Bildquelle: markteinblicke.de

Ob das gestern schon der Boden im DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) gewesen ist, hängt unter anderem davon ab, ob der Euro noch einmal den Aufstand probt. Ein Anstieg im EUR/USD über 1,1880 sollte vermieden werden, um eine deutliche Aufwertung der Gemeinschaftswährung zu verhindern.

Der gestrige Umkehrtag im Euro lässt Rückschlüsse darauf zu, dass die Bären die Flinte hier noch nicht ins Korn geworfen haben. Diejenigen, die auf einen fallenden Euro setzen und gestern beherzt neu eingestiegen sind, sind derzeit die größten Verbündeten der DAX-Bullen. Der Markt muss jetzt ein Signal setzen, dass er die Korrektur hinter sich gelassen hat. Ein solches könnte ein Überschreiten der 13.200-Punkte-Marke auf Tagesschlusskursbasis sein.

Die OPEC versucht, weltweit das Ölangebot zu verringern und wieder auf das Niveau vergangener Durchschnitte zu bewegen. Das gleiche versuchen auch die Zentralbanken, nur dass sie nicht das Ölangebot, sondern die zur Verfügung stehende Liquidität steuern und wieder normalisieren möchten. Es ist aber zu befürchten, dass die OPEC in ihrem Tun handlungsfähiger ist als die Zentralbanken.

Dass die chinesische Notenbank heute Nacht wieder fast 50 Milliarden US-Dollar an Liquidität in den Markt pumpen musste, um ihn zu stützen, und dass die japanische Notenbank nach einmonatiger Pause am Dienstag wieder angefangen hat, im großen Stil Aktien-ETFs zu kaufen, zeigt, wie abhängig die Märkte immer noch von Geldeinschüssen sind. Eine Normalisierung der Geldpolitik wird hart und steinig und die Märkte können sich glücklich schätzen, dass die Inflation so niedrig ist. Sonst müsste der Normalisierungskurs der Zentralbanken viel beschleunigter ablaufen als bislang angekündigt.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: CMC Markets / markteinblicke.de

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei