Bildquelle: Pressefoto MediaMarktSaturn

Bei der CECONOMY-Aktie (WKN: 725750 / ISIN: DE0007257503) kommt weltmeisterliche Stimmung auf, nachdem das Russlandgeschäft verkauft werden konnte. Ob der Jubel aber nachhaltig ist, darf nach dem Absturz zu Beginn der Woche bezweifelt werden.

CECONOMY gab am Mittwoch bekannt, dass ihre Mehrheitsbeteiligung Media-Saturn-Holding GmbH mit einer Gesellschaft der russischen Safmar-Gruppe einen Vertrag über den Erwerb eines Anteils in Höhe von 15 Prozent an der börsennotierten PJSC M.video abgeschlossen hat. M.video ist der führende russische Händler für Consumer Electronics. M.video soll in der Folge der European Retail Alliance beitreten und neben MediaMarktSaturn und Fnac Darty das dritte Mitglied der Allianz werden.

Mit dem Schritt wird Media-Saturn-Holding zugleich das gesamte, defizitäre russische MediaMarkt Geschäft los. Insgesamt zahlt Media-Saturn-Holding einen Kaufpreis in Höhe von heute umgerechnet ca. 258 Mio. Euro. Abhängig von der zukünftigen Entwicklung bestimmter Finanzkennzahlen von M.video kann sich dieser Kaufpreis um bis zu heute umgerechnet ca. 86 Mio. Euro reduzieren. Die Transaktion wird die operativen Verluste des russischen Geschäfts von Media-Saturn-Holding vollständig eliminieren und steht somit im Einklang mit der strategischen Agenda der CECONOMY. Gleichzeitig wird sie Media-Saturn-Holding erlauben, an der zukünftigen Wertentwicklung von M.video teilzuhaben.

Nach derzeitigem Stand auf Basis der zum 31. März 2018 vorliegenden Zahlen ergibt sich aus der Transaktion insgesamt voraussichtlich ein einmaliger negativer Effekt in Höhe von rund 250 Mio. Euro auf das Nettoergebnis der CECONOMY. Dieser wird zusammen mit dem laufenden operativen Ergebnis des abgehenden russischen Geschäfts als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen werden.

Aufgrund der Dekonsolidierung des defizitären russischen Geschäfts kommt es zu einer technischen Anpassung der Prognose für das Ergebnis (ohne Berücksichtigung der Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an Fnac Darty S.A. sowie ohne Berücksichtigung der nicht fortgeführten Aktivitäten) des laufenden Geschäftsjahres 2017/18. Beim EBITDA erhöht sich die Vergleichsbasis des Geschäftsjahres 2016/17 von 704 Mio. Euro auf 717 Mio. Euro, beim EBIT von 471 Mio. Euro auf 498 Mio. Euro. Aufgrund dieser erhöhten Vergleichsbasis und ohne die für das Geschäftsjahr 2017/18 erwartete Ergebnissteigerung des russischen Geschäfts in Höhe eines niedrigen zweistelligen Mio. Euro Betrags, erwartet CECONOMY sowohl beim EBITDA als auch beim EBIT nunmehr eine Steigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

FAZIT. Nachdem zu Wochenanfang noch die Aussicht auf eine 10-prozentige Kapitalerhöhung den Kurs belastet hatte, ist dies heute kein Thema mehr, obwohl CECONOMY diese Maßnahme noch immer nicht ausgeschlossen hat. Vor diesem Hintergrund muss man also die aktuelle Transaktion sehen. Independent Research hat daher bspw. das Kursziel von 9 auf 8 Euro gesenkt. Generell ist eine Konsoliederung des Geschäfts und das Fokusieren auf ertragreiche Geschäft positiv zu werden. Gleichzeitig hat CECONOMY weiterhin das Problem der Konkurrenz aus dem Internet. Dessen ungeachtet ist man bei der HSBC weiterhin positiv gegenüber CECONOMY eingestellt („Buy“, Kursziel: 12,50 Euro).

Wer von einem Anstieg der CECONOMY-Aktie ausgeht, kann mithilfe passender Hebelprodukte (WKN: HU9CPB / ISIN: DE000HU9CPB9 ) sogar überproportional von steigenden Kursen profitieren. Für Shorties existieren ebenfalls genügend passende Produkte auf CECONOMY (WKN: HX0VVF / ISIN: DE000HX0VVF4).

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