Die Hausse nährt die Hausse – wie lange?

Bei der Erstellung unseres Jahresausblicks zählt die Analyse der Marktbreite bzw. der grundsätzlichen Marktverfassung zu unseren absoluten Pflichtaufgaben.

(Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG)

Wir geben in den kommenden Tagen in der Reihe „Ausblick 2025“ marktEINBLICKE zu den Faktoren, die das Anlegerjahr 2025 mitbeherrschen sollten. Dazu haben wir uns wieder kompetente Verstärkung ins Haus geholt und verschiedene Börsen-Experten gebeten, einen Ausblick zu wagen. Ihre Einschätzungen werden wir zum Jahreswechsel an dieser Stelle veröffentlichen. Heute ist Jörg Scherer an der Reihe.

Bei der Erstellung unseres Jahresausblicks zählt die Analyse der Marktbreite bzw. der grundsätzlichen Marktverfassung zu unseren absoluten Pflichtaufgaben.

In diesem Kontext kam es zuletzt zur Ausprägung verschiedener „roter Flaggen“. So entstanden in den USA eine Reihe von Hindenburg-Omen. Für uns zwar kein unmittelbarer Crash-Vorbote, aber eine hohe Anzahl von Einzelwerten mit neuen 52-Wochen-Hochs und gleichzeitig eine hohe Anzahl von neuen 52-Wochen-Tiefs signalisiert eine gewisse Marktzerrissenheit.

Für ein weiteres Warnsignal sorgt der wöchentliche CoT-Report. Die Netto-Positionierungen der „Kleinspekulanten oder non-reportables“ im S&P 500® ist aktuell größer denn je – und die Historie reicht bis ins Jahr 2011 zurück! D. h. die Kleinspekulanten sind so hoch investiert wie niemals zuvor und gehen sehr, sehr optimistisch ins Jahr 2025. Bemerkenswert ist noch eine andere Dimension der Zahlenreihe:

Binnen kürzester Zeit vollzog das Engagement der „non-reportables“ eine 180-Grad-Wende von einer historisch hohen Shortposition auf das beschriebene Allzeithoch. Damit sind die Ausgangsvoraussetzungen gänzlich andere als vor Jahresfrist. 2025 kann am Aktienmarkt deshalb deutlich mehr schiefgehen als in den beiden Vorjahren.

(Bild: HSBC)

Ein Beitrag von Jörg Scherer

Er ist Leiter Technische Analyse, HSBC Deutschland

 

 

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