Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Heute ging am deutschen Aktienmarkt mal etwas – und das trotz eines weiter starken Euro und ohne eine Wall Street, die auf dem aktuellen Niveau erst einmal eine Pause einzulegen scheint. Es waren gute Nachrichten aus deutschen Unternehmen, die für eine Verbesserung der Stimmung auf dem Parkett sorgten. Gestern Nachmittag schon überraschte der Chemieriese BASF (WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111) mit unerwartet guten Zahlen und heute sah ThyssenKrupp-Chef Hiesinger auf der Hauptversammlung sein Unternehmen in Sachen Zahlen und Strategie auf Kurs, was die Anleger mit Käufen der Aktie quittierten.

Vielleicht ist es auch mal an der Zeit, die vermeintliche Euro-Stärke ein wenig zu relativieren. Ja, die Gemeinschaftswährung ist jetzt rund 20 Prozent teurer als noch vor einem Jahr, aber von ihrem Niveau bei 1,40 US-Dollar vor knapp vier Jahren vor dem letzten großen Kursrutsch liegt sie auch noch ein ganzes Stück entfernt. Und erst Recht vom Niveau bei 1,60 vor genau 10 Jahren. Und wenn die Unternehmen es schaffen, ihre Profitabilität schneller zu steigern als der Euro stärker wird, kann der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) in den nächsten Wochen durchaus da weiter machen, wo er heute begonnen hat. Das Allzeithoch ist nur noch rund 100 Punkte mehr entfernt.

Und das die Wall Street reif für eine Korrektur ist, ist nicht neu. Ebenso wie die immer wieder aufkommenden Sorgen um eine drohende Haushaltssperre. Nur so ist auch zu erklären, dass sich der Dow Jones (WKN: 969420 / ISIN: US2605661048) vor diesem Hintergrund immer noch über 26.000 und der S&P 500 (WKN: A0AET0 / ISIN: US78378X1072) über 2.800 Punkte halten kann. An einen wirklichen „Shutdown“ in den USA glauben nur die wenigsten. Aber ein vorrübergehender Regierungsstillstand wäre genau das, was am Ende als willkommener Vorwand für Gewinnmitnahmen genutzt werden könnte. Die Wirtschaft würde das wohl nicht lähmen – es wäre aber ein Dämpfer für die euphorische Stimmung an der Wall Street.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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