Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

Über den österreichischen Aktienmarkt wurde lange gelächelt. Doch spätestens als 2017 der ATX alle großen Indizes outperformte, ist internationale Interesse da. Man sieht es immer wieder an den Stimmrechtsmitteilungen, jüngst etwa von CA Immobilien (WKN: 876520 / ISIN: AT0000641352) gehörte oder voestalpine (WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503).

Starker Markt. Der Wiener Leitindex ATX konnte zwischen Januar und Dezember 2017 stolze 30,6 Prozent zulegen. Er übertraf damit alle weltweit wichtigen Indizes – von Dow Jones (+25,7 Prozent), über DAX (+12,5 Prozent) bis zum Nikkei (+19,1 Prozent). Doch während Dow Jones und DAX in dieser Zeit sogar neue Allzeithochs erreichten, ist der ATX noch immer deutlich von seinem Allzeithoch aus dem Juli 2007 bei 4.982 Zählern weit entfernt. Schon allein dadurch ist noch jede Menge Luft nach oben. Seit Jahresanfang hat der Index zwar einen Ausbruchsversuch gestartet, der jedoch jäh unterbrochen wurde. Inzwischen notiert der ATX leicht über dem Jahresanfangsstand.

Neuer Großaktionär? Die voestalpine ist für ihre gute Investor Relations-Arbeit bekannt, daher ist es wenig verwunderlich, dass bei Stimmrechtsmitteilungen immer ganz genau hingesehen wird. Am 2. Mai teilte der Konzern nun mit, dass die Fonds der Beteiligungsgesellschaft BlackRock (WKN: 928193 / ISIN: US09247X1019) die Schwelle von 4 Prozent überschritten haben. Am 9. Mai wurde die Schwelle wieder unterschritten. Dieses Spiel wiederholte sich diese Woche erneut (über 4 Prozent, unter 4 Prozent).

„Es ist jedoch nicht so, dass sich hier ein neuer, großer strategischer Investor anbahnt“, erklärt Peter Fleischer, der Head of Investor Relations der voestalpine AG. „Die Beteiligung von BlackRock setzt sich vielmehr aus einer Reihe von passiven Investments zusammen. ‚Passiv‘ bedeutet z.B. über Fonds, die einen Index nachbilden. BlackRock ist ja der weltgrößte Anbieter von so genannten Exchange-traded Funds, kurz ETFs“.

Mit Hinweis auf eine ähnliche Meldung zur 4-Prozent-Anteilsüberschreitung durch BlackRock beim Immobilienkonzern CA Immobilien ergänzt Fleischer. „Damit liegt die Vermutung nahe, dass BlackRock sein Konto am österreichischen Aktienindex ATX aufgestockt hat und damit – mehr ungewollt als gewollt – auch bei uns die Meldeschwelle überschritt.“

Dass die ATX-Unternehmen nicht durch die Bank weg entsprechende Mitteilungen verschickten, dürfte unserer Meinung daran liegen, dass die Aktien von CA Immo und voestalpine international sehr geschätzt werden und nicht nur durch passive ATX-Indexinvestments in die Depots der (Fonds-)Investoren wandern.

voestalpine-Chart: boerse-stuttgart.de

Für die voestalpine heißt das: Der Großteil der Aktien befindet sich weiterhin in österreichischem Besitz. Größter Aktionär ist die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Die Mitarbeiter sind über die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung mit rund 14,5 Prozent am Unternehmen beteiligt und stellen den zweitgrößten Einzelaktionär dar. Drittgrößter Aktionär ist die Oberbank AG.

CA-Immobilien-Chart: boerse-stuttgart.de

Bei CA Immo hat sich ebenfalls nichts ergeben: Die Namensaktien werden von der Immofinanz Gruppe (WKN: 911064 / ISIN: AT0000809058) gehalten. Mit einer Beteiligung von 26 Prozent ist Immofinanz auch größter Aktionär der CA Immo. Die übrigen Aktien der CA Immo (rund 74 Prozent des Grundkapitals) befinden sich im Streubesitz von institutionellen und privaten Investoren.

FAZIT. Das Interesse von BlackRock dokumentiert wieder einmal das wachsende Interesse am österreichischen Aktienmarkt. Aufgrund der Größe und geringen Bekanntheit geht dies aber noch immer nur mit angezogener Handbremse. Mit einer Marktkapitalisierung der Top Five des ATX von rund 66 Mrd. Euro liegt man nur bei knapp der Hälfte des größten DAX-Titels SAP – zu fünft wohl gemerkt. Dennoch dürften Einzelinvestments in Österreich weiterhin en Vogue sein – erst recht, wenn es solche Erfolgsmeldungen, wie jüngst von der voestalpine, gibt.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: Pressefoto Börse Wien

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