Paradigmenwechsel im Tech-Segment

Lange Zeit waren Aktienrückkäufe das Maß aller Dinge im Tech-Segment. Doch zuletzt haben immer mehr Unternehmen beschlossen, eine Dividende auszuzahlen.

(Foto: Unsplash+ In Zusammenarbeit mit Ave Calvar)

Lange Zeit waren Aktienrückkäufe das Maß aller Dinge im Tech-Segment. Doch zuletzt haben immer mehr Unternehmen beschlossen, eine Dividende auszuzahlen. Ein Paradigmenwechsel – zumindest zum Teil.

Erst war es die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) dann folgte vor wenigen Wochen auch die Google-Mutter Alphabet mit der Ankündigung, künftig eine Dividende auszuschütten. Hinzu kommen weitere Dividenden-Neulinge aus dem Tech-Segment, darunter Salesforce und Booking.com.

Allein die großen Technologieunternehmen werden für das kommende Jahr Dividenden in Höhe von ungefähr 53 Mrd. US-Dollar ausschütten. Diese Zahl liegt nahe an den 60 Mrd. US-Dollar, die vom britischen Leitindex FTSE 100 insgesamt erwartet werden. Eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass der FTSE 100 in der Vergangenheit für seine Erträge bekannt war.

Die Dividende wird jedoch durch die Höhe der Rückkäufe in den Schatten gestellt. Die großen Technologieunternehmen können in diesem Jahr Aktien im Wert von 315 Mrd. US-Dollar zurückzukaufen, was fast dem Fünffachen der Dividendenausschüttung entspricht. Die Vorliebe für Aktienrückkäufe ist demnach ungebrochen. Dennoch ist der Trend zur Dividende laut Cameron Shanks, Investmentanalyst bei Aegon Asset Management, ein wichtiges Signal für Investoren. Die Gründe sind klar:

„Die klassische Theorie besagt, dass Dividenden positive Nachrichten über den künftigen Cashflow eines Unternehmens vermitteln. Diese Theorie wird durch die positive langfristige Korrelation zwischen Dividendenwachstum und Aktienkursentwicklung gestützt.“

In der Finanzwissenschaft wird analog dazu die „Reifehypothese“ vertreten. Diese Theorie geht davon aus, dass Dividenden ein Signal für die Reifung des Finanzprofils eines Unternehmens sind, die sich in einem Rückgang des Risikos und einer zunehmenden Generierung freier Cashflows äußert. Die Wahrnehmung eines geringeren Risikos wirkt sich positiv auf die Kapitalkosten des Unternehmens aus, was wiederum zu einer höheren Bewertung der Aktie führt.

FAZIT

So oder so sind Dividendenzahlungen ein wichtiger Baustein der Geldanlage mit Aktien. Wichtig für die Gesamtrendite über die Laufzeit ist, dass diese auch reinvestiert werden – das ist der Vorteil von Aktienrückkäufen, diese führen einfach zu steigenden Kursen. Wer dagegen auf kontinuierliche Cash-Zuflüsse aus Aktien setzen möchte, kommt an Dividenden nicht vorbei.

In diesem Sinne, bleiben Sie weiter engagiert (an der Börse),

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