Die aktuelle Börsenwoche wird unter anderem dominiert sein von der Nachrichtenlage rund um die großen Tech-Konzerne und deren Bilanzen.
Die Google-Muttergesellschaft Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079) wird unter anderem am Dienstag mit dem Zahlenreigen beginnen. Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045) wird dann die Anleger am Mittwoch über das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 informieren. Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) wiederum wird voraussichtlich am Donnerstag seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal veröffentlichen. Dazukommen Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) und Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) hinzu. Das bedeutet:
In nur drei Tagen legen also fünf Schwergewichte Bilanzen vor. Zur Erinnerung – gemeinsam sind diese Firmen sechsmal so wertvoll wie der gesamte DAX und prägen somit den internationalen Aktienmarkt erheblich und ihre ihre Kursentwicklung beeinflusst den Gesamtmarkt stark.
Big Tech als Schlüsselfaktor
Für das dritte Quartal wird erwartet, dass die großen Tech-Firmen maßgeblich zum Gewinnwachstum des S&P 500 beitragen. Während für die „Magnificent 7“ ein Gewinnanstieg von 18,1 Prozent im Jahresvergleich prognostiziert wird, soll der gesamte S&P 500 nur um 3,4 Prozent zulegen.
Ohne die „Magnificent 7“ würde das Gewinnwachstum im S&P 500 lediglich 0,1 Prozent betragen, was die Bedeutung dieser großen Tech-Firmen für den Gesamtindex verdeutlicht. Nvidia und Alphabet zählen laut eToro dabei voraussichtlich zu den fünf größten Treibern des allgemeinen Gewinnanstiegs.
Der Blick geht nach vorne
Für Investoren ist neben den Quartalszahlen auch der Ausblick besonders wichtig, da die rasanten Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) große Kosten und Investitionen erfordern.

Fragen nach Kostenentwicklung und potenziellen Verzögerungen stehen im Raum, ebenso wie der Zeitplan für die Monetarisierung von KI-Projekten. Bei den einzelnen Unternehmen treten darüber hinaus verschiedene Schwerpunkte hervor, die für Investoren relevant sind.
Das immer wichtiger werdende Cloud-Geschäft
Amazon und Microsoft stehen im Cloud-Geschäft in direkter Konkurrenz, wobei AWS und Azure um das stärkste Wachstum konkurrieren. Apple setzt weiterhin auf die Dynamik der iPhone-Verkäufe, die fast die Hälfte seines Umsatzes ausmachen.
Am 28. Oktober wird außerdem Apple Intelligence, ein KI-Assistent, in den USA eingeführt. Auch Meta AI und Googles Gemini verdienen Beachtung, da beide Firmen ihre KI-Pläne ambitioniert vorantreiben. Gleichzeitig sind die Werbeeinnahmen von Meta und Alphabet sowie Amazons E-Commerce-Umsätze wichtige Indikatoren für das Verbraucherverhalten.
Unterschiedliche Erholung nach Sommer-Tiefs
Ein Blick auf die Kursentwicklung der großen Tech-Aktien zeigt, dass nicht alle einheitlich performen. Die Kurserholung nach den Sommer-Tiefs fällt unterschiedlich aus.
Meta führt mit +30 Prozent das Feld an, gefolgt von Amazon (+24 Prozent) und Apple (+21 Prozent), die jeweils den breiten Markt (S&P 500 und DAX, jeweils +14 Prozent) klar übertreffen.
Im Vergleich dazu hinken Alphabet und Microsoft mit Anstiegen von 13 bzw. 11 Prozent leicht hinterher. Diese Entwicklung zeigt, dass Anleger trotz Turbulenzen optimistisch bleiben und in den Kursrückgängen neue Einstiegsmöglichkeiten gesehen haben.
Warum Apple eine Sonderrolle innehat
Spannend wird es auch bei Apple, einer unserer Baustein-Aktien: Wird Apples Suite für künstliche Intelligenz die Art und Weise, wie Menschen Dinge tun, revolutionieren oder nur in Vergessenheit geraten? Was wird Apple dazu am Donnerstag sagen können?
Bei Morningstar ist man derzeit der Ansicht, dass die „Apple-Aktie im Vergleich zu unserer langfristigen Fair-Value-Schätzung von 185 US-Dollar pro Aktie überbewertet ist“ – und verweist auf ein bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2024 von 28, ein Unternehmenswert-Umsatz-Verhältnis für das Geschäftsjahr 2024 von 7 und eine freie Cashflow-Rendite für das Geschäftsjahr 2024 von 4 Prozent.

Dennoch muss man bei Morningstar wiederum zugeben, dass Apple eben über diesen berühtigten „Burggraben“ verfügt, der auch von Warren Buffett gerne zitiert wird: Einen breiten Graben, der im Falle von Apple sich aus Kundenwechselkosten, immateriellen Werten und einem Netzwerkeffekt ergibt:
„Wir sind der Ansicht, dass Apples iOS-Ökosystem weitreichende Ranken in die Geldbörsen der Kunden ausstreckt und die Kunden mit Software-Funktionen und Integration über verschiedene Geräte wie iPhone, Mac, iPad, Apple Watch und mehr verwurzelt“, so William Kerwin von Morningstar und ergänzt, dass man zudem einen positiven Kreislauf zwischen Apples wohlhabendem Kundenstamm und seinem riesigen Ökosystem von Entwicklerpartnern sehe.
„Diese Quellen des Wassergrabens sorgen für eine hohe Rentabilität und Rendite auf das investierte Kapital. Unserer Ansicht nach kann Apple diese Quellen nutzen, um in den nächsten 20 Jahren höchstwahrscheinlich kontinuierliche wirtschaftliche Gewinne zu erzielen.“
Das marktEINBLICKE-Fazit
Die großen Tech-Werte werden nach wie vor das Börsengeschehen massiv beeinflussen – egal wie die eine oder andere Bilanz in den kommenden Tagen ausfallen wird. Das Beispiel Apple und dessen langfristiger Kursverlauf zeigt eindrucksvoll auf, wohin die Reise geht – allen Wirtschaftskrisen, teils schwachen Quartalsbilanzen oder Analystenabstufungen zum Trotz.
Anleger, die gleich auf mehrere Unternehmen mit Bezug zum Wachstumsmarkt Technologie setzen möchten, sollten sich das Indexzertifikat auf den Tech-Giganten Index (WKN: DA0AC4 / ISIN: DE000DA0AC47) anschauen.








