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Tencent (WKN: A1138D / ISIN: KYG875721634) und Alibaba (WKN: A117ME / ISIN: US01609W1027) wollen ihre Tochtergesellschaften Tencent Music und Ant Financial an die Börse bringen. Das sollte deren Aktienkurse beflügeln. Ein Zertifikat vereint zehn chinesische Internettitel.

Der Musik-Streamingdienst Spotify (WKN: A2JEGN / ISIN: LU1778762911) hat einen starken Auftakt an der New Yorker Börse (NYSE) hingelegt. Mit 165,90 Dollar startete die Aktie des schwedischen Unternehmens Mitte April rund 26 Prozent über dem von der NYSE gesetzten Referenzkurs von 132 Dollar. Damit wurde das Unternehmen zum Auftakt insgesamt mit knapp 30 Mrd. Dollar bewertet. Spotify ist mit 71 Mio. zahlenden Abo-Kunden und 159 Mio. Nutzern insgesamt die klare Nummer eins im Musik-Streaming, schreibt allerdings seit seiner Gründung 2006 rote Zahlen. Im laufenden Jahr will Spotify die Marke von 200 Mio. Nutzern knacken, prognostiziert jedoch einen operativen Verlust von 230 bis 330 Mio. Dollar. Dennoch trauen viele Experten dem Unternehmen eine großartige Zukunft zu.

Der erfolgreiche Börsengang scheint Tencent Holdings zu inspirieren. Der chinesische Internetkonzern bereitet angeblich den Börsengang von Tencent Music vor. Er könnte in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 in den USA stattfinden. Tencent Holdings ist zu mehr als 50 Prozent an dem Mitte 2016 gegründeten Musik-Dienst beteiligt. Tencent Music betreibt die beliebte App QQ Music und erreichte vor kurzem die Marke von 700 Mio. aktiven Nutzern monatlich. Interessant: Ende vergangenen Jahres kauften Tencent Music und Spotify im Vorfeld der Börsennotierung Anteile am jeweils anderen Unternehmen. Durch den Deal kam Tencent Music auf eine Bewertung von 12,5 Mrd. Dollar. Beim Börsengang könnte sie auf das Doppelte anschwellen.

Tencent-Chart: boerse-frankfurt.de

Noch deutlich größer dürfte das geplante IPO von Ant Financial ausfallen. Am Markt wird schon länger spekuliert, dass die Alibaba-Tochter an die Börse gehen könnte. Marktbeobachter rechnen damit, dass es Ende 2018 soweit ist. Ant Financial entstand 2016 aus einem Spin-off von Alibaba. Zu dem Konglomerat zählt auch der größte chinesische Online-Payment Dienst Alipay, der 2004 ins Leben gerufen wurde. Als Vorbild diente der Online-Bezahldienst PayPal (WKN: A14R7U / ISIN: US70450Y1038).

Bei der jüngsten Finanzierungsrunde konnte Ant Financial geschätzt acht bis zehn Mrd. Dollar einsammeln. Nach Infos des Wall Street Journal stellt sich die Gesamtbewertung damit auf rund 150 Mrd. Dollar ein. Dies würde den Finanzdienstleister zum größten „Einhorn“ der Welt machen. So werden erfolgreiche, nicht börsennotierte Startups mit einer Bewertung von über einer Mrd. Dollar bezeichnet.

Die bevorstehenden Börsengänge von Tencent Music und Ant Financial könnten auch die Aktienkurse der Muttergesellschaften anschieben. Auch abgesehen davon stehen die chinesischen Internetkonzerne glänzend da. Als E-Commerce-Unternehmen muss Alibaba Vergleiche mit Amazon nicht scheuen, Tencent gilt als chinesische Version von Facebook. Dritter im Bunde ist Baidu (WKN: A0F5DE / ISIN: US0567521085) – das Pendant zur US-Suchmaschine Google.

Das Trio wird von der chinesischen Regierung großzügig gefördert: Die Firmen sind auserkoren worden, die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz – Baidu für autonomes Fahren, Alibaba für smarte Städte und Tencent für die Medizintechnik – anzuführen, die bis 2030 zu einem 150 Mrd. schweren Markt anwachsen sollen. Kurzum: Wer in die chinesische Internetbranche investieren will, kommt an dem Trio nicht vorbei. Mit dem Zertifikat (WKN: DB2CNT / ISIN: DE000DB2CNT8) auf den Solactive China Internet Index von der Deutschen Bank können Anleger von den hervorragenden Kurschancen profitieren.

Fazit: Wer von den hervorragenden Wachstumsaussichten der chinesischen Internetbranche profitieren will, kommt an den Aktien von Alibaba, Baidu und Tencent nicht vorbei. Der Solactive China Internet Index enthält neben diesen drei Titeln, die allein fast die Hälfte des Indexgewichts beanspruchen, die Aktien von sieben weiteren Unternehmen, die ebenfalls zu Chinas führenden Internetkonzernen zählen. Dividenden, die im Internetsektor zugegebenermaßen noch nicht sehr reichlich fließen, werden in den Index reinvestiert. Das zugehörige Zertifikat kommt von der Deutschen Bank und wurde im Juli 2009 aufgelegt. Die Verwaltungsgebühren liegen bei 1,5 Prozent pro Jahr. Eine Währungssicherung ist nicht beinhaltet. Somit müssen Anleger Wechselkursrisiken in Kauf nehmen, wobei die meisten Indexmitglieder in US-Dollar notieren. Aufgrund der bevorstehenden Börsengänge von Tencent Music und Ant Financial sollten auch die Aktienkurse der Muttergesellschaften Tencent und Alibaba profitieren.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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