Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Original abrufbar unter Trading-Treff.de bezieht sich auf den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900).

Das minimale Wochenminus von 0,03 Prozent täuscht im DAX über die Entwicklung innerhalb der Woche hinweg. Denn hierbei gab es durchaus sehr impulsive Bewegungen und vor allem zum Wochenstart eine sehr spannende Phase. Dies wurde letztlich mit der Frage aus der Vorwochenanalyse eingeleitet, ob die Jahrestiefs halten. Sie sehen an der Kursnotierung im DAX über 12.000 Punkten natürlich, dass diese gehalten haben. Was sich jedoch genau ereignete und wie man diese Voraussetzungen nun für die kommende Woche nutzen kann, erfahren Sie im Detail nun von mir.

 

Nach verpatztem Wochenstart kam die Erholung

Gleich zum Wochenstart probten die Bären im DAX einen erneuten Angriff und hatten zwischenzeitlich einen Punktgewinn auf ihrer Seite. Mit dem Bruch der Marke von 11.820 (Tief vom 23.03.) kam es umgehend zu neuem Druck auf den Deutschen Aktienmarkt. Dies entlud sich gleich am Montag nach GAP-close somit weiter und fand erst bei 10.726 Punkten wieder einen Halt. Diese Marke war nicht ganz zufällig von den Marktteilnehmern gewählt. Sie war vielmehr genau das Tief vom „Schwarzen Montag 2018“ aus Anfang März. Das Chartbild dazu hatte ich in der Vorwoche eingestellt und als entsprechendes bärisches Ziel und Punkt für eine Gegenbewegung markiert (Rückblick Chart Vorwochenanalyse):

DAX Gegenbewegung neue Handelswoche bis 12.000
DAX Gegenbewegung neue Handelswoche bis 12.000

 

Diese Gegenbewegung trat auch umgehend ein und zeigte bereits am Dienstag Kurse über 12.000 Punkte. Ab diesem Moment kämpften die Bullen und Bären sehr heftig miteinander. 115 Punkte Tagesschwankung am Dienstag und 190 Punkte am Mittwoch drehten sich mehr oder weniger um den Angriff auf die runde Marke von 12.000 Punkten. Dabei waren auch immer wieder GAP-Trades möglich, welche ich beispielsweise auf meinem Facebook-Kanal zeitnah recherchierte und entsprechend teilte:

GAP-Trading im DAX möglich
GAP-Trading im DAX möglich

 

Doch dort schien der DAX immer wieder gedeckelt zu sein:

DAX gedeckelt bei 12000
DAX gedeckelt bei 12000

 

Erst am Donnerstag gelang dann der Peak, welcher die Wochenhochs hinter sich lassen konnte. Die Schwelle lag bei rund 12.040 Punkten als obere Begrenzung, wie Sie im Schaubild gerade sehen konnten. Darüber startete dann eine kleine Rallye zum Ausklang der schon verkürzten Handelswoche.

DAX Ausbruch über Wochenhochs
DAX Ausbruch über Wochenhochs

Hinzu kam sicher ein wenig „Window Dressing“ nach dem sehr schwachen Quartal, welches ebenfalls am Donnerstagabend endete. Dabei muss man rückblickend folgende Werte noch einmal hervorheben.

 

Es bleibt beim schlechten Quartalsergebnis

Im laufenden Jahr summiert sich der DAX-Verlust insgesamt auf 7,56 Prozent. Dabei gab es nur vier Werte im Plusbereich. Dies spricht für eine negative Marktbreite. Gewinner des ersten Quartals war die RWE AG mit rund 18 Prozent Performance nach der Meldung zu Innogy vor einigen Wochen. Dies finden Sie hier noch einmal:

 

innogy SE Übernahme! E.ON und RWE mit Paukenschlag

 

Verlierer war im ersten Quartal 2018 ganz klar die Deutsche Bank AG mit rund 30 Prozent Kursverlust. Daran änderte auch das IPO der DWS wenig, welches noch immer um den Ausgabekurs herum notiert. Bereits im Vorfeld gab es dazu auch einen Beitrag auf Trading-Treff, auf den ich hier ebenfalls gerne verweisen möchte:

Deutsche Bank in Bedrängnis – Neue Tiefs denkbar?

 

Aufdrehen konnte der Dow Jones zum Quartalsende zwar noch einmal, aber das Minus dennoch nicht mehr aufholen. Es bleibt auch dort ein Verlustmonat stehen und damit summiert sich die Bilanz nach dem ersten Quartal 2018 bereits auf zwei Verlustmonate. Nach einem sehr starken Januar wurden diese Gewinne komplett aufgezehrt. Zum Stichtag 1.1. liegt der Dow Jones somit mit -2,26% im Minusbereich der Performance-Tabelle. Können DAX und Dow mit Schwung in das neue Quartal starten? Und was waren die Hintergründe des schwachen ersten Quartals?

