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Die Institution „Bank“ wird nicht mehr benötigt, nur noch deren Aufgaben, wie Zahlungen ausführen oder einen Kredit anzubieten. Heute gibt es andere Möglichkeiten, mit Geld zu arbeiten.

Die Bankenwelt befindet sich im Umbruch. Man sieht es an den überall schließenden Bankfilialen und dem zunehmenden Kostendruck, der sich in immer neuen Gebühren beim Kunden niederschlägt. Gleichzeitig bringen Anlagen nur wenig Rendite. Dagegen kosten Kredite nach wie vor viel Geld. So mancher sieht daher in den so genannten Peer-to-peer-Plattformen eine sinnvolle Alternative zum klassischen Gang zur Bank. Sowohl als Kreditnehmer, als auch als Kreditgeber. Ein Blick in eine noch wenig bekannte Branche.

Wer braucht noch eine Bank?  „Banking is necessary, Banks are not“. Dieses Zitat von Microsoft-Gründer Bill Gates aus dem Jahr 1994 wird in vielen Studien und Vorträgen rund um die Bank der Zukunft gerne als Aufhänger genutzt. Kein Wunder, denn die Aussagen von damals sind so aktuell wie noch nie. Und sie bringen das Problem kurz und knapp auf den Punkt.

Das Ganze lässt sich noch konkretisieren: Wer braucht in Zeiten von Paypal, Bitcoin und Auxmoney noch eine traditionelle Bank? Alle drei Angebote hängen eng mit dem Internet zusammen. Zwar stehen alle drei für unterschiedliche Bankaufgaben, aber sie zeigen, wohin die Reise gehen kann. Über Bitcoin bzw. die Welt der Kryptowährungen haben wir in der Sommerausgabe ausführlich geschrieben. Wer hätte damals ahnen können, dass der Wert des Bitcoin eine solche Entwicklung nimmt? Vermutlich nur wenige Optimisten. Gleichzeitig nehmen die Risiken bei den Wertschwankungen weiter zu. Wir bleiben bei unserer skeptischen Haltung den digitalen Währungen gegenüber. Das gilt jedoch nicht für andere Internet-basierte Innovationen aus dem Bankbereich.

Zahlungen beschleunigen. Wer heute eine Banküberweisung tätigt, weiß dass das Geld mit Eingabe der TAN das Konto verlassen hat. Bis es jedoch bei seinem Empfänger ankommt, dauert es meist einen Werktag. Gegen dieses Prinzip des alten Banking hat Paypal seine Echtzeitüberweisung gesetzt. Die frühere Tochter der Internetauktionsplattform eBay ist mit seinem Zahlungsmittelangebot inzwischen eine echte Instanz. Wer schnell, zuverlässig und sicher Geld transferieren möchte, nutzt das Angebot des US-Konzerns. Simpler geht es nicht. Zugleich ist es ein schönes Beispiel, welche Erleichterungen das Internet im Alltag bringen kann.

Eine alte Idee. Auxmoney erzählt auf seiner Website die Geschichte der drei späteren Gründer, die 2006 durch das Frankfurter Bankenviertel fuhren und sich beim Anblick der mächtigen, verspiegelten Banktürme fragten: „Warum brauchen wir eigentlich die Banken, um Geld von Mensch zu Mensch zu verleihen? Warum können wir Kreditnehmer und Anleger nicht direkt über einen digitalen Marktplatz zusammenbringen?“ Die Antworten gaben sie selbst: mit der Gründung von Auxmoney. Bis heute Marktführer in diesem Bereich.

Die Grundlage der Idee ist dabei fast so alt wie das Geld selbst. Denn der Geldverleih unter Freunden und Bekannten ist seit jeher eine gängige Methode. Nun ersetzt ein Internetportal die jahrelange Vertrauensbasis und erhöht gleichzeitig die Menge möglicher Vertragspartner. Das alles wiederum dank der Internetvernetzung.

Geld leihen. Bei Auxmoney ist der Prozess von der Anfrage bis zum Geld simpel durchstrukturiert. Genau so, wie es Banken meist nicht schaffen. Das Ganze geschieht über so genannte „Projekte“, von denen Auxmoney nach eigenen Angaben bereits fast 90.000 ermöglicht hat. Am Anfang steht die einmalige Anmeldung bei der Plattform. Anschließend trägt man unter „Geld leihen“ seinen Wunschbetrag und den Verwendungszweck ein und klickt anschließend auf „Kreditanfrage starten“. Dann wird der Nutzer durch die Antragsstrecke geleitet. Der Papierkram ist aber überschaubar und wenn es um Unterschriften geht, wird alles über das etablierte Postident-Verfahren abgewickelt.

