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Alle Welt spricht über die USA, Trump und einen Handelskrieg. In der Welt geht allerdings sehr viel mehr vor und da Trump allen die Show stiehlt, kann das zur bösen Überraschung werden.

Der neueste GRI Wert (Geopolitical Risk Index) ist veröffentlicht und das Ergebnis ist ernüchternd. Geopolitische Risiken sind wieder auf dem Vormarsch. Zuletzt gab es im August 2017 einen Satz nach oben. Damals drohte die Lage zwischen Nordkorea und den USA zu eskalieren.

In den Folgemonaten ging der Index wieder zurück. Jetzt sprang er wieder an. Das ist auf den ersten Blick etwas verwunderlich, denn eigentlich hat sich die Lage rund um Nordkorea entspannt. Was ist da also geschehen?

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Die USA stehen derzeit im Mittelpunkt, weil im Zusammenhang mit Zöllen von einem Handelskrieg gesprochen wird. Dabei gerieten andere Entwicklungen in den Hintergrund. Die Spannungen mit dem Iran dürften wieder zunehmen. Nachdem Rex Tillerson als Außenminister gefeuert wurde, kommt nun ein Hardliner.

Ein Ende des Abkommens mit dem Iran wird wahrscheinlicher. Das ist eine ziemlich brenzlige Situation. Der Iran hat sich das Abkommen abringen lassen, unter anderem in der Erwartung eines Wirtschaftsaufschwungs. Dieser ist schon jetzt sehr mager. Scheitert das Abkommen, wird die Lage düsterer. Die moderaten Kräfte des Landes dürften an Einfluss verlieren und das Atomprogramm möglicherweise wieder aufgenommen werden. Das hilft niemandem in der Region.

Auch die Zuspitzung der Lage zwischen Großbritannien und Russland strahlt auf andere Länder aus. Seit der Annexion der Krim hat sich die Lage nicht mehr wirklich entspannt und droht nun sogar wieder schwieriger zu werden. Es ist nur die Spitze des Eisberges, aber sie erinnert stark an die Dynamik des Kalten Krieges.

Auch die vage Aussicht auf einen Handelskrieg hilft nicht. Auch wenn es um Handel geht, kann es geopolitische Konsequenzen geben. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Land als Antwort auf wirtschaftlichen Druck seine Stärke militärisch demonstriert.

Geopolitisch brodelt es ganz gehörig. Es gibt aber für Anleger immerhin eine gute Nachricht. Wird aus geopolitischem Risiko eine Tatsache (z.B. Terroranschlag, militärische Intervention), ist der Schock im Normalfall nur kurzlebig. Kurzfristig sind die Risiken und Aktien stark negativ korreliert. Aktien fallen, wenn das Risiko steigt oder eine Militärintervention stattfindet.

Mittelfristig spielen diese Faktoren an der Börse eine untergeordnete Rolle. Im Langfristchart ist etwa der Golf Krieg nur ein Rauschen gewesen. Für die Börse gibt es einen kurzen und heftigen Schock. Danach wird der vorherrschende Trend wieder aufgenommen.

Die Risiken nehmen zu und Anleger können einen Schock durchaus erwarten. Immerhin hat dieser im Normalfall eher kurze Beine.

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Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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