Bildquelle: Pressefoto ProSiebenSat.1 Media SE

Nach den Schwächen im deutschen TV-Werbegeschäft und dem DAX-Abstieg schaltet man bei ProSiebenSat.1 (WKN: PSM777 / ISIN: DE000PSM7770) wieder in den Angriffsmodus. Dazu plant der Konzern eine Internet-Streaming-Offensive. Kann ProSiebenSat.1 den Rückstand auf Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) & Co. auf diese Weise aufholen?

Der US-Video-on-Demand-Anbieter Netflix hat die Medienlandschaft in den vergangenen Jahren ordentlich durcheinandergewirbelt. Längst ist auch Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) in das Geschäft mit Internet-Streamingdiensten eingestiegen. Das traditionelle werbefinanzierte Fernsehen wird mehr als nur herausgefordert. Immer häufiger schauen sich Serien- und Filmfans Sendungen zu ihrer Wunschzeit über das Internet an, statt an feste Sendezeiten gebunden zu sein. Werbepausen müssen sie sich ebenfalls nicht mehr antun. Dafür entrichten sie einen monatlichen Beitrag an Netflix & Co. Entsprechend nervös sind traditionelle Medienkonzerne.

Der US-Unterhaltungskonzern Disney versucht derzeit große Teile des Medienunternehmens Twenty-First Century Fox zu kaufen. Disney ist bereit, tief in die Tasche zu greifen, um sich das Fox-Film- und Fernsehgeschäft zu sichern und noch mehr Inhalte im eigenen Haus zu vereinen. Schließlich gilt es die eigenen Streaming-Dienste mit Inhalten zu versorgen. Disney zieht gleich mit zwei eigenen Video-on-Demand-Angeboten in den Wettbewerb mit Netflix. Auch bei ProSiebenSat.1 will man nicht tatenlos zusehen, wie die Werbeerlöse im klassischen Fernseh-Geschäft unter Druck geraten und so die Konzernergebnisse belasten. Gemeinsam mit dem US-Medienkonzern Discovery beabsichtigt ProSiebenSat.1 den gemeinsamen Aufbau der führenden Streaming-Plattform für Deutschland. Dies teilte das Unternehmen am 25. Juni 2018 mit.

Der Start soll in der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgen. Dann werden die Kräfte von 7TV, maxdome und dem Eurosport Player gebündelt. Besonders wichtig für den deutschen Markt: Der Eurosport Player überträgt einige Spiele der Fußball-Bundesliga live, was im fußballverrückten Deutschland als Zuschauermagnet wirken kann. Entsprechend ambitionierte Ziele wurden formuliert: In den ersten zwei Jahren wird mit etwa zehn Millionen Nutzern gerechnet. Dies soll jedoch nicht alles sein. Bei ProSiebenSat.1 würde man am liebsten mit RTL, ARD und ZDF gemeinsame Sache machen, um sich der US-Konkurrenz zu stellen. Dort scheint man nicht abgeneigt, eine solche deutsche Allianz zu bilden.

Bei ProSiebenSat.1 baut man die digitale Präsenz nicht erst seit der Ankündigung eines neuen gemeinsamen Streaming-Dienstes mit Discovery aus. Die Bedeutung des schwächelnden klassischen werbefinanzierten Fernsehens blieb zuletzt jedoch hoch. Dies dürfte sich in absehbarer Zeit nur schwer ändern lassen. Entsprechend schwach fällt die Performance der ProSiebenSat.1-Aktie in den vergangenen Jahren aus. Zwar schaffte es ProSiebenSat.1 als erster Medienkonzern in den DAX, die Zugehörigkeit zur ersten deutschen Börsenliga endete jedoch abrupt. Angesichts der aufstrebenden Internetkonkurrenz bleibt es fraglich, ob ProSiebenSat.1 die Rückkehr in den DAX gelingen kann.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der ProSiebenSat.1-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DX85N4 / ISIN: DE000DX85N43) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,91, die Barriere bei 16,95 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS47RG / ISIN: DE000DS47RG3, aktueller Hebel 3,84; Barriere bei 25,60 Euro) auf fallende Kurse der ProSiebenSat.1-Aktie setzen.

Stand: 03.07.2018/ Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

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