Bildquelle: markteinblicke.de

Der Kapitalmarkt ist keine Einbahnstraße. Im neunten Jahr des Bullenmarkts mehren sich zunehmend die Prophezeiungen eines möglichen Crashs oder zumindest nachhaltiger Kurskorrekturen. Bis dato haben wir aber im laufenden Jahr nichts Vergleichbares gesehen; bestenfalls einen Vorgeschmack bekommen. Die Verluste, zumindest im breitgefassten Index, halten sich in Grenzen. Das gute wirtschaftliche Klima spricht mitunter generell für eine Fortführung der Hausse, wohingegen insbesondere die politischen Querelen rund um den Erdball die Stimmung zeitweise eintrübten. Doch was heißt das nun für die Anleger?

In puren Aktionismus zu verfallen, ist sicher nicht die Lösung. Vielmehr sollten die Anleger starke Nerven beweisen, denn wer langfristig investiert bleibt, kann am Ende mehr von seinem Investment haben. Der Faktor Zeit, also möglichst langfristig investiert zu bleiben, ist entscheidend. Das gilt natürlich nicht immer und für jeden Einzeltitel, aber tendenziell für den breiten Markt. So hat beispielsweise der deutsche Aktienindex DAX zumindest in der Langfristbetrachtung eine stattliche Performance p.a. aufzuweisen. Dagegen bewahrheitet sich oftmals die alte Börsenregel: Hin und her – Taschen leer.

Der Deutsche Derivate Verband befragte in seiner jüngsten Trend-Umfrage gut informierte Anleger nach ihrem jeweiligen Anlagehorizont. Rund die Hälfte der Zertifikate-Käufer in Deutschland gab an, einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont zu verfolgen. Knapp ein Viertel lässt ihre Zertifikate sogar über mehrere Jahre im Portfolio und setzt die Kapitalmarktprodukte somit zum nachhaltigen Vermögensaufbau ein. Immerhin 27 Prozent geben eine Haltedauer von mehreren Monaten bis zu einem Jahr an. Rund ein Drittel der insgesamt 2.965 Umfrageteilnehmer gehört aber eher zu den kurzfristig orientierten Anlegern und gibt einen Anlagehorizont von ein paar Tagen bis zu wenigen Wochen an. Knapp 15 Prozent führen ihre jeweiligen Kauf- und Verkaufstransaktionen innerhalb eines Handelstags durch und gehören somit zu der Gruppe der Daytrader.

Mögen auch die Motive der Anleger unterschiedlich sein, so machen sich Stehvermögen und ein langer Atem beim Anlegen tendenziell bezahlt. Das ist für Investoren im Zuge der eigenen finanziellen Alterssicherung umso wichtiger.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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