Bildquelle: markteinblicke.de

Manchmal bin selbst ich davon überrascht, wie unberechenbar die Börse immer wieder ist. Oder sein kann. Das zeigte sich in dieser Handelswoche gleich zweimal, weshalb ich heute auch darüber berichten will. Da war zum einen der Dienstag – der wie ein typischer Börsentag begann, im DAX sogar erfreulicherweise bis auf das amtierende Wochenhoch bei 12.460 Punkten führte und ansonsten von einer gewissen Anspannung vor den für 13.30 Uhr terminierten US-Verbraucherpreisen geprägt war. Business as usual, dachte ich da, während ich nach der Mittagspause eher gemächlich zurück an den Schreibtisch schlenderte. Richtig rund schien es dann zu laufen, nachdem die Zahlen draußen waren – leichter Rückgang der Inflation, perfekt, kein neuer Anflug der Zinserhöhungspanik in Sicht! Doch was war das? Grellrot liefen die Breaking News über die Bildschirme: US-Außenminister Rex Tillerson gefeuert! Schluss hat er gemacht, der Präsident, mit einem seiner schärfsten „Kritiker“, wenn man das so nennen kann. Unbestritten kritisch wurde es jedenfalls prompt für den DAX, der sang- und klanglos rund 2% in die Tiefe rauschte. Und bei nur noch 12.163 Punkten das bisherige Wochentief markierte. Oder nehmen wir den darauffolgenden Mittwoch:

Outstanding!

Da meldet sich adidas (WKN: A1EWWW / ISIN: DE000A1EWWW0) am frühen Morgen mit einer an sich eher belanglosen Ad-hoc-Mitteilung. Ein Aktienrückkaufprogramm habe man beschlossen, insgesamt drei Milliarden Euro wolle man dafür in die Hand nehmen, eine davon in diesem Jahr. So weit, so gut, das machen andere auch, Deutsche Bank (WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008), SAP (WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600), Allianz (WKN: 840400 / ISIN: DE0008404005), Münchener Rück (WKN: 843002 / ISIN: DE0008430026), um nur einige zu nennen. Die Zielsetzungen eines solchen Aktienrückkaufs sind ebenfalls hinlänglich bekannt, unter anderem kann dadurch der Kurs gestützt bzw. in die Höhe getrieben werden. Dass es dabei für die adidas jedoch um 11,2% (in Worten: ElfKommaZwo!) nach oben gehen würde, das war mehr als überraschend und auch nicht als Kursstütze zu bezeichnen. Zur Einordnung – einen größeren Tagesgewinn hatte es zuletzt am 29. Oktober 2008 gegeben! Und nur zweimal kam es im Jahr 2017 zu annähernd ähnlichen Kurszuwächsen: am 28. Juli sattelte adidas 8,8% auf, am 08. März war es ein Plus von 9,4%. Interessant auch der direkte Vergleich mit Munich Re, die nur einen Tag später ebenfalls einen Aktienrückkauf annoncierten – und in der Folge „lediglich“ +2,8% zulegen konnten. Der Kurssprung bei adidas war also durchaus ein Ereignis, das man nicht alle Tage erlebt (strenggenommen nur alle 10 Jahre). Der Gesamtmarktstand stand in dieser Woche, wie gesagt, ganz im Zeichen der Einzelwerte. Wobei wir an dieser Stelle auch die Versorger noch erwähnen wollen, die den DAX am Montag rockten, nachdem bekannt wurde, dass E.ON (WKN: ENAG99 / ISIN: DE000ENAG999) und RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) künftig gemeinsame Sache machen und als ersten Schritt die RWE-Tochter Innogy (WKN: A2AADD / ISIN: DE000A2AADD2) untereinander aufteilen wollen. Abgesehen von den Einzelaktionen passierte indes nur wenig, per Saldo steht der deutsche Leitindex bei einer Performance von +/- 0%. Auf Wochensicht. Die Erholung aus der Vorwoche ist damit dann ja doch so ein bisschen ins Stocken geraten.

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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