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In den USA steht die Inflationsrate inzwischen bei knapp 3 %. Auch die von der Notenbank bevorzugte Kerninflation steht bei der Zielmarke von 2 %. Die 3 % sind besonders eindrucksvoll und sind deutlich höher als in Europa. Ein Teil der Differenz zur Inflationsrate von 2 % in der Eurozone lässt sich allerdings aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethode erklären.

Vergleicht man die Inflation, die sich aus den harmonisierten Verbraucherpreisindizes ergibt (HICP), schrumpft die Differenz ein wenig (Grafik 1). Anstatt einer Differenz von einem Prozentpunkt, sind es so nur noch 0,6 Prozentpunkte. Die Inflationsraten sind in den USA und der Eurozone also gar nicht so verschieden.

In beiden Regionen kann man inzwischen sagen, dass die Inflationsziele der Notenbanken erreicht wurden. Sie wurden dabei sogar nicht einfach nur erreicht, sondern übertroffen. Eigentlich müssten die Zinsen jetzt kräftig steigen. Das wird allerdings kaum geschehen.

Die EZB geht die geldpolitische Wende im Schneckentempo an. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Zu groß ist die Angst vor einer Verschlechterung der Daten. Das gilt nicht nur für die Inflation, sondern auch für das Wirtschaftswachstum. Beides wird dringend benötigt, um die hohe Verschuldung der Staaten abzubauen.

Anleger müssen sich wegen der Notenbanken keine Sorgen machen, aber wie steht es mit der Inflation selbst? Ist Inflation gut für den Aktienmarkt oder schlecht?

Die Antwort ist nicht ganz eindeutig. Man kann pauschal nicht sagen, dass Inflation gut oder schlecht für Aktien ist. Das zeigt Grafik 2. In einigen Phasen ist die Korrelation positiv, in anderen Phasen ist sie negativ.

Man kann mit großer Überzeugung sagen, dass Deflation schlecht für Aktien ist.Die Performance von Aktien ist, wenn die Inflationsrate negativ ist, auch negativ. Ansonsten tendieren Märkte dazu mit der Inflation zu gehen, also zu steigen, wenn es eine moderate Inflation gibt.

Steigt die Inflationsrate sprunghaft an, gilt das nicht mehr. Zu hohe Inflation ist schlecht für den Markt. Unternehmen haben dann oftmals Probleme die höheren Kosten an Kunden direkt weiterzureichen. Die Margen schrumpfen.

Generell kann man sagen, dass stark steigende Inflation und Deflation schlecht sind. Eine stabile Inflationsrate im Bereich von 1-3 % ist gut. Ein rascher Anstieg über diese Range hinaus ist tendenziell schlecht. Noch befinden wir uns in der Range, die für Aktien gut ist. Das sollte dem Markt Rückenwind geben.

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Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de

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