Bildquelle: markteinblicke.de

Am vergangenen Wochenende kam eines der Top 10 unter den Historischen Wertpapieren auf einer Auktion unter den Hammer. Dabei wurde deutlich, wie groß das Interesse an Historischen Wertpapieren in Zeiten von Bitcoin, Niedrigzinsen und elektronischem Aktienhandel immer noch ist. Sachwerte sind en Vogue.

Deutsche Papiere gefragt. Rund 30 Sammler aus Deutschland, Schweden, Russland und der Schweiz fanden am 20. Januar 2018 den Weg in den Auktionssaal in Würzburg. Traditionell startete die Auktion mit Papieren aus Asien und Nahost. Hier fand diesmal ein Favoritenwechsel statt. Während die seltenen Stücke aus der Türkei und Palästina gefragt waren, stießen viele chinesische Sachen diesmal auf nur verhaltene Nachfrage. Bei den europäischen Wertpapieren fanden vor allem die selteneren und teureren Stücke reges Interesse. Bei den Historischen Wertpapieren aus Deutschland dominierten wieder einmal die zu DM-Zeiten ausgegebenen Papiere. Hier gab es teilweise Steigerungsraten von mehr als 300 Prozent gegenüber dem Ausruf!

Einige Beispiele:
Deutsche Immobilien Fonds AG (Ausruf: 100 Euro / Zuschlag: 450 Euro)
Hapag-Lloyd AG (220/550)
Hartmann & Braun (70/230)
Norddeutsche Hypotheken- und Wechselbank AG (90/350)
Westbank AG (150/525)

Rare Stücke aus Bremen, Danzig sowie im Fußball-Special erfreuten sich ebenfalls sehr reger Nachfrage. Den Vogel schoss allerdings ein Varia-Los ab: Unter Los 186 kam ein Auktionskatalog der Berliner Disconto Bank AG aus dem Jahr 1977 zum Ausruf. Es war der Katalog zur ersten richtig professionellen Wertpapierauktion. Ausgerufen mit 40 Euro stritten sich ein Schriftbieter und ein Saalbieter um das rare Stück. Am Ende behielt der Saalbieter mit 400 Euro die Oberhand.

Spannende Highlight-Versteigerung. Mit Spannung erwarteten die angereisten Sammler die Versteigerung der 50 Highlights. Gleich mehrere Lose hatten hier das Interesse der Medien auf sich gezogen. Gleich drei maritime Stücke wurden von vier Saal- und Telefonbietern deutlich hochgesteigert:
Rostocker Actien-Gesellschaft für Schiff- und Maschinenbau (5.000/10.500)
Roer-Linie AG (1.000/4.200)
BAVARIA, Schifffahrts- u. Speditions-AG (2.000/3.100)

Eine am 15. Juni 1901 ausgegebene Anleihe der United States Steel Corporation (Los 563), ausgestellt und rückseitig signiert von Andrew Carnegie. (Bildquelle: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG)

Reges Interesse und das ein oder andere Bietgefecht gab es auch bei den raren Versicherungs- und Zoo-Wertpapieren. Das Highlight der Auktion, die Anleihe der United States Steel Corporation mit Original-Signatur von Andrew Carnegie, ging an den Autographen-Sammler und Kunsthändler Rüdiger K. Weng – allerdings zum Ausruf von 25.000 Euro. Alle Ergebnisse der Auktion finden Sie hier. Inklusive Online-Auktion betrug das Zuschlagsvolumen 255.000 Euro oder 57 Prozent der Ausrufsumme.

Bildquellen: HWPH Historisches Wertpapierhaus AG / markteinblicke.de

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