Zwei Top-Dividenden-Aktien aus den USA

Zwei Öl-Aktien dominieren die aktuelle Morningstar-Liste der Dividenden-Aktien. Welche Vorteile bieten sie trotz ESG-Trends und Marktunsicherheiten?

(Bildquelle: Unsplash)

Die Analysten von Morningstar haben jüngst wieder ihre Monats-Liste der besten Dividenden-Aktien veröffentlicht. Darunter sind viele bekannte Unternehmen. Zwei davon kommen aus der klassischen Öl-Branche – einem Bereich, den viele Anleger in den vergangenen Jahren aus vielerlei (ESG-)Gründen etwas den Rücken gekehrt haben.

Die Rückkehr von Trump ins Präsidentenamt bringt Fantasie mit

Mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus dürften aber Öl-Firmen wieder mehr Oberwasser bekommen. Schon die erste Präsidentschaft von Donald Trump (2017–2021) war geprägt von einer energiefreundlichen Politik, die insbesondere den fossilen Brennstoffsektor begünstigte. In der zweiten Amtszeit von Trump könnten ähnliche Maßnahmen ergriffen werden, die Öl-Aktien Auftrieb verleihen könnten.

Während seiner ersten Amtszeit setzte Trump auf eine aggressive Deregulierungspolitik, um die US-amerikanische Energieproduktion anzukurbeln. Beispiele dafür sind die Lockerung von Umweltauflagen für Bohrungen und Raffinerien sowie die Erlaubnis für Ölbohrungen in bisher geschützten Gebieten, wie im Arctic National Wildlife Refuge (ANWR). Eine Wiederaufnahme dieser Politik könnte die Produktionskosten für Energieunternehmen senken und ihre Margen erhöhen, was positiv für die Aktienkurse wäre.

Donald Trump könnte Öl-Aktien zu Kursgewinnen verhelfen. (Bildquelle: Pixabay / geralt)

Hinzukommt die „America First“-Energiepolitik. Trumps “America First”-Strategie priorisiert(e) die Energieunabhängigkeit der USA. Dies bedeutete eine verstärkte Förderung von Öl und Gas sowie eine Reduzierung der Abhängigkeit von Energieimporten. Eine erneute Betonung dieser Politik könnte Investitionen in die Öl- und Gasindustrie fördern sowie den Export von Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) erhöhen, was US-Unternehmen neue Märkte erschließen lassen würde.

ExxonMobil setzt weiter auf Öl und Gas

Seitens Morningstar führt der Öl-Konzern Exxon Mobil (WKN: 852549 / ISIN: US30231G1022) entsprechend die interne Liste der besten Dividendenaktien an. Mit einer Dividendenrendite von mehr als 3,5 Prozent.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die ihre Investitionen in erneuerbare Energien umlenken, um die langfristigen Ziele zur Reduzierung der Kohlenstoffintensität zu erreichen, setze Exxon weiterhin auf Öl und Gas, erklärt Morningstar-Direktor Allen Good. „Auch wenn diese Strategie bei umweltorientierten Anlegern wahrscheinlich nicht auf Gegenliebe stoßen wird, halten wir sie für erfolgreicher und risikoärmer“, fügt er hinzu.

Wer als Anleger schon lange Jahre bei Exxon aktiv ist, wird Morningstar beipflichten: Aus 10.000 Euro wurden in der letzten Dekade bisher 13.000 Euro – zwischenzeitlich waren es mehr als 15.000 Euro. Hinzukommen Extra-Erträge: Denn Exxon ist ein Dividendenaristokrat. Dividendenaristokraten sind Unternehmen, die ihre Dividenden seit 25 oder mehr Jahren in Folge erhöht haben.

Morningstar sieht gutes Kurspotenzial

Zuletzt hatte Exxon Mobil eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal 2024 herausgegeben. Es wird ein Rückgang des Gewinns um etwa 1,75 Mrd. US-Dollar im Vergleich zum vorherigen Quartal erwartet. Hauptursachen sind gesunkene Ölpreise und schwächere Margen im Raffinerie- und Chemiegeschäft. Das Unternehmen strebt dennoch ein jährliches Gewinnwachstum von 10 Prozent bis 2030 an.

Morningstar sieht bei aktuellen Kursen von 108 Dollar derzeit den fairen Wert von Exxon bei 135 US-Dollar – der Kurs hat also noch gutes Potenzial.

Chevron – der zweite Dividendenaristokrat

Ähnlich verhält es sich bei Chevron (WKN: 852552 / ISIN: US1667641005), das zweite Energieunternehmen auf der Liste der besten Dividendenaktien in diesem Monat von Morningstar. Es wird nach Ansicht von Morningstar derzeit  16 Prozent unter der Fair-Value-Schätzung von 176 US-Dollar pro Aktie gehandelt.

Eine Chevron-Ölplattform vor Australien. (Bildquelle: Chevron Australia Pty Ltd.)

Chevron, das zweitgrößte Ölunternehmen der USA, plane die Übernahme von Hess, aber die Schlichtung der Übernahme wurde auf das Jahr 2025 verschoben, was zu einer gewissen Unsicherheit bei der Aktie führe, so Morningstar. Man halte die Aktie dennoch für attraktiv.

Hess Corporation ist wiederum ein international tätiges Energieunternehmen mit Hauptsitz in New York City, USA. Es konzentriert sich hauptsächlich auf die Exploration, Förderung, Produktion und Vermarktung von Rohöl und Erdgas. „Wir sind der Meinung, dass Chevron ohne Hess ein überzeugendes Anlageargument hat, aber mit Hess hat Chevron ein weiteres langfristiges Wachstumsbein, das ihm derzeit fehlt“, sagt Allen Good. Das Unternehmen gilt ebenso wie Exxon als Dividendenaristokrat.

Anleger konnten in der letzten Dekade aus 10.000 Euro bisher 15.000 Euro erwirtschaften – exklusive der kontinuierlichen Dividendenauschüttungen. Aktuell liegt die Rendite hierfür laut Morningstar bei 4,4 Prozent.

Chevron hatte zuletzt angekündigt, das Ausgabenbudget für 2025 auf 14,5 bis 15,5 Mrd. US-Dollar zu reduzieren, was eine Senkung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Diese Entscheidung spiegelt die aktuelle Markt­lage wider, in der sinkende Ölpreise und Bedenken hinsichtlich eines Über­angebots dominieren. CEO Mike Wirth betonte, dass das Unternehmen weiterhin in Projekte mit hoher Rendite und geringem CO₂-Ausstoß investieren wird, wobei der Fokus auf freiem Cashflow statt auf Produktions­wachstum liegt.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Unter einem Präsidenten Donald Trump könnten Öl-Aktien wie ExxonMobil und Chevron erneut profitieren, da seine Politik voraussichtlich den fossilen Brennstoffsektor stärken wird. Deregulierung, eine Priorisierung der Energieunabhängigkeit und geopolitische Maßnahmen könnten die Ölindustrie auf kurze bis mittlere Sicht begünstigen. Langfristig bleibt jedoch abzuwarten, wie sich der globale Trend zur Dekarbonisierung entwickelt und wie Trump darauf reagieren wird.

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