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Sie sollen es als Erste(r) erfahren – ich erwäge, ins politische Fach zu wechseln. Also thematisch, oder journalistisch, wenn Sie verstehen. Denn was da im Augenblick auf der Berliner Polit-Bühne und dem Münchener Nebenschauplatz geboten wird, ist geradezu sensationell. Ein solches Theaterstück ist eines Shakespeares oder eines Goethe würdig, und noch ist völlig unklar, in wieviel Akten das Schauspiel denn wohl aufgeführt wird. Darüber zu schreiben, muss eine wahre Wonne sein – ganz im Gegensatz zu dem Trauerspiel, das derzeit auf dem Börsenparkett gegeben wird. Denn da fand in dieser Handelswoche eine Art Achterbahnfahrt statt, die im Top zwar bis auf 13.196,20 Punkte und im Tief am Freitagvormittag bis auf 12.810,13 Zähler führte, per Saldo aber zur Nullnummer wurde. Auf Wochensicht hat sich der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) nämlich kaum vom Fleck bewegt. Warum? Weil – pünktlich zum Feierabend – die Kurse immer wieder alle zwischenzeitlichen Gewinne abgaben und sich mit einer Null vor und nach dem Komma aus dem Handel verabschiedeten. Wahlweise mit einem Minus, so wie am Montag. Oder am Donnerstag. Und das, während der Dow Jones (WKN: 969420 / ISIN: US2605661048) drüben in New York nicht eins, nicht zwei und auch nicht drei, sondern gleich vier neue Rekordstände aufstellt und mit dem Sprung über die 24.000er-Marke den nächsten historischen Rallye-Meilenstein passierte. Ja DAX, da guckst Du! Denn davon ist der deutsche Leitindex gerade ganz weit entfernt. Solange zumindest, wie sich die Barriere um 13.200 als Nagelprobe für die heimischen Blue Chips erweist:

Aaargh!

Es ist zum…suchen Sie sich bitte etwas aus, was zur oben stehenden lautmalerischen Zwischenüberschrift Ihrer Meinung nach am besten passt. Viermal ist der DAX in dieser Woche an die besagte Hürde bei 13.200 herangelaufen – und viermal recht kläglich gescheitert. Damit kommt diesem Bereich nun ganz unverhofft eine größere Bedeutung zu, als bislang angenommen. Bisher fand sich im Chart bei 13.200/13.220 zwar eine kleinere Volumenkante, die per se als Widerstand zu werten war. Nach den jüngsten Kurskapriolen ist daraus jetzt eine Art „Mauer der Angst“ geworden, allerdings ohne dass die Notierungen daran auch hochklettern. Das müssten sie aber, und zwar unbedingt, wenn das mit der Jahresendrallye in diesem Jahr noch etwas werden soll. Die Chancen dafür stehen – von außen betrachtet – nach wie vor gut aus. Die Wirtschaft läuft, die Wall Street haussiert, weiße Weihnachten werden immer wahrscheinlicher und auch für die Kanzlerin wird sich vermutlich noch Koalitionspartner finden. Nachdem die äußeren Bedingungen also auf ihre Kompatibilität abgeklopft sind, fehlt quasi nur noch der innere Schweinehund im DAX selbst. Wär doch schön, wenn die Blue Chips den nach dieser Woche wieder überwinden und in den Vorwärtsgang zurückfinden würden!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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