Bildquelle: markteinblicke.de

Nun ist es also geschehen. Nach wochenlanger Orientierung an der 13.000 schwingt sich der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) nun doch zu neuen Höhen auf. Ein DAX Tageschart mit Ausbruch und neuen Rekorden entzückte die Anleger in der vergangenen Woche. Damit bewegt er sich übergeordnet weiter im Trend. Was steckte hinter dieser Bewegung und kann man daraus schon die Jahresendrally ableiten? Folgende Analyse gibt Ihnen darauf Antworten und Anhaltspunkte.

Rückblick auf die Vorwoche

Bereits in der Vorwoche hatte ich die dominante Zone des DAX ausführlich dargelegt. Gerne können Sie dies hier nachlesen. Basierend auf dieser Zone hielt sich der DAX auch zur Eröffnung der Handelswoche weiterhin in der dominanten Kurszone knapp unter 13.000 Punkten auf.

DAX Chartbild Rückblick
DAX Chartbild aus Vorwoche mit Range

Mit 13.003 Punkten oder 0,09 Prozent Veränderung war der Montag auch nicht wirklich spannend für Investoren. Die obere Begrenzung der Ausbruchsversuche wurden bei 13.05x eingefangen und die 12.990 immer wieder tangiert. Selbst am Dienstag geschah dies nicht anders und sorgte mit einer Veränderung von 0,08 Prozent für die gleiche Lethargie unter den Anlegern. Abwarten war angesagt, doch worauf?

Im Fokus stand ganz klar die EZB-Sitzung. Zwischenzeitliche Korrekturversuche an der Wall Street wie am Mittwoch, sorgten nur für kurzzeitige Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer. Denn sie waren schnell vergessen und abgearbeitet. Wie hier zusehen:

DAX Range zum Handeln
Schnelle Bewegungen in der Range

Durch diese zackigen Bewegungen innerhalb der eingangs gezeigten Kurszone war das Warten auf einen Ausbruch mit viel Nerven und Geduld verbunden. In der Zone selbst fühlten sich nur die Range-Trader wohl.

DAX Seitwärts-Range
Aktivitätszone der Trader im DAX

Trading dieser Bewegungen waren jedoch gut möglich. Dies erläuterte ich vor der EZB-Sitzung in folgendem Fachartikel ->

Am Donnerstagnachmittag war es dann soweit. Mario Draghi änderte zwar nichts am Zinsniveau, dies bleibt weiterhin historisch niedrig, doch das Anleihekaufprogramm wird ab dem kommenden Jahr stark gekürzt. Genauer gesagt: halbiert. Bis Jahresende beläuft sich die Gesamtsumme des Programmes dann auf 1,9 Billionen Euro. Ab 2018 sollen dann nur noch (!) 30 Milliarden Euro pro Monat investiert werden. In Aussicht stellte er diese Mittel an Liquidität bis zum September 2018und hielt sich die Hintertür auf, auch wieder das Programm bei wirtschaftlichem Bedarf anzuheben. Darauf reagierten die Aktienkurse umgehend und fanden nach einem kurzen Halt an den bisherigen Widerständen um 13.05x Punkte dann doch eine Art Erleichterung beim folgenden schnellen Ausbruch. Ein neues Allzeithoch wurde somit am Donnerstag mit 13.133 Punkten markiert. Auch die Schwankungsbreite war so stark wie seit Wochen nicht mehr. Rund 200 Punkte vom Tief zum Hoch legte der DAX zurück.

Die Bewegung nach oben war jedoch keine Eintagsfliege, wie man dann am Folgetag und beim Blick auf die gezeigte Schiebezone gut sehen konnte:

DAX Ausbruch erfolgt
Erfolgter Ausbruch im 4-Stunden-Chart

Anlass der Fortsetzung dieser Rally war jedoch nicht nur die EZB, sondern auch die Konzernbilanzen. Während BASF und die Deutsche Bank eher enttäuschten, konnten die Lufthansa und vor allem Volkswagen glänzen. Wochenergebnisse von 6 bzw. 7 Prozent standen letztlich zu Buche.

Ebenfalls gute Zahlen befeuerten die Kurse an der Wall Street. Weniger im Dow Jones, aber im Nasdaq100. Amazon meldete am Donnerstag nachbörslich einen Erlöszuwachs von 34 Prozent und schickte damit ein starkes Signal an den ganzen Technologiebereich. Google wächst ebenfalls weiter und auch Apple braucht sich nicht zu verstecken. Die Vorbestellungen des neuen Premiumgerätes iPhone X laufen bestens.

So gewann der Nasdaq100 allein am Freitag 2,7 Prozent und markierte damit neben dem Dow Jones, von dem wir neue Rekordhochs ja fast schon täglich gewöhnt waren, ein neues Allzeithoch. Dies soll nicht das letzte Hoch gewesen sein, wenn man sich die Analyse von Jörg Mahnert genauer ansieht.

Die Frage hierbei ist nun, ob der Trend weitergeht und wenn nein, ab wo man sich das Bärenkostüm anziehen sollte. Darauf gehe ich nun im Wochenausblick ein.

DAX Tageschart mit Ausbruch nun trendfördernd?

Letztlich vollzog sich mit der Bewegung am Donnerstag ein klassischer Ausbruch auf Tagesbasis. Bisher wurden alle Ausbrüche im Oktober (bzw. Ausbruchsversuche) schnell revidiert. Nicht aber diesmal, denn am Freitag konnte ein noch höheres Hoch markiert werden. Der Tageschart zeigt dies deutlich:

DAX Tageschart mit Ausbruch
Analyse des Tageschart DAX

Mit rund 13.250 Punkten ist der aktuelle Widerstand nah am Kurs und würde beim Überschreitung weiteres Potenzial erschließen:

DAX Szenario weiter im Trend
Bullisches Szenario im DAX

Bären bzw. Trader, die auf eine Korrektur setzen, sollte nach dieser Dynamik nicht blind in den Markt gehen. Dies macht aus dieser Einstellung heraus erst ab Eintritt in das GAP vom Freitag Sinn. Dann wäre mein direktes Ziel das Allzeithoch aus Mitte Oktober, welches knapp unter 13.100 Punkten lag:

DAX Rücksetzer möglich
Bären-Marke für eine Rücksetzer

Von dort bis zur blauen Zone rechne ich jedoch mit Käufern, die hier höchstens das Ausbruchsniveaus noch einmal testen wollen. An den Randbedingungen ändert sich saisonal wenig.

Unterstützung erlangte der DAX übrigens vom EUR/USD. Er fiel nach der EZB-Sitzung von rund 1.182 auf ein Drei-Monatstief bei 1.158 im Tief. Damit unterstütz er die Exportwirtschaft weiter und könnte auch Anlass für weitere Umschichtungen nach Euroland sein. Denn immerhin performte der DAX in dieser Woche den Dow Jones deutlich aus.

An Terminen stehen am Montag der PCE Kerndeflator, am Mittwoch der ISM-Index und am Freitag die Arbeislosenquote in den USA an. Die Zinsentscheidung der Bank of England sollte man ebenso auf dem Radar haben. Und letztlich nicht vergessen, dass die Zeitumstellung auf Winter in den USA erst versetzt geschieht!

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / markteinblicke.de

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