Bildquelle: Pressebild DÜRR AG

Für Anleger der Dürr-Aktie (WKN: 556520 / ISIN: DE0005565204) gibt es bald ungewohnte „Geschenke“. In wenigen Tagen gibt es Gratisaktien im Verhältnis 1:1. Für Anleger ein Grund genauer hinzusehen.

Konkret erhalten alle Dürr-Aktionäre am 22. Juni 2018 die Anzahl an Dürr-Aktien, die sie am 21. Juni 2018 abends besitzen, nochmals zusätzlich in ihr Depot gebucht. Die Zuteilung erfolgt am 22. Juni 2018 automatisch mittels Girosammeldepot-Gutschrift. Die Aktionäre müssen nichts veranlassen, die Zuteilung ist für sie kostenfrei, so teilte Dürr heute mit.

Durch die Ausgabe der Gratisaktien wird sich die Gesamtzahl der Dürr-Aktien von 34.601.040 auf 69.202.080 verdoppeln. Der Kurs der Dürr-Aktie wird sich dementsprechend am 22. Juni rechnerisch halbieren. Der Beteiligungsanteil jedes Aktionärs bleibt unverändert, genauso wie die Bewertungsrelationen der Dürr-Aktie. Die neuen Aktien sind rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 gewinnberechtigt.

Voraussetzung für die Ausgabe der Gratisaktien war die Verdoppelung des Grundkapitals von 88,6 Mio. Euro auf 177,2 Mio. Euro im Wege einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Dabei wurden offene Rücklagen in Grundkapital umgewandelt. Die Höhe des Eigenkapitals von 926,8 Mio. Euro (per 31. März 2018) blieb unverändert. Ziel dieser Maßnahme ist es die Aktie liquider und für Investoren noch attraktiver zu machen.

Dieser Schritt steht damit in bester Tradition zu den zuletzt guten Nachrichten des MDAX-Konzerns. Mitte Mai hatte Dürr bereits auf vergleichbarer Basis gute Quartalszahlen und einen gewachsenen Auftragseingang gemeldet. Für 2018 blickt man außerdem positiv gestimmt in die Zukunft. So erwartet Dürr für 2018 einen Umsatz von 3,7 bis 3,9 Mrd. Euro. Damit wird der Umsatz voraussichtlich höher ausfallen als 2017, obwohl die veräußerte Ecoclean-Gruppe im ersten Quartal 2017 noch 45,8 Mio. Euro beisteuerte. Der Auftragseingang soll 3,6 bis 3,9 Mrd. Euro erreichen. Die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge des Konzerns dürfte im Jahr 2018 7,4 bis 7,8 Prozent erreichen und damit auf dem Vorjahresniveau liegen. Nach Sondereffekten soll die EBIT-Marge eine Bandbreite von 7,0 bis 7,5 Prozent erreichen. Zu berücksichtigen ist, dass das EBIT im Jahr 2017 positive Sondereffekte enthielt (7,8 Mio. Euro). Für 2018 erwartet Dürr Sonderaufwendungen von voraussichtlich 15 bis 20 Mio. Euro, davon dürften 5 bis 10 Mio. Euro auf FOCUS 2.0 entfallen.

Anfang Juni meldete Dürr eine überraschende Übernahme in den USA, wodurch ein führender Anbieter umwelttechnischer Anlagen zur industriellen Abluftreinigung entsteht. Dazu übernimmt der Konzern das industrielle Umwelttechnikgeschäft von Babcock & Wilcox Enterprises, Inc. (B&W). „Durch die Akquisition entsteht ein führendes Unternehmen mit rund 400 Mio. Euro Umsatz und dem breitesten Technologie- und Service-Spektrum im Wettbewerb. Die globale Aufstellung des neu gebildeten Bereichs bietet eine hervorragende Basis für Wachstum in den nächsten Jahren“, erklärt Dr. Jochen Weyrauch, der im Vorstand der Dürr AG neben dem Lackieranlagengeschäft auch für das Umwelttechnikgeschäft und für Mergers & Acquisitions zuständig ist. Der Kaufpreis wird auf Basis des Unternehmenswerts der drei übernommenen Gesellschaften in Höhe von rund 110 Mio. Euro ermittelt. Der Vollzug der Transaktion ist für das dritte Quartal 2018 geplant.

FAZIT. Bei Dürr läuft das Geschäft nach dem Verkauf der Ecoclean-Gruppe gut. Die Übernahme des Umwelttechnikgeschäfts von Babcock & Wilcox passt dabei ins Bild. Dies führte zudem bei der britischen Investmentbank HSBC dazu, die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochzustufen (Kursziel: 107 Euro). Mit der nun vorgesehenen Ausgabe von Gratisaktien wird die Dürr-Aktie optisch billiger und damit auch attraktiver. Im Zuge der nahenden Umgestaltung der Indexwelt der Deutschen Börse ist das der richtige Schritt.

Alternativ zu einer Direktanlage bietet sich auch ein HVB Mini Future Bull auf Dürr (WKN: HU8BNB / ISIN: DE000HU8BNB8) an. Wer jedoch bei Dürr Short gehen möchte, hat mit einem entsprechenden HVB Future Bear auf die Aktie des Automobilzulieferers (WKN: HU81PL / ISIN: DE000HU81PL3) die Gelegenheit von fallenden Kursen zu profitieren.

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