Warum Börse nicht schwer ist

Das Sommerloch an der Börse naht. Damit kommen auch wieder altbekannte Anleger-Diskussionen auf ...

(Bildquelle: unsplash / Christian Waske)

Das Thema KI ist derzeit allgegenwärtig. An der Börse, in Social Media, in den Medien und natürlich auch an den Stammtischen. Entsprechend auch bei uns auf der Domäne Monrepos in Ludwigsburg. Es war eine dieser typischen Diskussionen um das Thema „verpasst-Gefühl“.

„Lohnt sich da noch der Einstieg bei Nvidia oder den anderen gehypten Aktien bei dieser KI-Sache?“ Eine Frage, die am Tisch Eins im Golfclub aufkam. Die anschließende Diskussion zeigte uns als langjährige Börsen-Fans, dass die Menschen immer noch nicht eines in Bezug auf den langfristigen Vermögensaufbau verinnerlicht haben:

Lernen aus der Börsenhistorie

Der Einstiegszeitpunkt ist unwichtig. Es gibt nie DEN richtigen Einstiegszeitpunkt an der Börse. Die Suche nach dem passenden Einstiegszeitpunkt – das Market Timing – ist selbst für Profis nicht einfach. Wir können uns aber mit der einen und wichtigen Tatsache trösten:

Langfristig ist der Einstiegszeitpunkt bei einer Geldanlage an der Börse weniger entscheidend. Das zeigt einem die Börsenhistorie. Selbst größere Kursverluste nach einem rückblickend schlechten Einstiegszeitpunkt – beispielsweise vor Börsencrashs oder Finanzkrisen – konnten Anleger auf lange Sicht wieder mehr als wettmachen können. Es klingt abgedroschen, ist aber wahr: Die Börse ist ein Marathon und eben kein Sprint. Ein paar Zahlen:

Wer beispielsweise kurz vor der „Dotcom-Blase“ im Jahr 2000 einmalig in den DAX investierte, erzielte bis Ende 2023 eine jährliche Rendite von im Schnitt 3,7 Prozent. Wer 2007 vor der Finanzkrise investierte, verbuchte Ende Dezember 2023 eine Rendite von 4,7 Prozent jährlich. Sie meinen das ist nun nicht so viel? Das mag sein – aber im gleichen Zeitraum haben Sie mit Fest- und Tagesgeld und Co deutlich weniger gemacht. Fakt ist:

Die beiden Beispiele zeigen klar auf, dass Anleger mit Aktien Rendite machen, da die Werte der börsennotierten Unternehmen tendenziell wachsen. Das gilt erst recht, wenn sie Aktieninvestments nicht als Einmalanlage sehen, sondern über Jahre oder Jahrzehnte kontinuierlich investieren. Sie wissen auch: Mit Baustein-Aktien macht das ganze an der Börse langfristig noch mehr Spaß – und damit wären wir zum Teil auch schon wieder beim Thema KI. Denken Sie nur einmal an Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Amazon – so ganz abseits von Nvidia …

Das bringt die neue Börsenwoche (KW26-2024)

Montag / Deutschland / ifo Geschäftsklima: Nachdem einige Konjunkturindikatoren hierzulande Erholungstendenzen gezeigt hatten, stagnierte das ifo Geschäftsklima im Vormonat. Eine mögliche Besserung könnte aus Sicht der Deka-Analysten nach den jüngsten politischen Ereignissen (vorgezogene Wahlen in Frankreich, Zollandrohung der EU gegenüber China) geringer als erhofft ausfallen.

Donnerstag / Eurozone / Economic Sentiment: Erneut werden Marktteilnehmer gespannt darauf schauen, wie die Konjunkturerholung in Europa vorankommt. Der vielschichtige Indikator offenbart laut Deka darüber hinaus die Stärken und Schwächen der wirtschaftlichen Entwicklung. Während Italien und Spanien bereits wieder ein überdurchschnittliches Wirtschaftsvertrauen aufweisen würden, hinke Deutschland hinterher. Innerhalb der europäischen Wirtschaftssektoren lahme die Industrie. Im Bausektor herrsche dagegen gute Stimmung.

Freitag / USA / Deflator der privaten US-Konsumausgaben: Zum Ende der Woche gilt der Blick dem Lieblingsinflationsindikator der Fed. Der monatliche Preisanstieg dürfte erstmals in diesem Jahr im Zielbereich der Fed gelegen haben, so die Deka.

Alle anderen Daten der Woche und Prognosen finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Gehen wir einmal mehr entspannt in die nächste Börsenwoche. Haben Sie bei der ganzen Nachrichtenlage eines ganz entspannt im Hinterkopf:

Die Zeit arbeitet für Anleger. Über längere Zeiträume hinweg werden Verluste seltener – deshalb ist eine langfristige Perspektive so wichtig. Je länger der Anlagezeitraum ist, desto geringer sind die Ausschläge nach unten – deshalb ist es so wichtig, sich über den Anlagehorizont bewusst zu werden. Ebenso sollten wir auch einen weiteren Umstand als Anleger beherzigen:

Durchgehend (und am besten regelmäßig) investiert zu bleiben zahlt sich aus! Lassen wir uns nicht von Emotionen leiten. Der Glaube, cleverer zu sein als der Markt, um nur die guten Zeiten zu erwischen, kann oft teuer bezahlt werden. Warum? Unsere Antwort ist einfach: Kurseinbrüche sind schwer vorherzusagen und nach einer Abwärtsphase folgt häufig ebenso unvermittelt ein steiler Kursanstieg. Aber wenn man diese wichtigen Tage verpasst, wirkt sich das auf die Gesamtrendite häufig negativer aus, als die gesamten Schwankungen mitzumachen.

In diesem Sinne, bleiben Sie weiter engagiert (an der Börse),

Ihre marktEINBLICKE-Herausgeber
Christoph A. Scherbaum & Marc. O. Schmidt