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Gewinnende Strategie: Poker ist nicht nur ein beliebter Zeitvertreib (und für so manchen Spieler eine willkommene Einnahmequelle), es trainiert auch Angewohnheiten und Charaktereigenschaften, die einem in anderen Lebenslagen zugutekommen.

An erster Stelle steht dabei der Wille zu lernen, und zwar so viel wie möglich. Nur wer bereit ist, notfalls auch schmerzhafte Erfahrungen zu machen, seine Fehler zu analysieren, Ratschläge und Hilfestellungen zu akzeptieren, kommt auf Dauer voran.

Zu den Lektionen gehören das schnelle Abwägen von Chancen – gute Übung für mathematische Fähigkeiten – und eine entsprechende Entscheidungsbereitschaft.

So wie im echten Leben auch ist konstantes Zögern und Passivität eine schlechte Strategie im Poker. Wer gute Karten hat, sollte nicht lange nur mithalten, sondern Druck machen und erhöhen. Auf diese Weise werden die anderen Spieler dazu gebracht, entweder selbst zu passen oder in den Topf zu zahlen. Sind noch sechs Spieler dabei, liegen die Pro-Kopf-Chancen bei knapp 17 Prozent. Sind nur noch zwei Spieler im Rennen, ist die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen eins zu eins.

Geduld ist auch im Poker eine Tugend. Wer eine schlechte Hand hat, sollte passen und stattdessen die Zeit nutzen, seine Gegenspieler zu studieren. Nicht jeder hat die im Film so beliebten Manierismen wie ein nervöses Zucken, ein aufgesetztes Grinsen oder eine verräterische Stirnfalte. Aber auch andere Dinge geben Aufschluss über die Persönlichkeit und damit auch die Spielweise. Wer blufft häufig, selbst bei schlechten Karten? Wenn ein anderer Spieler, der normalerweise Risiken scheut, plötzlich den Einsatz kräftig erhöht, hat er vermutlich eine sehr starke Hand. Das gleiche gilt auch fürs Berufsleben. Wer die anderen Leute im Raum „lesen“ kann, ist im Vorteil. Allerdings funktioniert das nicht online, weil die Interaktion fehlt.

Wer diese Dinge beherzigt, ist auf dem besten Wege, ein guter Spieler zu werden. Hat man allerdings den Wunsch, Profi zu werden und um die großen Töpfe zu spielen, sollte dabei genauso strategisch vorgegangen werden wie bei jeder anderen Karriereplanung für einen Spitzenjob.

An erster Stelle steht die unbedingte Beherrschung sämtlicher Aspekte des Spiels, und die ständige Weiterentwicklung seines Wissens und Könnens. Dazu gehört außer regelmäßigem praktischen Training auch die Theorie. Die besten Profis lesen an Fachbüchern, was sie bekommen können, und setzen daraus um, was für sie nützlich ist. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, sieht schon bald andere, ambitioniertere Spieler an sich vorbeiziehen.

Erste Erfolge sollten mit Skepsis betrachtet werden. Ist es Anfängerglück und wird es anhalten? So groß die Versuchung auch sein mag, den langweiligen Alltagsjob hinzuwerfen und sich voll und ganz in das neue Abenteuer zu stürzen, so gefährlich kann es auch sein. Die meisten Pokerprofis, aber auch Schriftsteller, Musiker und andere Künstler halten an dem Alltagsjob fest und verfolgen ihr eigentliches Metier nebenbei, bis sie sich sicher sind, dass sie ihren Lebensunterhalt davon bestreiten können.

Eine wichtige Frage ist auch, ob es sich um ein Strohfeuer handelt, dass als Hobby ideal ist, aber nicht als Broterwerb tagein, tagaus.

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Wer das herausfinden möchte, sollte ein paar Tage oder auch Wochen unter professionellen Bedingungen spielen. Um das Risiko zu minimieren, bietet sich dafür der Urlaub vom Alltagsjob an. Ist Pokern immer noch ein Traum, wenn jeden Tag für etliche Stunden gespielt werden muss, selbst wenn es einem nicht gut geht? Und bleibt die Konzentration bis tief in die Nacht auf dem notwendigen Hochleistungsstand, oder schleichen sich vermeidbare Fehler und falsche Entscheidungen ein? Wie verkraftet man psychisch eine Pechsträhne? Selbst der beste Spieler muss Niederlagen hinnehmen. Wie er damit umgeht und welche Erfahrungen er daraus zieht, kann auf Dauer über die Karriere entscheiden.

Und obwohl es verlockend ist, sich ganz und gar auf eine Sache zu konzentrieren und diese mit aller Energie zu verfolgen, ist es wichtig, ein Leben jenseits von Pokerraum oder Konferenztisch zu haben.

Dazu gehört Disziplin und ein Gefühl für die eigenen Werte. Nur wer weiß, wo seine Grenzen sind und wann andere Dinge Priorität haben, wird rechtzeitig aussteigen und Feierabend machen, im Spiel wie im Berufsleben. Wer nur auf den eigenen Erfolg und die eigenen Interessen setzt, muss damit rechnen, zumindest im Privatleben unter dem Strich als Verlierer hervorzugehen.

Noch eine wichtige Lektion fürs Leben gehört zum erfolgreichen Pokerspiel dazu: Konzentration ist das A und O, und das erfordert Fitness und gesunde Ernährung. Pokerrunden und Turniere können sich über etliche Stunden hin erstrecken. So aktiv der Geist dabei sein muss, so wenig wird der Körper dabei trainiert. Das dauernde Sitzen lässt sich besser durchhalten, wenn zwischendurch Pausen eingelegt werden. Herum gehen, frische Luft schnappen, ein paar Streckübungen machen, kann helfen. Viele Profis legen Wert darauf, sich durch regelmäßigen Sport körperlich fit genug für Turniere zu halten. Das Essen sollte auch stimmen. Unser Gehirn ist für rund 20 Prozent unseres Energiebedarfs zuständig. Aber es kann nicht alles verwenden. Wer am Pokertisch auf fettige Pommes und Hamburger oder Pizza setzt, tut sich damit als Spieler keinen Gefallen. Wer geistig auf der Höhe bleiben will, sollte stattdessen Kohlenhydrate aus Getreiden, Hülsenfrüchten und Kartoffeln sowie Glukose aus Obst und Imbisse wie Haferflocken mit Trockenfrüchten und gemahlenen Mandeln oder Bananen-Toast zu sich nehmen. Wasser hält den Flüssigkeitsspiegel aufrecht. Wer dehydriert ist, kann sich schlechter konzentrieren. Wer sich gegen die Profikarriere entscheidet, kann von all diesen Angewohnheiten dennoch profitieren. Poker ist ein Spiel, von dem man auch fürs Leben lernt.

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