Goldpreis bekommt noch mehr Auftrieb

Nach der Underperformance der vergangenen Jahre könnte sich angesichts steigender Goldpreise auch bei Goldminenwerten Erholungspotenzial ergeben.

(Bildquelle: Pressefoto Newmont)

Angesichts der Verschärfung der Lage im Nahen Osten sowie anderen Unsicherheitsfaktoren kletterte der Goldpreis zuletzt auf neue Höchststände.

Dabei wurde zeitweise auch die Marke 2.400 US-Dollar pro Feinunze geknackt. Seit Jahresbeginn liegt der Preisanstieg bei rund 15 Prozent, sodass Gold in dieser Phase viele wichtige Aktienindizes wie den S&P 500 outperformen konnte.

Von dieser Entwicklung profitieren auch die Aktien von Minenbetreibern wie Barrick Gold (WKN: 870450 / ISIN: CA0679011084) oder Newmont (WKN: 853823 / ISIN: US6516391066).

Schwellenländer-Notenbanken stocken Gold-Reserven auf

Es sind jedoch nicht nur die geopolitischen Unsicherheiten, die zuletzt die Nachfrage nach dem sogenannten „Sicheren Hafen“ Gold angekurbelt haben. George Milling-Stanley, Chief Gold Strategist bei State Street Global Advisors und verantwortlich für den SPDR Gold Shares, führt beispielsweise die robuste Schmucknachfrage in den Schwellenländern an.

Diese sei nicht nur in Indien und China „gut und stark“, sondern über sämtliche Emerging Markets hinweg. Die Schwellenländer würden auch über eine starke Nachfrage vonseiten ihrer Notenbanken nach Gold zu steigenden Notierungen beitragen.

Grund hierfür ist laut Milling-Stanley der Umstand, dass die Schwellenländer-Notenbanken in den vergangenen Jahren festgestellt hätten, dass ihre Reserven zu sehr auf dem US-Dollar fußen würden und sie mit Blick auf Gold untergewichtet seien. Nun würden sie gegensteuern und versuchen, diese in ihren Augen großen Ungleichgewichte zu korrigieren. Darüber hinaus haben zuletzt auch Anleger wieder verstärkt Gold nachgefragt. Laut Milling-Stanley sei dies vor allem in China der Fall.

2.500-US-Dollar-Marke im Visier

Neben der robusten Schmucknachfrage in den Schwellenländern sowie den anhaltenden Goldkäufen der Notenbanken in den Emerging Marktes ist es auch die Aussicht auf baldige Leitzinssenkungen der US-Notenbank Fed, die den Goldpreis antreibt.

Sollten die Leitzinsen sinken, wäre dies positiv für den Goldpreis, da auf diese Weise Alternativen zu Gold wie Anleihen unattraktiver würden. David Meger, Spezialist für Edelmetalle bei High Ridge Futures, sieht wiederum die hartnäckige Inflation selbst als Treiber des Goldpreises an.

Auch andere Analysten bleiben angesichts der Aussicht auf Leitzinssenkungen sowie der anhaltend hohen Inflation mit Blick auf den Goldpreis optimistisch. So sagte Natasha Kaneva, Global Head of Commodities Research bei J.P. Morgan Chase, in einem Bloomberg-Interview, dass Goldpreise von mehr als 2.500 US-Dollar pro Feinunze bis zum Ende dieses Jahres möglich seien.

Mein Fazit

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, an der Goldpreisentwicklung zu partizipieren. Dazu gehören auch Aktien von Goldminenbetreibern. Diese haben sich in den vergangenen Jahren trotz Goldpreissteigerungen enttäuschend entwickelt, sodass in dieser Hinsicht Luft nach ober vorhanden sein könnte.

Wer auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von Unternehmen setzen möchte, die im Goldsektor engagiert sind, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AAY / ISIN: DE000DA0AAY4) auf den Best of Gold Miners Index anschauen. In diesem Index sind neben Newmont und Barrick noch weitere Player aus diesem Bereich enthalten. Dazu zählen unter anderem Kinross Gold und Oceanagold.