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Während die amerikanische Notenbank beim Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik bereits weit voranschreitet, schwindet durch die politischen Wirren Italiens die Wahrscheinlichkeit, dass es ihr die Europäische Zentralbank zeitnah gleichtun wird. Wir sind an dem Punkt im geldpolitischen Zyklus angelangt, an dem eigentlich die Stabübergabe von der Geld- zur Fiskalpolitik stattfinden sollte.

Aber die Eurozone steht ohne gemeinsame Ideen da, wie es wirtschaftlich weitergehen soll. Diese – wie es die EZB im Protokoll der letzten Sitzung formulierte – „erhöhte Unsicherheit“ wird durch ein hohes Maß an Liquidität zugedeckt. Das ist auch der Grund, warum die Wirren um die politische Situation in Rom nicht zu allgemeinen Verwerfungen an den Börsen führen.

Firmen, die längst pleite wären, machen weiter, während Anleger, die in normalen Phasen mit dann höheren Zinsen wahrscheinlich längst in Anleihen umgeschichtet hätten, weiter Aktien kaufen. Das verzerrt den Gesamteindruck, der besser wirkt, als er eigentlich ist. Am Ende bleibt aber wegen der hohen Liquidität und der Aussicht, dass sich daran in naher Zukunft nichts ändern wird, aus rein pragmatischen Gesichtspunkten ein positiver Ausblick für Aktien.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: CMC Markets / markteinblicke.de

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