Bildquelle: Pressefoto Netflix

Noch scheint man sich bei Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) angesichts einer verschärften Konkurrenzsituation im Bereich Online-Streaming keine allzu großen Sorgen zu machen. Schon jetzt ist aber klar, dass enorme Anstrengungen vonnöten sein werden, um gegen die geballte Finanzkraft von Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067), Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) oder Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060) anzukommen.

Am 8. August kündigte Disney an, ab 2019 keine Inhalte mehr an Netflix zu liefern. Stattdessen will der US-Medienkonzern seine Filme und Serien über eigene Streamingangebote direkt in die Haushalte bringen. Anfang 2018 soll es bereits ein Sportangebot geben. Hierzu nutzt Disney seine Marke ESPN. Ab 2019 folgt ein weiterer Dienst. Dort werden Film- und Serienproduktionen gezeigt. Dabei hat Disney vieles zu bieten, was Zuschauer sehen wollen. Ganz vorne sind Produktionen der Marvel-Studios, Pixar-Animationsfilme und seit einigen Jahren auch die Star-Wars-Reihe zu finden. Auf den ersten Blick hat Disney damit Netflix einen schweren Schlag versetzt. Einerseits fehlen interessante Serien und Filme auf der eigenen Plattform, andererseits wird der Wettbewerb angeheizt, indem Disney selbst ein Streamingangebot ins Rennen schickt. Allerdings will sich der führende Video-on-Demand-Anbieter nicht kampflos geschlagen geben.

Bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2017 am 16. Oktober ging das Netflix-Management sogar konkret auf die verschärfte Konkurrenzsituation im Bereich Online-Streaming ein. Zumal neben Disney mit Amazon, Apple oder Facebook auch andere sehr finanzkräftige Konzerne Netflix den Kampf angesagt haben. Bei Netflix sieht man sich unter anderem angesichts eines Vorsprungs gegenüber der Konkurrenz sehr gut aufgestellt, auch in Zukunft im Bereich Online-Streaming führend zu sein. Das Unternehmen, das ursprünglich als Online-Verleih von DVDs gegründet wurde, hat sich bereits 20 Jahre am Markt gehalten. Dabei hat man sich erfolgreich auf neue Marktsituationen einstellen können.

Diese Fähigkeit, auf neue Marktsituationen zu reagieren, zeigte sich auch im dritten Quartal. Zwischen Juli und September kamen 5,3 Millionen neue Netflix-User hinzu. Damit waren es Ende September insgesamt 109 Millionen Nutzer. Zuletzt machte sich vor allem die internationale Expansion bezahlt. Außerhalb des US-Heimatmarktes gewann Netflix 4,5 Millionen neue Nutzer. Laut Unternehmensprognose sollen im laufenden vierten Quartal weitere 6,3 Millionen neue Nutzer hinzukommen. Die gute Entwicklung bei den Nutzerzahlen machte sich auch in anderen Bereichen positiv bemerkbar. Im dritten Quartal lagen die Umsatzerlöse bei 3,0 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn schoss von 52 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf nun 130 Mio. US-Dollar.

Trotzdem bleiben hinter der Netflix-Erfolgsgeschichte einige Fragezeichen. Angesichts des wachsenden Konkurrenzdrucks wird es schwierig, Preiserhöhungen durchzusetzen. Zumal immer mehr Anbieter auf den Markt kommen und Film- und Serien-Fans nicht sämtliche Streamingdienste abonnieren können. Gleichzeitig fließen enorme Summen in Eigenproduktionen, um sich so von der Konkurrenz abzuheben, so dass die Risiken hoch sind. Ein Grund, warum die Netflix-Aktie trotz eines langfristigen Aufstiegstrends zeitweise teilweise sehr heftigen Kursschwankungen unterworfen ist.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Netflix-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein-Call der Deutschen Bank (WKN: DM5SPV / ISIN: DE000DM5SPV5, Laufzeit bis zum 13.06.2018) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 12,79. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein-Put der Deutschen Bank (WKN: DM5SQQ / ISIN: DE000DM5SQQ3, aktueller Hebel 13,09; Laufzeit bis zum 13.06.2018) auf fallende Kurse der Netflix-Aktie setzen.

Stand: 24.10.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

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