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Die Euphorie, dass es endlich vollbracht ist, hätte durchaus größer sein können. Oder auch nicht, wenn man bedenkt, wie viel Vorschusslorbeeren Donald Trumps Steuerreform an der Börse schon bekommen hat. Und man muss auch mal wieder konstatieren, die Amerikaner machen es ein weiteres Mal spannend. Aufgrund von Verfahrensfehlern muss das US-Repräsentantenhaus noch einmal ran und die größte Steuerreform seit der Reagan-Ära durchwinken.

Daran liegt es aber ganz gewiss nicht, dass der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) das grüne Licht aus dem US-Senat nicht gebührend feiert und in steigende Kurse ummünzt. Es sind zwei Dinge, die heute Morgen dafür sorgen, dass der Index wieder unter die Marke von 13.200 Punkten zurück fällt: Einerseits heißt die Devise „Sell on Good News“, also verkaufen, wenn die guten Nachrichten draußen sind, und so treten jetzt Gewinnmitnahmen ein. Auch aus Sorge, der Wall Street könnte in den letzten Tagen des Jahres etwas die Luft ausgehen und die Anleger nach einem fulminanten Börsenjahr Kasse machen.

Aber es ist auch die Frage, wie viel von dieser Reform tatsächlich in der Weltwirtschaft und bei deutschen Firmen ankommt. Indirekt vielleicht ein wenig, direkt allerdings geraten ausländische Unternehmen in einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil. Und dann ist da noch der Euro, der wieder Stäke zeigt und so zum Bremsklotz für die exportorientierten Unternehmen wird. Und da ist der Trend für 2018 noch nicht klar zu erkennen. Geht er weiter aufwärts, wäre dies eine starke Bürde für den DAX im kommenden Jahr.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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