Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Original abrufbar unter Trading-Treff.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900).

Zum Start im Jahr 2018 gab es eine Menge Emotionen zu verarbeiten – erst Pfui, dann Hui – ein Wechselbad nach einem Saunagang. Doch mit dem Schlusskurs am Freitag sieht es stark nach einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung aus. Was hierbei das große Ziel bzw. die letzte Hürde im DAX vor Allzeithoch sein könnte erfahren Sie in dieser DAX-Chartanalyse nach einer kurzen Schilderung der ersten Handelswoche.

Handelswoche voller Emotionen

Die Bullen gaben sich scheinbar noch im alten Jahr 2017 geschlagen, als die 13.000 nicht nur wackelte, sondern aufgegeben wurde. Der Freitag als letzter Handelstag des Vorjahres sah bereits nachbörslich nicht gut aus (Chartbild als Rückblick):

DAX Vorwoche Freitag im Chartverlauf
DAX Nachbörse am Freitag im Chartverlauf

Daher wies ich auch in der Vorwochenanalyse auf die Gefahr im großen Bild und einen schwierigen Jahresstart  an der Range-Kante hin:

Range-Kante im DAX in Chartanalyse
Range-Kante im DAX aus dem letzten Quartal 2017

Leicht euphorisch konnte der Handel im Jahr 2018 noch begonnen werden, doch schnell rutschte der XETRA-DAX unter 12.900 und schließlich auch unter die gezeigte Kante:

Auslöser waren jedoch nicht etwa Wirtschaftsdaten, sondern vielmehr ein erstarkter Goldpreis und die weitere Stärke des EUR/USD zum Jahresstart. Mit über 1,20 erreichte dieser umgehend das August-Hoch aus dem Vorjahr und setzte sich dann dort erst einmal fest. Daher an dieser Stelle eingestreut: Das große Bild im Euro-Dollar aus dem Tageschart:

Aufwärtstendenz in Richtung Widerstand: Chartanalyse
Aufwärtstendenz in Richtung Widerstand beim EURUSD

Weiteres dazu als Extra-Analyse von mir an dieser Stelle

Im DAX wurden zu diesem Zeitpunkt recht panisch einige Stopp-Orders ausgelöst und beförderten ihn im Tief auf 12.745 Punkte. Ab hier startete dann eine Gegenwehr, die letztlich einen Schlusskurs ÜBER dieser gezeigten Kante zur Folge hatte. Gute Voraussetzungen somit im Tageschart, wieder Fahrt aufzunehmen.

Genau das tat der DAX am Mittwoch und schaffte zum Handelsende hin erstmals den Sprung über die 13.000 in diesem Jahr – ein kleines Feuerwerk durfte dazu nicht fehlen, hier der Auszug aus meinem Facebook-Kanal dazu:

Daran knüpfte er am Donnerstag an und zeigte mit 1,46 Prozent Gewinn auch den stärksten Tag der Woche. Hier war der Impulsgeber die Wall Street und die dort neuen Rekordhöhen. Mit 25.000 Punkten übersprang der Dow Jones dort ein neues Level und schien wieder in der Spur zu sein.

Im DAX war die Bewegung mit diesen Voraussetzungen dann somit nicht beendet und konnte am Freitag fortgesetzt werden. Bis zu einem wichtigen Punkt – den Hochs aus Dezember:

Marke für Entscheidung im DAX
DAX an wichtiger Marke zum Freitagabend

Ein starker und zugleich spannender Wochenabschluss, der vom Tief der Woche an gerechnet fast 600 Punkte Spanne hatte.

DAX holt 600 Punkte auf in drei Handelstagen
Wochenperformance DAX ab dem Tief beeindruckt

Eröffnung Montag: Letzte Hürde im DAX vor Allzeithoch?

Unbestritten ist die Rekordserie in den USA, wie man am Vertreter Dow Jones nach den jüngsten Hochs sehen kann. Sogar eine mögliche obere Begrenzung des Trends ist angeschnitten und beschleunigte die Bewegung zum Wochenausklang noch einmal:

Chart Dow Jones mittelfristig
Trend im Dow Jones intakt und an Begrenzung

Für den DAX könnte diese Implikation nun ebenfalls einen Impuls auslösen, der die Bewegung der letzten Tage beschleuigen würde. Denn mit dem Schlusskurs standen wir wie gezeigt an einer wichtigen Marke. Dies noch einmal in größerer Zeiteinheit dargestellt:

Chartanalyse DAX mit Hochs aus Dezember
DAX mit Hochs aus Dezember im Chartbild

Die Brisanz wird deutlicher, wenn man das Chartbild bis Anfang Oktober aufzoomt. Denn dann ist auch das Allzeithoch im DAX zu sehen, welches damals recht dynamisch nach einem Sprung über genau diesen Bereich generiert wurde.

Barriere als DAX-Bereich
Mittelfristiger Blick auf den aktuellen DAX-Bereich

Selbiges Szenario könnte nun anstehen, wenn die Wall Street nicht schwächelt (Unsicherheitsfaktor 1) und der EUR/USD nicht massiv nach oben bricht (Unsicherheitsfaktor 2) sowie die politische Lage (Regierungsbildung UND Trump-Kapriolen als Unsicherheitsfaktor 3) nicht in den Vordergrund gespielt werden.

Klingt etwas pessimistisch von mir? Dann erst einmal die optische Möglichkeit, die auf der Oberseite entstehen kann:

Gesünder für den Markt, und bei den aktuellen Unsicherheitsfaktoren auch durchaus möglich, wäre ein Verweilen mit Rücksetzer als kleine Korrektur der Bewegung von 600 Punkten:

Diese sollte nicht tiefer als rund 13.190 Punkte führen und würde damit auf die Konsolidierungszone aus November/Dezember noch einmal aufsetzen. Von da aus ist ein Anstieg und die letzte Hürde im DAX vor Allzeithoch sicher noch einmal gesünder möglich.

Ob sich der Markt letztlich an diese „Gesundheitsempfehlung“ hält, obliegt mir nicht. Ich beobachte ihn nur und versuche daraus konkrete Trading-Chancen abzuleiten. Wie „ungesund“ und wie weit manche Kursverläufe gehen können, sieht man ja am Kryptomarkt. Aber das ist ein anderes Thema.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse,

Ihr Andreas Mueller

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / markteinblicke.de / Pressefoto Deutsche Börse AG

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