Bei Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) rückt die Bekanntgabe der Q3-Zahlen immer näher. Anleger schauen gespannt hin. Schließlich gehört die Bilanzvorlage beim Streaming-Anbieter inzwischen zu den frühen Highlights einer jeden Berichtssaison.
Steigende Erwartungen
Zwar scheinen Anleger weiterhin an den Erfolg des inzwischen führenden Streaming-Anbieters zu glauben, allerdings ist die Aktie zuletzt sehr gut gelaufen, sodass einige Marktteilnehmer Zweifel im Hinblick auf die Bewertung angemeldet haben.
Wenn es um den bereinigten Gewinn je Aktie geht, erwarten Analysten laut FactSet für das abgelaufene Quartal im Schnitt einen Wert von 5,09 US-Dollar. Dies würde einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 3,73 US-Dollar bedeuten.
Außerdem wäre es ein Zeichen, dass das Management beim Thema Margenverbesserungen weiterhin ernst macht. Die Umsatzschätzungen bewegen sich bei 9,76 Mrd. US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Netflix einen Wert von 8,54 Mrd. US-Dollar erreicht

Bei den Preisen geht noch was
J.P. Morgan-Analyst Doug Anmuth bleibt vor der Bekanntgabe des Q3-Berichts positiv für Netflix-Aktien gestimmt. Allerdings erkennt er „erhöhte Erwartungen“ an, da die Aktie seit den Tiefstständen im August um 17 Prozent gestiegen sei und sich auf einem Allzeithoch befinden würde. Dennoch bleibt man bei J.P. Morgan optimistisch, dass der Streaming-Anbieter in den Jahren 2024 und 2025 ein Umsatzwachstum im mittleren Zehnerbereich und im Jahr 2026 im niedrigen zweistelligen Bereich erzielen, die Margen weiter ausbauen und ein mehrjähriges Wachstum des Free Cashflows erreichen könne. Bei einem Aktienkurs von 721,00 US-Dollar, strotz ein Kursziel von 750,00 US-Dollar nicht gerade vor Selbstbewusstsein.
Matt Farrell, Analyst bei Piper Sandler, erhöht das Kursziel für Netflix von 650,00 auf 800,00 US-Dollar. Zudem wird das Rating von „Neutral“ auf „Overweight“ geändert. Netflix ist aus Analystensicht der klare Marktführer im Bereich Streaming. Die vorherige neutrale Haltung habe sich vor allem auf die Bewertung der Aktie bezogen, aber jetzt wüsste man, dass das Unternehmen „aus gutem Grund teuer“ sei. Im werbefreien Geschäft gibt es laut Analystenmeinung immer noch Hebel, die gezogen werden müssen (vor allem in Bezug auf die Preisgestaltung), während das werbefinanzierte Geschäft weitgehend risikofrei geworden sei.
Mein Fazit
An unserer Einschätzung zu Netflix hat sich wenig geändert. Als Sieger in den „Streaming Wars“ eröffnen sich Netflix nun ganz neue Wachstumsmöglichkeiten. Damit zahlt sich auch die frühe Konzentration auf das Thema Streaming aus, während viele Konkurrenten erst spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind. Netflix hat lange darauf gewartet, dies Früchte ernten zu können. Nun ist es so weit
Anleger, die nicht nur auf Netflix, sondern auf mehrere Unternehmen mit Bezug zum Wachstumsmarkt Technologie setzen möchten, sollten sich das Indexzertifikat auf den Tech-Giganten Index (WKN: DA0AC4 / ISIN: DE000DA0AC47) anschauen.








