Bildquelle: Pressefoto PNE Wind - Courtesy of PNE WIND AG

Pure New Energy, dafür steht PNE (WKN: A0JBPG / ISIN: DE000A0JBPG2) heute und das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt beim Entwickeln von Windparks. Während man einerseits im Auftrag von Windparkbetreibern tätig wird und bei diesen Projekten im Projektverlauf sog. Meilensteinzahlungen erhält für das Erreichen bestimmter fixierter Zwischenschritte, baut PNE auch für den eigenen Bestand. Zumindest vorübergehend.

Aus Anlegersicht ist dieser zweite Part des PNE-Geschäftsmodells schwierig, weil PNE große und kapitalintensive Windparks baut, diese aber nicht zeitnah nach Fertigstellung verkauft. Es fallen also die hohen Kosten an, aber es gibt selten dagegen stehende Erträge. Die fallen erst dann an, wenn es zum Paketverkauf kommt, der aber eben erst nach einigen Jahren erfolgt. In der Zwischenzeit muss man als Aktionär mit den vermeintlich schlechten Zahlen und der Unsicherheit leben, ob es mit dem Verkauf und den Gewinnen am Ende denn auch klappt. Und da Unsicherheit der Feind von Investoren ist, wird der Aktienkurs hierdurch auch belastet – was man ihm durchaus ansieht. Dass PNE an seiner Strategie dennoch festhält, hat natürlich handfeste Gründe…

PNE-Wind-Chart: boerse-stuttgart.de

No pain, no gain. Oder: anders ist nicht unbedingt besser
Wie PNE mit dem YieldCo-Verkauf gezeigt hat, funktioniert diese Strategie! Sie bringt sogar einen Zusatznutzen ggü. dem sofortigen Abverkauf fertiger Projekte an entsprechend kleinere Abnehmer. Denn PNE hat diese Eigenbestandsanlagen ja teilweise mehrere Jahre in Produktion gehabt und damit in Wartung und Bewirtschaftung. Wie auch beim AGI-Deal (YieldCo-Portfolio) ist daher die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man auch nach dem Verkauf für Bewirtschaftung verantwortlich bleibt und somit die entsprechende PNE-Tochter für viele Jahre Umsatz und Erträge einfährt.

Des Weiteren hat PNE durch Bündelung eines großen Portfolios den Vorteil, dass man nicht nur an regionale Player verkaufen kann, sondern eben auch an große Investoren mit entsprechend hohem Investitionsbedarf. PNE hat also eine größere Anzahl an Interessenten, denn sie könnten zur Not ja auch die einzelnen Projekte aufteilen und in kleineren Chargen abverkaufen, währen die großen Investoren weltweit nur eine Handvoll Projekte haben, die für ihre Bedarfe groß genug sind. Dem entsprechend bedeutet hier größere Menge nicht größeres Angebot und folglich niedrigere Preise, sondern eher umgekehrt. Alle großen Investoren brauchen große Projekte, um auf einen Schlag stark zu wachsen – und PNE bedient diese Nachfrage.

Der Wind hat sich gedreht
Der Unterschied zu „vor dem YieldCo-Verkauf“ ist allerdings, dass PNE heute nicht mehr finanziell und bilanziell mit dem Rücken an der Wand steht und es nicht mehr nur hop oder top gibt. Vor anderthalb Jahren musste PNE unbedingt Erfolg haben mit dem Verkauf, weil man sonst die Grätsche gemacht hätte.

Diese Unsicherheit gibt es heute nicht mehr, denn durch den YieldCo-Verkauf ist PNE finanziell sehr gut aufgestellt und die diversen Projekte sind durchfinanziert bzw. es bestehen keine Zweifel daran, weil PNE wieder kreditwürdig ist. Das zeigt sich auch daran, dass man die teure 100-Mio-Anleihe abgelöst hat und durch eine nur halb so hoch verzinste 50-Mio-Anleihe ersetzt hat. Der neue Bond mit einem Volumen von 50 Mio. Euro ist am 2. Mai 2023 fällig und der jährliche Zinssatz beläuft sich auf 4,0%. PNE kann die Anleihe zwischen dem 2. Mai 2021 und dem 1. Mai 2022 zu 102% sowie ab dem 2. Mai 2022 zu 101% kündigen. Creditreform bewertet PNE mit BB…

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Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto PNE Wind – Courtesy of PNE WIND AG

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