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Gestern hatte der Hype um und die Kurskapriolen der Kryptowährungen echte Auswirkungen an der Wall Street. Offenbar werden doch nicht so viele Chips und Grafikprozessoren benötigt wie zunächst gedacht, da der Trend zur Sicherstellung der zur Berechnung der Kryptowährungen nötigen Rechenleistung stärker in Richtung Softwarelösungen geht. Bei Micron (WKN: 869020 / ISIN: US5951121038), AMD (WKN: 863186 / ISIN: US0079031078) und NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) ist gestern ein wenig eine Spekulationsblase geplatzt – jene, die getragen war von der Hoffnung, dass der Boom bei Kryptos auch das Halbleitergeschäft befeuern wird.

Wenn demnächst mit der CME und der Nasdaq zwei der größten Börsenbetreiber BitCoin-Futures lancieren, wird die Verwebung des BitCoin mit der Realwirtschaft noch enger als jetzt. Die immense Volatilität wie die gestrige kann noch weiter zunehmen und am Ende zu Ausfällen bei Clearingstellen führen, was echte Schäden in der Realwirtschaft anrichten könnte.

An der Wall Street besann man sich deshalb auf die alte Riege der Wirtschaft. Anstatt dem Sog der schwachen FANG- und Technologieaktien zu folgen, hoben der Einzelhandel und die Banken den S&P 500 (WKN: A0AET0 / ISIN: US78378X1072) und den Dow Jones (WKN: 969420 / ISIN: US2605661048) nach oben, während die Verkäufe auf den Nasdaq beschränkt blieben.

Tatsächlich ist auch bei Amazon gestern zumindest eine Mini-Spekulationsblase geplatzt. Jene nämlich, dass die Menschen nur noch online einkaufen würden. Tatsächlich musste der amerikanische Einzelhandelsverband gestern eine Lanze für Kohl’s, Macy’s und andere traditionelle Einzelhändler brechen, indem er mit Zahlen unterlegte, dass die Amerikaner sehr wohl über Thanksgiving noch in sehr großen Zahlen in die Läden und Malls des Landes stürmten.

Der gestrige Tag zeigt aber dass die Vermögensverwalter sehr nahe an den Verkaufsknöpfen sitzen, wenn die Story nicht mehr zu den bereits sehr hohen Bewertungen passt. Das kann sich auch schnell zu solchen Tagen auswachsen, indem die Vorzeichen einhellig tiefrot sein werden.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: CMC Markets / markteinblicke.de

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