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Trotz zweier aufeinanderfolgender Tage mit Kursgewinnen notieren die großen Indizes an der Wall Street weit von ihren Hochs entfernt. Die damals vorherrschende Freude über „quasi alles“ ist nun umgeschlagen in Angst vor „quasi allem“. Am deutschen Aktienmarkt macht sich auf dem aktuellen Niveau zusätzlich eine gewisse Lethargie breit, da mit fallenden Umfragewerten für die SPD auch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung durch die CDU/CSU-Koalition oder Neuwahlen die Runde machen.

Die Verwalter großer Vermögen stehen bei der Frage des Wiedereinstiegs in Aktien jetzt neben dem richtigen Timing auch vor der Frage des gerechtfertigten Bewertungsniveaus. Eine Käufergruppe ist vollkommen aus dem Markt ausgeschieden: Jene, die wohlwissentlich über ohnehin nicht mehr vorhandene Korrekturen einfach bei jedem Hoch neue Positionen aufgebaut hat. Diese Strategie funktioniert jetzt nicht mehr. Der Volatilitätsindex VIX notiert noch immer über 20. Damit dürfte der Markt weiter Haken schlagen und es schwer haben, nachhaltig eine neue Richtung einzuschlagen.

Der Chef der britischen Notenbank findet einen vollkommen neuen Ansatz für das Bekämpfen der Soll-Ist-Abweichung bei der Inflation. Statt schnellerer Zinsanhebungen hält er graduelle Schritte beim Anheben des Leitzinses für die probate Methode, um die Inflation über die Zeit von „zwei bis drei Jahren“ wieder sinken zu lassen. Großbritannien liefert damit bereits die Blaupause für das Vorgehen der EZB und der Fed, sollte die Inflation dann doch irgendwann zum Problem werden.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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