Bildquelle: Pressefoto Nordex

Nordex (WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554) kommt derzeit auf keinen grünen Zweig. Die Neunmonatszahlen zeigten einmal mehr auf, dass der Hamburger Windturbinenhersteller und die gesamte Branche derzeit mit Widrigkeiten zu kämpfen haben. Zumindest gibt sich das Management weiter kämpferisch. Vor allem, da die mittel- bis langfristigen Aussichten weiter positiv zu sein scheinen.

Zu Beginn des am 3. August vorgelegten Halbjahresberichts 2017 hieß es noch von Unternehmensseite: „Im zweiten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete die Nordex-Gruppe eine anziehende Dynamik in ihrem Geschäft.“ Nach einem schwachen Jahresauftakt verbreitete das Management die Hoffnung, dass nun eine Besserung einsetzen würde. Mit den am 14. November vorgelegten Ergebnissen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres war es damit schnell wieder vorbei.

Nach neun Monaten wurden die Umsätze mit 2,3 Mrd. Euro in etwa stabil gehalten, im dritten Quartal fielen die Erlöse bereits um 4,3 Prozent auf 818,3 Mio. Euro. Noch enttäuschender fällt der Blick auf die Auftragsentwicklung aus. Zwischen Juli und September lag der Auftragseingang gerade einmal bei 203 Mio. Euro. Nach neun Monaten erreichte das Neugeschäft ein Volumen von 1,1 Mrd. Euro, nach 2,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet das Management nur noch mit Erlösen leicht unterhalb von 3,1 Mrd. Euro. Zuvor wurde ein Wert zwischen 3,1 und 3,3 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Die bereinigte EBITDA-Marge wird bei 7,8 bis 8,2 Prozent gesehen. In den ersten neun Monaten lag diese bei 7,8 Prozent.

Trotz der enttäuschenden Ergebnisse führte das Nordex-Management auch einige Hoffnungsschimmer an. Konzernchef José Luis Blanco sprach von ermutigenden Verhandlungen mit großen internationalen Kunden und einem erneut starken Schlussquartal. Außerdem prognostizierte er ab 2019 eine sich wieder erholende Geschäftsentwicklung. Neben einigen Produktneuheiten stimmen Nordex unter anderem die jüngst auf den Weg gebrachten Kostensenkungsmaßnahmen optimistisch. Es bleiben aber auch einige Fragezeichen übrig.

Die Beteiligung der Grünen an einer zukünftigen Bundesregierung sollte förderlich für Unternehmen wie Nordex, die sich den Erneuerbaren Energien verschrieben haben, sein. Nachdem die Verhandlungen zur Gründung einer so genannten Jamaika-Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen nun gescheitert sind, haben die Unsicherheiten in Bezug auf die Kursentwicklung der Nordex-Aktie etwas zugenommen. Darüber hinaus müssen sich Anleger möglicherweise bis 2019 gedulden, bis eine vonseiten des Managements vorhergesagte Besserung eintritt. Für 2018 rechnet die Geschäftsführung in den europäischen Kernmärkten mit einer schwachen Nachfrage. Zumindest dürften sich einige Anleger freuen, die lange Zeit auf eine Einstiegsgelegenheit bei Nordex gewartet haben. Schließlich ist das Papier zuletzt deutlich günstiger geworden.

Spekulative Anleger, die trotzdem steigende Kurse der Nordex-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DM83PZ / ISIN: DE000DM83PZ5) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,78, die Knock-Out-Schwelle bei 5,50 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DM72MM / ISIN: DE000DM72MM3, aktueller Hebel 2,34; Knock-Out-Schwelle bei 9,85 Euro) auf fallende Kurse der Nordex-Aktie setzen.

Stand: 23.11.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

© Deutsche Bank AG 2017
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Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

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