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Im Handelskonflikt geht es momentan fünf Schritte vor und einen zurück. Und mit jedem Schritt vorwärts wird der Druck erhöht. Die Politik aus dem Weißen Haus bleibt erratisch, womit sich der, der Aktienpositionen aufbaut, unter ein baumelndes Damoklesschwert stellt, das jederzeit auf den Markt herabfallen kann. Derzeitige Engagements bleiben ein Spießrutenlauf hinsichtlich möglicher wirtschaftlicher Folgen ungewissen Ausmaßes und der Tatsache, dass sich viele Marktteilnehmer wegen der Sommerpause zurückgezogen haben. Die chinesische Regierung hat ihre Art von Vergeltungs-Zoll entdeckt. Peking hat die eigene Währung seit Mitte des Monats um vier Prozent abgewertet, was quasi einem Strafzoll auf alles in dieser Höhe gleichkommt.

Gestern erlebte der Deutsche Aktienindex ein wildes Hin und Her und steht jetzt genau wieder dort, wo er auch schon einen Tag zuvor stand. Weder Käufer noch Verkäufer wollten am Ende klein beigeben. Heute nun sendet der Markt ein paar zaghafte Signale der Erholung und konnte die Verluste kurz nach der Eröffnung schon wieder wettmachen. Jetzt sind alle Augen auf den zweiten Teil der Ergebnisse des Banken-Stresstests der US-Notenbank gerichtet. Hier könnte es auch neue Impulse für den DAX geben, zumal die Aktie der Deutschen Bank (WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008) gestern auf ein neues Allzeittief gefallen ist.

Der US-Ölpreis drängt weiter nach oben. Es ist fast so, als hätte das OPEC-Treffen nie stattgefunden. Tatsächlich scheint der Markt angenommen zu haben, dass China weiter iranisches Öl kaufen wird, auch wenn die westlichen Länder Sanktionen erheben. Mit der Androhung, Länder zu sanktionieren, die bis Anfang November ihre Ölimporte aus dem Iran nicht auf null gesenkt haben werden, wird Iran Teil des Handelskonflikts. Washington scheint gewillt zu sein, einmal Sicherheitsbedenken bei der Technologie und ein anderes Mal Terrorfinanzierung und geopolitische Gründe vorzuschieben, um sich im Handelskonflikt einen Vorteil zu verschaffen.

Jochen StanzlEin Beitrag von Jochen Stanzl

Er ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, Frankfurt. Davor war Jochen Stanzl über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

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