Bildquelle: Pressefoto Steinhoff International

Dem Möbelkonzern Steinhoff (WKN: A14XB9 / ISIN: NL0011375019) steht am Freitag eine turbulente Hauptversammlung bevor. Ob es danach für die Aktie aber besser ausschaut, darf bereits jetzt bezweifelt werden.

Die Liste der Probleme ist lang. Es geht um aufgeblähte Bilanzen, Milliardenschulden und Manager, die nicht ihr Geld Wert sind. Seit im letzten August erstmalig die Gerüchte aufgekommen waren, geht es mit der Steinhoff-Aktie nach unten. Die Folge: Aus dem MDAX-Titel wurde inzwischen ein SDAX-Wert. Und diese Zugehörigkeit wankt ebenfalls.

Steinhoff-Chart: boerse-frankfurt.de

Der Kursverlauf verdeutlicht es: Steinhoff-Aktien sind ein gewaltiger Kapitalvernichter. Kein Wunder, dass das Papier auf der „Liste der Schande“ zu finden ist.

Nachdem in der letzten Zeit versucht wurde, die ein oder andere Beteiligung zu verkaufen und so entstandene Löcher zu stopfen, steht morgen die Hauptversammlung auf dem Programm. Nach dem gestrigen Rücktritt von Aufsichtsrat Johan van Zyl steht auch in dieser Hinsicht eine turbulente Veranstaltung an. Wenn bei einem Unternehmen Führung und Aufsicht zur Disposition stehen und noch dazu auf Kapitalseite wenig Vertrauen in das Unternehmen zu spüren ist, kann man den Laden eigentlich zusperren. Ganz so einfach geht es aber nicht. Das operative Geschäft läuft ja weiter. Egal wie die zahlreichen Möbelketten in den jeweiligen Ländern auch heißen mögen. In Deutschland steht Poco für Steinhoff, selbst wenn Poco keine Mehrheitsbeteiligung von Steinhoff ist.

FAZIT. Aktionäre der ersten Stunde (Börsengang 2015) blicken auf ein Desaster – kein Wunder, dass es erste Klagen gegen die damals beteiligten Banken gibt. Als Privatanleger sollte man ehrlicherweise das Geld von damals als verloren einstufen. Ob alte Kurse jemals wieder erreicht werden, dürfte die Zeit zeigen. Vielleicht gelingt es durch eine Sanierung und eine Offenlegung der tatsächlichen Zahlen (zur Erinnerung; der letzte Jahresabschluss ist nur vorläufig) das Unternehmen auf gesunde Beine zu stellen. Auf der Hauptversammlung dürften dazu aber keine Schritte erfolgen. Für Neuengagements ist es daher definitiv zu früh. Wer bei einem solchen Unternehmen nun einsteigt, zockt. Das kann man gerne tun, hat aber mit seriösem Invetsieren nichts zu tun. Daher heißt für die meisten wohl weiterhin: Steinhoff meiden.

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot u.a. mit “marktEINBLICKE Auf die Schnelle” (Wochentags) und “marktEINBLICKE D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: Pressefoto Steinhoff International

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei