Bildquelle: worldsteel / Seong Joon Cho

Thyssen-Krupp spaltet die traditionsreiche Stahlsparte ab

Seit seinem Antritt 2011 trieb der CEO Heinrich Hiesinger die Trennung vom Stahl schrittweise voran: Er verkaufte erst die Edelstahlsparte, dann die Werke in Brasilien und den USA. Mit dem Joint Venture hat er nun ein weiteren Meilenstein erreicht: Thyssen-Krupp (WKN: 750000 / ISIN: DE0007500001) wird in absehbarer Zeit ein reiner Technologiekonzern werden und verabschiedet sich vom schwankungsanfälligen Stahlgeschäft. Ziel ist eine künftige Fokussierung auf die stabileren Sparten Aufzüge, Anlagenbau und Komponentenfertigung.

Zudem erhöht sich durch die Auslagerung von Pensionslasten in Höhe von EUR 4 Mrd. das Eigenkapital auf ca. 15%. Durch den verbesserten finanziellen Spielraum dürften auch wieder Akquisitionen möglich sein, hieß es. Des Weiteren werde sich Thyssen-Krupp von seiner Handelssparte trennen und nach einer Lösung für die Werftensparte suchen, da mit dem Bau von Schiffen und U-Booten derzeit Verluste entstehen. Auch Tata hat seine Wurzeln im Stahlgeschäft. Doch anders als Thyssen-Krupp wollen die Inder in der Branche investiert bleiben. Die deutsche Stahlindustrie wird folglich im Kern unter der Kontrolle von Tata Steel stehen, berichtet das Handelsblatt.

Hohes Einsparungspotential durch das Joint Venture

Das Gemeinschaftsunternehmen soll mit ca. 48.000 Mitarbeitern rund 22 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produzieren. Der Jahresumsatz wird nach heutigem Stand EUR 17 Mrd. betragen. Das Einsparpotenzial schätzen die Konzerne zwischen EUR 400-500 Mio. Neben Einsparungen bei der Forschung und Entwicklung sowie einer besseren Auslastung der Werke in Deutschland, den Niederlanden und in Großbritannien sind zudem Einschnitte beim Personal geplant. Insgesamt sollen durch die Stahlfusion 4.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, je zur Hälfte bei Thyssen-Krupp und Tata. Doch „mit dem Joint Venture sichern wir uns langfristig eine wettbewerbsfähige Position in der europäischen Stahlindustrie“, sagte Hiesinger.

Fusionsvereinbarung bereits im September 2017

Im September 2017 hatten Thyssen-Krupp und Tata (WKN: A0DQQE / ISIN: TH0692010R12) zwar vereinbart, dass beide Konzerne je einen 50-prozentigen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen halten würden. Doch das Stahlgeschäft entwickelte sich zuletzt bei Tata schlechter als bei Thyssen-Krupp. Deshalb ließ Finanzchef Guido Kerkhoff den Deal nachverhandeln: Es bleibt bei der 50-50-Aufteilung, kommt es jedoch zu einem Börsengang des neu zu gründenden Unternehmens Thyssen-Krupp Tata Steel Europe, erhalten die Essener 55% vom Erlös, während Tata lediglich 45% erhält. Zudem darf Thyssen-Krupp EUR 4 Mrd. Schulden einbringen, Tata nur EUR 2,5 Mrd…

Weiter geht es auf dem Vontobel-Blog.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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[…] Steel (WKN: A0DQQE / ISIN: TH0692010R12) schaffen aus der Not heraus einen neuen europäischen Stahl-Champion. Gleichzeitig befinden sich die Stahlkonzerne mitten im europäisch-amerikanischen Handelsstreit. […]

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[…] US-Produktion gut aufgestellt, um diesen Widrigkeiten zu trotzen. Zudem kommt der voestalpine die Konsolidierung der europäischen Stahlbranche […]