Bildquelle: Siemens Healthineers

Es ist vollbracht: Der bisher größte Börsengang des Jahres – Healthineers (WKN: SHL100 / ISIN: DE000SHL1006) – ist erfolgreich geglückt. Die Saison der Börsengänge wurde damit mit einem Erfolg eingeläutet. Privatanleger sollten dennoch nicht euphorisch reagieren.

Erfolgreicher Start. Mit einem Ausgabepreis von 28 Euro lagen die Healthineers-Aktien in der Mitte der Preisspanne von 26 bis 31 Euro. Der erste Kurs von 29,10 Euro lag deutlich über dem Ausgabepreis, wodurch bereits ordentliche Zeichnungsgewinne erzielt werden konnten. Im weiteren Handelsverlauf gelang es sogar diese auszuweiten. In der Spitze kletterte der Kurs bis auf 30,57 Euro. Offenbar hat das Thema „Medizintechnik“ durchaus gezogen – auch wenn die Euphorie nicht überragend war. Aber als Weltmarktführer für MRT-Geräte hat Healthineers durchaus etwas zu bieten. Für interessierte Anleger dürfte vor allem der in drei Monaten anstehende Aufstieg in den MDAX von Relevanz sein. Dennoch sollten Anleger bis dahin genau hinsehen, wie sich die Aktie entwickelt.

Weitere Börsenstarts in Vorbereitung. Mit der DWS steht in Kürze ein weiterer, viel beachteter Börsengang auf der Agenda. Dennoch sollten Anleger vom kurzfristigen Erfolg mit der Healthineers-Aktie nicht automatisch auf erneute Zeichnungsgewinne bei der DWS vertrauen. Dafür gibt es keine Sicherheit. Für kurzfristige Spekulationen mag sich das Setzen auf Zeichnungsgewinne eignen – für den langfristigen Vermögensaufbau sollten Anleger auf Aktien setzen, die bereits eine Historie an der Börse haben.

Wichtiger Part. Nun wollen wir Börsengänge keines wegs schlechtreden. Sie sind notwendig – auch für eine lebendige Aktienkultur. Dennoch bedeutet das nicht, dass Privatanleger alles mitmachen müssen, was an der Börse möglich ist. Denn: Börsengänge sind deutlich komplexer, als man gemeinhin denkt. Wir haben die theoretischen Hintergründe in einer kleinen Serie einmal beleuchtet: IPO und Börsengang – Basiswissen und Hintergründe (Teil 1) und (Teil 2). Wer sich das einmal betrachtet, wird feststellen, dass es durchaus sinnvoll ist, abzuwarten bis die Aktie einige Monate – noch besser Jahre – auf dem Buckel hat.

FAZIT. Auch wenn die aktuellen Börsengänge Begehrlichkeiten wecken – Zeichnungsgewinne sind ein nettes Resultat, aber keineswegs sicher. Daher sollten Privatanleger eher an der Seitenlinie zusehen und sich auf bereits seit einiger Zeit börsennotierte Unternehmen stürzen. Welche Aktien im einzelnen sinnvoll sind, muss sich jeder Investor in Ruhe überlegen. Sinnvolle Hilfsmittel hierzu sind etwa Aktien-Screener. Das Angebot von aktienfinder.net gefällt uns dabei ausgesprochen gut. Bei sehr guter Datenqualität liefert es nach indivdiuellen Vorgaben einstellbare Resultate. Wer dann als Anleger noch seine Kosten für Depot & Co. im Blick hat, wird Spaß an der Börse haben. Hin und wieder lohnt sich auch einmal die Kosten zu überprüfen. Ein entsprechender Depot-Vergleich gibt rasch Klarheit, ob das aktuelle Depot noch das richtige ist, oder ob ein Wechsel sinnvoll wäre.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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