NVIDIA: Die KI-Revolution geht weiter

Die NVIDIA-Aktie dürfte weiteres Kurspotenzial mitbringen, obwohl sich der Wert des Papiers innerhalb von eineinhalb Jahren in etwa versiebenfacht hat.

(Bildquelle: Pressefoto NVIDIA)

Die NVIDIA-Aktie (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) hat seit Anfang 2024 ein beeindruckendes Kursplus von rund 80 Prozent hingelegt. In den vergangenen Wochen bewegte sich das Papier des KI-Darlings ein wenig weg vom Rekordhoch bei 974 US-Dollar, während der Börsenwert bei knapp 2,2 Billionen US-Dollar verblieb. Zeitweise erreichte die Marktkapitalisierung mehr als 2,4 Billionen US-Dollar, was den Spezialisten für Grafikprozessoren zum drittwertvollsten Unternehmen der Welt machte. Nun fragen sich Anleger, ob Luft nach oben bleibt.

Die Analystenzunft scheint sich einig zu sein, dass der Boom rund um die Künstliche Intelligenz erst Fahrt aufnimmt. Damit dürfte auch die NVIDIA-Aktie weiteres Kurspotenzial mitbringen, obwohl sich der Wert des Papiers innerhalb von eineinhalb Jahren in etwa versiebenfacht hat.

GTC läutet eine neue KI-Ära ein

NVIDIA wird die Ergebnisse zu seinem ersten Quartal (Ende April) des laufenden Geschäftsjahres 2024/25 am 22. Mai präsentieren. Bereits stattgefunden hatte NVIDIAs GTC-KI-Entwicklerkonferenz. Im Fokus stand dabei zu Beginn am 18. März vor allem die Keynote von CEO und Gründer Jensen Huang, in der er mit Blick auf die Künstliche Intelligenz von einer neuen industriellen Revolution gesprochen hatte. Angesichts dieser Ereignisse versuchen Analysten, das auf der GTC gesehene zu verarbeiten sowie sich im Hinblick auf die kommende Zahlenbekanntgabe zu positionieren.

Zumal die jüngsten Quartalsberichte bei NVIDIA als sogenannte „Blockbuster“-Quartale bezeichnet werden konnten. Schließlich scheint jeder verrückt nach KI-Chips zu sein. NVIDIA kann die hohe Nachfrage kaum befriedigen, was dank hoher Preise für die sogenannten KI-Beschleuniger zu unglaublichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen bei NVIDIA geführt hatte. NVIDIAs Erfolgs-Story soll weitergehen. Das glaubt zum Beispiel KeyBanc-Analyst John Vinh. Er traut der NVIDIA-Aktie einen Kurssprung auf 1.200 US-Dollar zu.

Dies würde aktuell einem Kurspotenzial von knapp 40 Prozent entsprechen und den Unternehmenswert auf etwa 3 Billionen US-Dollar hieven. Zum Vergleich: Mit Microsoft und Apple konnten bisher lediglich zwei Unternehmen diese magische Marke beim Börsenwert knacken. Von Analystenseite heißt es, dass es Hinweise gebe, dass GB200-Superchips mit durchschnittlichen Verkaufspreisen von 1,5 bis 2 Mio. US-Dollar im Jahr 2025 zu einer Mainstream-Konfiguration werden und Umsätze von 90 bis 140 Mrd. US-Dollar generieren könnten. Außerdem sei die Nachfrage nach KI-Beschleunigern H20 in China deutlich höher als erwartet.

NVIDIA-CEO und -Gründer Jensen Huang sieht in der Künstlichen Intelligenz eine neue industrielle Revolution. (Bildquelle: Pressefoto NVIDIA)

Jeder will dabei sein

Vinh ist jedoch nicht der einzige Marktteilnehmer, der von den Aussichten für NVIDIA überzeugt ist. UBS-Analyst Timothy Arcuri sagt, dass NVIDIA gewissermaßen seinen eigenen Markt geschaffen habe, indem das Kundeninteresse an den Produkten gerade erst beginnen würde, sich zu entwickeln. Aus Analystensicht sitzt NVIDIA an der Schwelle zu einer völlig neuen Nachfragewelle von globalen Unternehmen und Staaten. Nach der GTC-Konferenz und der Ankündigung seiner neuen Chip-Generation namens „Blackwell“ sieht der Analyst für 2024/25 ein weiteres solides Wachstumsjahr und erwartet einen Umsatz in der Nähe von 150 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von rund 30 Prozent entsprechen würde.

Blackwell soll laut NVIDIA nichts weniger tun, als eine neue Ära des Computings antreiben. Dabei handelt es sich um NVIDIAs neueste Generation von KI-Beschleunigern. Die Blackwell B200-Chips werden dabei die bisherigen Spitzenmodelle H100- und GH100 aus der Hopper-Generation ablösen. Bei mehr Leistung soll Energie eingespart werden, sodass KI-Trainingsmodelle noch deutlich schneller ablaufen können.

Das NVIDIA-Management rechnet damit, dass alle großen Cloud-Anbieter, Server-Hersteller und führenden KI-Unternehmen die Blackwell-Architektur schnell übernehmen dürften. So soll es Unternehmen auf der ganzen Welt ermöglicht werden, generative KI in Echtzeit auf großen Sprachmodellen mit Billionen von Parametern zu erstellen und auszuführen. Gleichzeitig soll das „bei bis zu 25-mal geringeren Kosten und geringerem Energieverbrauch als beim Vorgängermodell“ geschehen. Zu den vielen Unternehmen, die Blackwell voraussichtlich übernehmen werden, gehörten laut NVIDIA: Amazon Web Services, Dell Technologies, Google, Meta Platforms, Microsoft, OpenAI (ChatGPT), Oracle, Tesla und xAI.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Angesichts der beeindruckenden Kursperformance der NVIDIA-Aktie könnte man meinen, dass es sich mit Blick auf den Spezialisten für Grafikprozessoren um eine Blase handelt. Anders als im Zuge der Dotcom-Bubble zur Jahrtausendwende stehen im Fall von NVIDIA tatsächliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen hinter dem starken Kursanstieg der Aktie. Außerdem scheint das KI-Wachstum erst so richtig in Schwung zu kommen, sodass noch etwas Luft nach oben vorhanden sein sollte.