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Bereits vor gut drei Wochen zeigte die Produktivität in den USA einen Rückgang – und das bei steigenden Lohnstückkosten. Jetzt zeigt der Einzelhandel ebenfalls einen Rückgang – und das bei steigenden Verbraucherpreisen. Das ist alles inflationär und steht konträr zu dem, was ursprünglich Euphorie erzeugte: Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig tief bleibender Inflation.

Jeder, der an den Aktienmärkten ein Signal für eine freie Fahrt nach oben in den heutigen Daten suchte, wurde enttäuscht. Die Zahlen sind als schlecht für die Börse zu interpretieren, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Dass die Wall Street aber trotz dessen ins Plus drehen konnte, ist ein starkes Signal für die Bereitschaft, einen Boden auszubilden. Steigende Kurse bis zum Handelsschluss wären ein Hinweis dafür, dass die Verluste der vergangenen Woche zu schnell zu weit gegangen sind und dass der Markt nun reif ist für eine Erholung. Dieses Signal muss aber im Tagesverlauf noch bestätigt werden.

Der Deutsche Aktienindex konnte zwar auch seine Verluste nach den Daten im Gleichklang mit der Wall Street wieder aufholen, steht aber aus technischer Sicht sehr viel schlechter da, was die weitere Entwicklung angeht. Hier gilt zwar immer noch, dass die Flut am Ende alle Boote hebt, aber der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) notiert unter 12.390 Punkten nach wie vor im bärischen Terrain. Im Ausland wird die politische Lage in Berlin zudem mit Argusaugen verfolgt.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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