Bildquelle: Pressefoto Facebook

Die Korrektur beschäftigt uns nun schon über 7 Wochen. So langsam beginnt es zu nerven – und das wird auch nicht so bald aufhören.

An Aufregung mangelte es bisher schon nicht. Immer neue Themen treiben den Markt vor sich her. Zu Beginn der Korrektur waren es Inflations- und Zinsängste. Diese wurden schnell vergessen. Der Markt drehte nach oben. Dann kam die Debatte über einen Handelskrieg. Das interessierte nach zwei Wochen niemanden mehr.

Jetzt sind es die Technologiewerte, die den Markt plötzlich nach unten drücken. Vergleich man den Nasdaq mit dem S&P 500, ergibt sich ein frappierender Unterschied. Der Technologieindex konnte ein neues Allzeithoch erklimmen. Dem S&P 500 gelang das nicht.

Der Nasdaq ist das vor allem wegen einer Schwergewichte gelungen. Amazon streifte die Korrekturversuche sofort ab. An Netflix perlte ohnehin alles ab. Alphabet gelang es ebenfalls noch einmal, sein Allzeithoch zu erreichen. Nur Facebook hinkte hinterher. Es ist auch Facebook (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027), welches den Markt besonders belastet.

Quelle: Guidants

Es geht einerseits um eine Art Datenleck (es wurden Daten von einer externen Firma gesammelt, die nicht hätten gesammelt werden sollen und später nicht gelöscht wurden) und andererseits um regulatorische Angelegenheiten. In den USA sollen Facebook, Alphabet (Google) (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079) und Twitter (WKN: A1W6XZ / ISIN: US90184L1026) vor den Senat zitiert werden. Es geht um die Frage, ob die Unternehmen mit den Nutzerdaten verantwortungsvoll umgehen.

In der EU sollen zudem zukünftig der Umsatz von Unternehmen wie Facebook besteuert werden und nicht mehr der Gewinn, der sich zu leicht optimieren lässt. Das alles lastet auf den Gewinnaussichten, aber nicht nur darauf. Facebook, Google, Twitter und wie sie alle heißen, haben es geschafft, Quasi-Monopole zu werden. Das versuchen andere Firmen heute noch genauso und vermutlich mehr denn je (siehe auch einen anderen Artikel von mir).

So langsam merken auch Politiker, dass diese Unternehmen einen ungeheuren Einfluss haben. Sie verdienen nicht nur Unmengen an Geld, sondern kennen die Konsumenten und Bürger wie sonst kein anderer. Die Daten dienen zwar der gezielteren Werbung, doch wie die US-Wahlen gezeigt haben, lässt sich mit den Daten sehr viel mehr machen. Ob nun eine Werbung für ein Produkt gezielter geschaltet werden kann oder politische Propaganda – vom Prozess her ist es sehr ähnlich.

Wie dem auch sei, die Technologiewerte werden jetzt verkauft. Es ist ja nicht so, dass sie den breiten Markt nicht teils dreistellig geschlagen hätten. Gewinnmitnahmen sind durchaus angebracht. Sie kommen natürlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt und sie zeigen wie nervös Anleger sind. Anscheinend wollen Anleger verkaufen. Sie brauchen nur ein kleines Argument und schon geht es mit den Verkäufen los. So beendet man eine Korrektur nicht schnell.

Grafik: GodmodeTrader.de

Vielmehr dehnt sich die Korrektur zeitlich weiter aus und dauert nun schon länger als die Durchschnittskorrektur. Auch gewisse Ähnlichkeiten zu 1999 lassen sich erkennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir etwas Ähnliches in diesem Jahr sehen werden: nach dem Exzess eine erste Korrektur, noch einmal ein wackeliges Allzeithoch und zu guter Letzt die große Trendwende.

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Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Facebook

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