 

Hintergründe waren der drohende Handelskrieg mit China und anderen Staaten, politische Ungereimtheiten bezüglich einiger Posten und Neubesetzungen und natürlich auch hausgemachte Probleme bei einigen Unternehmen. Zu nennen ist hier Facebook mit einem „Datenskandal“ und Tesla mit Problemen bei der Produktion, Sicherheit und neuerdings auch bei der Finanzierung über Anleihen. Dazu gab es einen sehr spannenden Einwurf in der Vorwoche:

Tesla – Aktien und Anleihen unter Druck

 

Ohne darauf genauer eingehen zu wollen, blicke ich hier nun auf die weitere Entwicklung und das objektive Chartbild.

 

Ausblick DAX und Dow zum Quartalsbeginn

Beginnen möchte ich mit dem Chartbild des Dow Jones, da dieser bereits am Montag wieder gehandelt wird. Wir sehen dort zwar eine recht junge Aufwärtstendenz als Trend, jedoch auch den größeren Widerstand um 24.500 Punkte aus Mitte März. An diesen kam der Dow Jones trotz eindrucksvoller Rallye zum Quartalsende nicht mehr heran. Dies könnte sich somit mit beiden einfachen Chartinstrumenten im Bild zuspitzen und dann „entladen“.

 

Dow Jones aus Vorwoche: Bandbreite verengt sich
Dow Jones aus Vorwoche: Bandbreite verengt sich

Die Tiefs aus Februar wurden übrigens knapp verfehlt. Dazu hatte ich auch einen Hinweis hier in der Chartanalyse der Vorwoche gegeben. Konkret würde ich hier erst von einer Wiederaufnahme des Bullenmarktes oberhalb dieses Bereichs und somit ab 24.600 Punkten sprechen. Ein Fall unter 23.800 Punkte rückt das Tief vom „Schwarzen Montag 2018“ erneut in den Fokus.

 

Der DAX hingegen ist mit 12.100 Punkten bereits wieder im Aufholmodus gegenüber der Wall Street. Die weitaus schlechtere Quartalsbilanz hatte ich bereits eingangs mit Zahlen belegt (DAX im ersten Quartal 7,56 Prozent Minus ggü. 2,26 Prozent Minus im Dow Jones) und hier kann man durchaus, vorausgesetzt die Wall Street startet gut ins zweite Quartal, von einer Aufholjagd ausgehen. Immerhin ist der Abwärtstrend auf XETRA im Stundenchart gebrochen:

DAX Abwärtstrend Stundenchart gebrochen
DAX Abwärtstrend Stundenchart gebrochen

Als Kursziel dieser Bewegung steht die 12.180 (Tiefpunkte Mitte Februar) zur Überwindung an und darüber wäre dann die Range wieder aktiviert, welche uns noch vor zwei Wochen beschäftigte. Diese ist im aktuellen Chartbild schwieriger zu erkennen, aber noch immer für mich ein wichtiger Bereich:

DAX mit Rückkehr in alte Range?
DAX mit Rückkehr in alte Range?

 

Damit könnte die alte Range über 12.200 bis hin zur 12.520 erneut aktiviert werden.

Zu Short tendiere ich erst wieder bei einem Rutsch unter 12.000 Punkten. Denn dieser nicht nur psychologische Widerstand der Vorwoche konnte nun überwunden werden und stellt damit erst einmal eine Unterstützung dar. Diese Marke ist auch nicht nur aufgrund der „runden Zahl“ wichtig, sondern war bereits in der ersten Märzwoche das Bewegungstief. Ausgehend von diesem Punkt wähle ich dies hier nun als Trigger, in Kombination mit der kleinen Abwärtstrendlinie des Stundencharts. Demnach ergibt sich das Short-Szenario ab dieser Schwelle wie folgt:

DAX Szenario Short unter 12000
DAX Szenario Short unter 12000

 

Auf jeden Fall sollten Anleger und Trader diesen Bereich zum Handelsstart der DAX-Woche ab Dienstag im Blick behalten und in die Vorbereitung mit einbeziehen. Vielleicht können DAX und Dow mit Schwung in das neue Quartal starten.

Aus dem Wirtschaftskalender sind an wichtigen Terminen vor allem die Verbraucherpreise der EU am Mittwoch um 11 Uhr und die Zusammenfassung der EZB-Accounts als Bericht am Donnerstag um 13.30 Uhr zu beachten. Aus den USA sind erst wieder die Arbeitsmarktdaten am Freitag relevant, wohl aber die weiteren Entwicklungen um die Blue Chips Facebook, Tesla und neuerdings auch Amazon. Hierzu wird Ihnen aber sicher Donald Trump noch etwas twittern 🙂

 

Somit wünsche ich Ihnen einen tollen Quartalsstart und nun noch ein ruhiges Osterfest im Kreise der Liebsten.

Ihr Andreas Mueller – Bernecker1977

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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