Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Das war das beste Geschenk zum neunten Geburtstag des Bullenmarktes: Mehr neu geschaffene Stellen in den USA bei zugleich weniger stark steigenden Lohnkosten. Das Inflationsgespenst hat damit seinen Schrecken für die Märkte vorerst verloren. Diese Daten werden die Zentralbanken nicht dazu nötigen, sich gegen die Märkte zu stemmen, um Inflationsbekämpfung zu betreiben.

EZB-Präsident Draghi und sein US-Kollege Powell können ihren gemächlichen und marktverträglichen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik also unbeirrt fortsetzen. Schon gestern hatte die EZB ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr erneut gesenkt und eingeräumt, dass die politische Pattsituation in Italien dazu führen könnte, dass die Inflation noch länger tief bleibt. Die Anleger haben aus diesen Aussagen abgelesen, dass die nächste Zinsanhebung noch nicht am Horizont zu erkennen ist.

Ein weiterer positiver Faktor war die Ankündigung der USA von Gesprächen mit Nordkoreas Führer Kim Jong-Un. Man kann aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, ob die Gespräche helfen werden, die Situation zu beschwichtigen oder ob ein möglicher Abbruch selbiger alles nur noch schlimmer machen würde.

Der Deutsche Aktienindex hat den Widerstand bei 12.390 Punkten nach den guten Zahlen aus den USA zwar geknackt, konnte dieses Niveau aber nicht halten. Damit bleibt der Index zumindest für diese Woche weiter in neutralem Terrain und sendet noch kein Kaufsignal.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse AG

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