ihre Trades aus der Vergangenheit auszuwerten. Ich bin mir sicher, sie werden bei allen Trades/Entscheidungen, in denen Sie für sich einen „Fehler“ ausmachen können, feststellen, dass irgendwelche Ängste im Spiel waren. Exemplarisch sollen hier genannt werden:

  • die Angst Geld/etwas zu verlieren
  • die Angst falsch zu liegen
  • die Angst vor Fehlern (ich steige aus und der Markt läuft weiter)
  • die Angst, nicht dabei zu sein oder etwas zu verpassen
  • die Angst, Geld auf dem Tisch liegen zu lassen
  • ….

Das Problem mit Ängsten ist, dass sie sie als Trader blockieren. Die Blockade besteht nicht nur darin, dass sie eigentlich notwendige Handlungen nicht ausführen oder ungewollte Aktionen tätigen, sondern beginnt schon wesentlich früher. Ängste führen dazu, dass Sie ihre Umgebung nicht objektiv wahrnehmen können. Unter Umständen hat ihnen der Chart schon lange gezeigt, dass es Zeit ist, in dem verlustigen Trade auszusteigen, jedoch haben sie diese Signale aufgrund ihrer Angst, einen Verlust zu erleiden, einfach nicht gesehen. Ist der Trade jedoch erst einmal geschlossen, springen einem diese Hinweise förmlich ins Auge und man stellt sich die Frage, wie man nur so … sein konnte und die Position so lange ins Minus laufen ließ.

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen verlierenden Tradern und erfolgreichen Tradern ist die Tatsache, dass letztere frei von Ängsten sind. Einen solchen Zustand zu erreichen, ist sicher nicht ganz einfach. Es könnte jedoch damit beginnen, sich beim Trading gezielt zu beobachten. Stellen Sie sich vor jeder Aktion die Frage, ob diese objektive Ursachen hat oder aus irgendeiner Angst heraus erfolgt. Zu wissen, welche Ängste einen treiben, ist ein wichtiger Schritt, um diesen entgegenzusteuern.

Viel Erfolg

Autor: Rene Berteit, Tradingcoach und Charttechnischer Analyst bei GodmodeTrader.de.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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