Faktor Zeit. Mehr als die Hälfte aller Kreditanfragen werden laut Auxmoney innerhalb von 2 Stunden als Sofortkredit finanziert. Sollte der Kreditwunsch nicht sofort finanziert werden (können), ist das aber noch kein K.O.-Kriterium, denn das Kreditprojekt bleibt bis zu 20 Tage auf dem Marktplatz. Der Erfolg kann sich sehen lassen, denn inzwischen haben zahlreiche ehemalige Kreditnehmer erneut auf Auxmoney gesetzt. Insofern kann von einem erfolgreichen Modell gesprochen werden.

Geld verleihen als Anlage. Wo so viele zufriedene Kreditnehmer sind, trifft man auch auf ebenfalls zufriedene Kreditgeber. Das hat auch damit zu tun, dass Auxmoney dem Thema Sicherheit der Rückzahlung noch mehr Bedeutung zugemessen hat. Wichtig zu erwähnen ist, dass es ohne Schufa auch im Peer-to-Peer-Lending nicht geht. Die unabhängige Institution Schufa hat schließlich die größte Erfahrung, wenn es um die Bonitätsberechnung geht.

Der Anlageprozess als solcher ist übrigens auch nicht komplizierter als bei der Geldleihe. Auch hier steht zu Beginn die einfache Registrierung auf dem Portal. In einem Anlagekonto lässt sich dann die Anlagestrategie auswählen. Auf dieser Basis werden dann die Investments individuell in Kreditprojekte aufgeteilt oder man streut als Anleger selbst seine Anlage bequem mit dem Portfolio Builder.

Die Rendite stimmt – und das Risiko? Schaut man auf die Rendite des Peer-to-Peer-Lending spricht Auxmoney von einer erwarteten Rendite von 5,0 Prozent, wobei mögliche Ausfälle dabei bereits berücksichtigt sind. Am Ende hängt die Rendite aber maßgeblich vom eingegangenen Risiko ab. Wer auf hochriskante Kredite mit zweistelligen Zinssätzen setzt, muss naturgemäß auch mit einem Totalausfall rechnen. Dagegen ist die Ablösung eines bestehenden Kredits über Auxmoney vielleicht weniger lukrativ, aber dafür sicher. Diese Entscheidungen werden aber über die Anlagestrategie definiert und beeinflusst. Von daher kann ein Anleger auf diese Weise wohl so direkt wie sonst bei wenigen Investments die Wechselwirkung von Risiko und Rendite erfahren.


ME-Tipp
Egal ob Kreditnehmer oder Investor: Ein Blick auf die Peer-to-Peer-Plattformen lohnt sich. Die Anmeldung ist einfach und verpflichtet zu nichts.
Die beiden wichtigsten Plattformen findet man im Internet unter

www.auxmoney.de
www.smava.de


Entscheidend ist am Ende die Mischung des Kreditportfolios. Bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro und einer Streuung auf 50, 100 oder sogar 200 Projekte ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die gewünschte Rendite am Ende auch erzielt wird.

FAZIT. Für Kreditnehmer sind Peer-to-Peer-Plattformen wie Auxmoney interessante Alternativen zum klassischen Gang zur Bank. Allerdings dürfte bei größeren Beträgen die Bank nach wie vor erster Ansprechpartner sein. Das gilt erst recht bei komplexeren Vorgängen, wie Krediten von Ehepaaren oder Finanzierungen von Immobilien. Als Investment sind Kredite über Peer-to-Peer-Plattformen ebenfalls ein spannendes Betätigungsfeld. Allerdings sollte sich ein Anleger von vornherein den Risiken bewusst sein. Hohe Renditen gehen immer mit hohen Risiken einher.

Dieser Beitrag ist ein Stück aus marktEINBLICKE – dem Quartals-Magazin für Geldanlage und Lebensart. Erhältlich am Kiosk, als Online-Ausgabe oder im Abo. shop.markteinblicke.de

 

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