Bildquelle: Pressefoto Steinhoff International

Nachdem Steinhoff (WKN: A14XB9 / ISIN: NL0011375019) Ende Juni Halbjahreszahlen (per 31. März 2018) veröffentlicht hatte, sah so mancher Anleger den Möbelkonzern auf dem Weg der Besserung.

Ein Blick auf die Sechs-Monats-Zahlen verdeutlicht jedoch, dass bei den Steinhoff-Unternehmen nichts ohne Probleme läuft. Der Umsatz ging um 6 Prozent auf 9,35 Mrd. Euro zurück. Das EBITDA brach wiederum um 72 Prozent auf 45 Mio. Euro ein. Unter dem Strich blieb ein Verlust von -599 Mio. Euro gegenüber einem Verlust in Höhe von -362 Mio. Euro im Vorjahreszeitaum.

Doch damit nicht genug. Wie dem Finanzbericht ebenfalls entnommen werden kann, hat Steinhoff 10,9 Mrd. Euro abgeschrieben. Damit hat sich Eigenkapital gedrittelt! In der Begründung für den drastischen Schritt werden die Berichtigung aufgeblähter Vermögenswerten, rückabgewickelte Transaktionen und gesunkene Immobilienwerte in Europa genannt.

FAZIT. Aktionäre der ersten Stunde (Börsengang 2015) blicken auf ein Desaster. Wer sich die Zahlen anschaut und den dazugehörigen Kursverlauf, weiß: Da ist nichts mehr zu holen. Die Börse kalkuliert mit keinen positiven Überraschungen. Spannend wird es noch am 20. Juli. Bis dahin läuft noch der Restrukturierungsprozess unter Mitwirkung der Gläubiger. Aktive hat Steinhoff zwar noch einige, aber inwiefern diese schnell zu Geld gemacht werden können, wie zuletzt die deutsche Poco oder Kika/Leiner in Österreich bleibt abzuwarten. Für mehr als Spekulanten taugt die Aktie jedenfalls nicht mehr. Ein Turnaround wird, falls er erfolgreich sein sollte, Jahre dauern.

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Martin B.
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Martin B.

Nun, keine sehr umfangreiche Analyse. Die Zahlen waren nicht gut, aber auch keine Katastrophe. Positives EBITDA und durchaus einige sehr profitable Tochtergesellschaften. Verlustbringer wurden schon abgestoßen (Kika/Leiner) oder annähernd profitabel gemacht (Matress Firm), was alles noch nicht in den zurückliegenden Zahlen drin ist. In den untestierten Bilanzen ging man diesmal sicherlich vom allerschlimmsten Fall aus, damit man eher nach oben korrigieren muss und auf gar keinen Fall nach unten. Hat auch den Vorteil, dass man so die Kreditgeber einfacher auf seine Seite bekommt. Das Eigenkapital ist noch beachtlich. Eine Insolvenz scheint somit quasi ausgeschlossen. Alles in allem ist die Lage… Weiterlesen »

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