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Eine Erfolgsgeschichte wird 30. Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, wurde am 1. Juli 1988 beim Stand von 1.163 Punkte ins Leben gerufen. Fast 12.000 Punkte höher ist er einer der bekanntesten und wichtigsten Indizes der Welt.

Bunter Hund. Die 30 im DAX enthaltenen Titel repräsentieren rund 75 Prozent des gesamten Grundkapitals inländischer börsennotierter Aktiengesellschaften und etwa 85 Prozent der in deutschen Beteiligungspapieren getätigten Börsenumsätze. Mehr als 90 Prozent der Deutschen kennen laut einer Umfrage der Aktion pro Aktie den DAX – erstaunlich viel, wie wir meinen. Über die Hälfte der deutschen Bevölkerung glaubt sogar, dass es den DAX schon seit mindestens fünfzig Jahren gibt. Aber vielleicht fehlt den Deutschen hierbei auch schlicht der Bezug zum Index selbst, denn die Deutschen sind bekanntlich keine Aktienfans. Aber das kann sich ja noch ändern. Zunächst ein Blick zurück.

Der Ur-DAX. Bereits 1988 bestand der deutsche Leitindex aus 30 Werten. Ein Großteil der ersten Garde ist auch heute noch Bestandteil des DAX – entweder direkt oder durch, Verkäufe, Fusionen und Übernahmen. Zudem finden sich in anderen Indizes wie dem MDAX oder TecDAX Abspaltungen damaliger DAX-Konzerne. Und: Während Markenname von damals auch heute noch bestehen, verbirgt sich hinter manchem Namen längst nicht mehr das, was es vor 30 Jahren war.

Hier eine Übersicht des Ur-DAX inklusive der damaligen Anteilsverteilung.

DAX-Wert 1988 Anteile DAX Entwicklung in der Geschichte
1 Allianz 8,41 %
2 BASF 6,95 %
3 Bayer 8,07 % Konzern aufgespalten, heute: u.a. Bayer AG, Lanxess AG, Covestro AG
4 Bayerische Hypobank 2,45 % heute: UniCredit Bank AG, gehört zu UniCredit S.p.A.
5 Bayerische Vereinsbank 1,53 % heute: UniCredit Bank AG, gehört zu UniCredit S.p.A.
6 BMW 3,29 %
7 Commerzbank 2,18 %
8 Continental 0,81 %
9 Daimler-Benz 11,92 % Konzern aufgespalten, heute: u.a. Daimler AG, Airbus S.A., Bombardier Inc., MTU Aero Engines AG, 3W Power S.A., PSI AG,
10 Degussa 1,13 % heute: Evonik Degussa GmbH, gehört zu Evonik Industries AG
11 Deutsche Babcock 0,52 % Konzern nach Insolvenz aufgelöst, heute: u.a. Bilfinger SE
12 Deutsche Bank 6,74 % Konzern aufgespalten, heute: u.a. Deutsche Bank AG, DWS Group GmbH & Co. KGaA
13 Dresdner Bank 2,98 % heute: Übernahme und Eingliederung in die Commerzbank AG
14 Feldmühle Nobel 0,83 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. GEA Group AG, Stora Enso Oyj
15 Henkel 0,83 %
16 Hoechst 6,86 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. Celanese Corp., Sanofi S.A.
17 Karstadt 1,51 % Konzern nach Insolvenz aufgelöst, heute: u.a. Karstadt Warenhaus GmbH, gehört zu Signa Holding
18 Kaufhof 1,59 % heute: Galeria Kaufhof GmbH, gehört Hudson’s Bay Company
19 Linde 1,22 %
20 Lufthansa 1,59 %
21 MAN 0,92 % heute: mehrheitlich im Besitz der Volkswagen AG
22 Mannesmann 1,26 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. Vodafone Group Plc., Salzgitter AG
23 Nixdorf 1,52 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. Siemens AG, Diebold Nixdorf AG
24 RWE 4,55 %
25 Schering 0,98 % heute: Bayer Pharma AG, gehört zu Bayer AG
26 Siemens 8,37 % Konzern aufgespalten, heute: u.a. Siemens AG, EPCOS AG (gehört zu TDK Corp.), Infineon Technologies AG, Osram Licht AG, Siemens Healthineers AG
27 Thyssen 1,60 % heute: ThyssenKrupp AG
28 VEBA 5,05 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. E.ON SE, Fortum Oyi
29 VIAG 1,02 % Konzern aufgelöst, heute: u.a. E.ON AG, Forum Oyi, Telefónica Deutschland Holding AG
30 Volkswagen 3,30 %
Quelle: eigene Recherchen, brokervergleich.de

 

Starke Performance. Die Entwicklung seit 1988 kann sich sehen lassen. Dabei hat sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer mehr als verzehnfacht – trotz gelegentlicher Rückschläge, wie der Dotcom-Blase, 9/11 oder der Finanz- und Eurokrise. Ein Blick auf den Chart verrät es:

Einige Highlights. Der größte Tagesgewinn belief sich auf 11,4 Prozent, am 13. Oktober 2008. Am 16. Oktober 1989 wurde mit 12,8 Prozent der höchste Tagesverlust der Geschichte erzielt. Den größten Jahresverlust erleidet der DAX im Jahr 2002. Damals brach der DAX um 44 Prozent ein. Im Jahr 1997 wurde mit 47 Prozent der höchste Jahresgewinn erzielt.

Die Renditeerwartungen. Nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts im sogenannten DAX-Rendite-Dreieck lagen die jährlichen Renditen für 20-Jahres-Anlagezeiträume im DAX historisch betrachtet im Schnitt bei rund 9 Prozent. Das eingesetzte Vermögen verdoppelt sich bei dieser Wertentwicklung etwa alle 8 Jahre.

Verluste mussten die Anleger über solche Langfrist-Zeiträume in der Vergangenheit gar nicht fürchten. Im Gegenteil: Im schlechtesten vom Rendite-Dreieck erfassten 20-Jahreszeitraum lag die jährliche Rendite immerhin bei fast 6 Prozent. Für die Verdoppelung des Vermögens benötigte der Anleger dann rund 13 Jahre.

FAZIT. Trotz dieser guten Aussichten, halten sich die Deutschen nach wie vor bei der Aktie zurück. Der größte Knackpunkt ist für uns die staatliche Ablehnung der Aktie – bzw. nennen wir es Missachtung der Anlageform Aktie. Zumindest, wenn es um die Frage des Vermögensaufbaus und der Altersvorsorge eght. Statt auf den Sachwert Aktie zu setzen, werden immer noch Versicherungen gefördert und an den Verbraucher gebracht. Dabei hätte ein Volk von Aktionären weit mehr für seine Zukunftssicherung getan, als ein Volk von Versicherten je tun kann.

Gefragt sind aber auch die Unternehmen (und Gewerkschaften!), die Mitarbeiterbeteiligungsprogramm noch weitaus attraktiver machen und publik machen müssen. Last but not least ist es aber am Ende jeder Einzelne. Und klar: Wenn einem der Sparkassen-Berater keine Aktien verkaufen kann oder will, dann sollte man das Haus verlassen, zu Hause den Rechner einschalten und bei einem Online-Broker ein Depot eröffnen. Dazu bietet sich auch immer ein  Depot-Vergleich an. Aktien kaufen ist am Ende weitaus einfacher als man denkt. Interessante Literaturtipps haben wir hier zusammengestellt. Unsere Übersichtsseite Aktien für Einsteiger kann ebenfalls nützlich sein.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuss

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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