Bildquelle: Pressefoto ProSiebenSat.1 Media SE

Seit der Einführung seiner Online-Videothek Maxdome im Jahre 2006 versucht ProSiebenSat.1 (WKN: PSM777 / ISIN: DE000PSM7770) vergebens die Wohnzimmer in Deutschland zu erobern. Jetzt startet Deutschlands größte private Senderkette den nächsten Versuch, den Marktführern Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) und Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) die Kunden abzujagen.

Der MDAX-Konzern teilte am Montag mit, in Zusammenarbeit mit dem US-Medienkonzern Discovery den gemeinsamen Aufbau einer „führenden lokalen Streaming-Plattform“ zu planen. Die Plattform will das Unternehmen auf die „Wünsche der Zuschauer“ zuschneiden. So soll die neue Plattform gleich mehrere Dienste vereinen. Zum einen wird die 7TV-App, mit der man verpasste Sendungen der Sendergruppe ProSiebenSat.1 nachholen kann, enthalten sein. Auch soll der Video-on-Demand-Dienst Maxdome integriert werden. Schließlich bringt der US-Medienkonzern Discovery den Eurosport Player ein, der unter anderem Übertragungen der Freitagsspiele der Fußball-Bundesliga enthält.

Der Mitteilung zufolge soll die Plattform in der ersten Jahreshälfte 2019 an den Start gehen. Als Ziel setzt sich der Konzern zehn Millionen Nutzer in den ersten zwei Jahren. Im Gegensatz zum Flatrate-Modell der US-Anbieter, wollen die Partner neben einem werbefinanzierten Angebot ein werbefreies Paket zu „attraktiven Preisen“ anbieten.

Aufruf an alle anderen Sender mitzumachen

Der neue ProSiebenSat.1-Chef Max Conze erklärte mit Blick auf die Wettbewerber: “Ich lade hiermit RTL , ARD und ZDF ein, mit uns gemeinsam einen deutschen Champion zu schaffen“. RTL-Chef Bert Habert erklärte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Montag: „Wir sind für Partnerschaften in einzelnen Bereichen sehr offen.“ Mit Google , Facebook und Netflix als Konkurrenten in Europa sollten sich die Sender gemeinsam Optionen erarbeiten. Bereits vor einem halben Jahr sprach sich der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm für eine deutsche oder europäische Internet-Allianz von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern aus. Im Mai lobte ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Conrad Albert den Vorstoß des ARD-Vorsitzenden und erklärte: “Wir brauchen deutsche und europäische Alternativen zu Netflix, Amazon Prime oder YouTube. Wir müssen mehr gemeinsam Hand in Hand machen, gerade auf der Inhaltsebene.“

 

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Bildquelle: Pressefoto ProSiebenSat.1 Media SE

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