In Japan kehrt die Inflation ein

Plötzlich muss die BoJ gegen die Inflation kämpfen

(Bildquelle: unsplash / Jezael Melgoza)

In Japan lag die Kerninflation zuletzt bei 2,9 Prozent. Trotzdem sind befürchtete Reallohnverluste aufgrund langsamer steigernder Löhne in der Bevölkerung ein Thema. Die Regierung reagiert mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm, das auch Steuersenkungen beinhalten soll.

Plötzlich muss die BoJ gegen die Inflation kämpfen

Das von der Regierung unter Ministerpräsident Fumio Kishida jüngst verabschiedete Konjunkturpaket hat ein Volumen von 17 Billionen Yen (ca. 106 Mrd. Euro). Teil davon sind neben Senkungen der Einkommens- und Wohnsteuer Subventionen für Benzin- und Stromrechnungen. Zumal die Regierung auch noch höhere Verteidigungsausgaben stemmen muss, um einer Forderung der USA nachzukommen, China stärker die Stirn zu bieten.

Zwar ist die Inflation in Japan nicht ganz so ein großes Problem wie in anderen Teilen der Welt, liegt aber seit geraumer Zeit oberhalb der Zielmarke der Bank of Japan (BoJ) von 2 Prozent. Auf diese Weise wird der Konsum belastet, was dazu beiträgt, dass sich die Wirtschaft noch langsamer von den Folgen der Corona-Pandemie erholt.

Erst für das Fiskaljahr 2025/26 (ab Anfang März) rechnen die Währungshüter in Japan mit einer Inflation von 1,7 Prozent. Für 2024/25 wird diese noch bei 2,8 Prozent gesehen. Bis vor kurzem lag die Prognose noch bei 1,9 Prozent. In der Zwischenzeit bleibt die Notenbank selbst aber nicht ganz untätig. Der Leitzins verbleibt weiterhin bei minus 0,1 Prozent, dafür zeigt man sich bei der sogenannten Zinskurvenkontrolle flexibler.

Wichtiges Konjunkturprogramm

Bis zum Sommer dieses Jahres lag die Obergrenze für Renditen zehnjähriger japanische Staatsanleihen bei 0,5 Prozent. Der neue Referenzpunkt liegt nun bei 1,0 Prozent. Zur Steuerung der Renditen kauft die Zentralbank bei Bedarf so viele japanische Staatsanleihen wie nötig auf. Damit sollen die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden.

Ursprünglich galt dies auch für die Inflation. Doch genau diese will man nun wieder etwas eindämmen. In den vergangenen Wochen kamen sowohl die Geldpolitik der BoJ als auch das Konjunkturprogramm der Regierung am Markt gut an.

Der Nikkei 225 konnte sich erholen und allein seit Anfang November rund 5 Prozent an Wert zulegen. In diesem Index sind die größten Unternehmen des Landes zusammengefasst, sodass er einen wichtigen Orientierungspunkt bildet, wenn Anleger Investments mit Bezug zu Japan tätigen möchten.