Bildquelle: Pressefoto Gerresheimer AG

Da haben wohl einige Anleger die Zahlen von Gerresheimer (WKN: A0LD6E / ISIN: DE000A0LD6E6), die gestern nach Börsenschluss veröffentlicht wurden, zunächst falsch interpretiert. Denn im vorbörslichen Handel gab die Notierung auf der Handelsplattform Tradegate leicht nach. Kaum war aber der Xetra-Handel eröffnet, kletterte das Papier kräftig. Tatsächlich ist das Datenwerk nicht ganz einfach zu erklären. Denn die Pressemitteilung des Konzerns ist zunächst einmal ungewöhnlich und auch unnötig lang. Es benötigt daher schon eine gewisse Zeit, bis man herauslesen kann, ob es sich nun in Summe um eine positive oder eine negative News handelt. In der eigenen Ad hoc-Mitteilung fasste sich der Konzern übrigens deutlich kürzer …

Eindeutig negativ sind die Daten zum zweiten Quartal, welches leicht unter den Erwartungen war. Dem steht gegenüber, dass das Management des Verpackungsspezialisten die eigene Zielprognose für den Umsatz, der nun am oberen Ende der ursprünglichen Schätzung liegen wird. Somit dürften rund 1,4 Milliarden Euro an Umsatz durch die Bücher von Gerresheimer laufen. Und es wird noch mehr: Der Konzern hat gleichzeitig noch eine Akquisition in der Schweiz unter Dach und Fach gebracht, die in der Zielprognose noch nicht berücksichtigt ist.

Somit ist die Summe der Nachrichten eindeutig positiv, was die Börse mit einem Plus von mehr als zehn Prozent im frühen Handel kommentiert. Doch auch auf dem erhöhten Niveau ist das Gerresheimer-Papier nicht überteuert. So liegt das KGV bei 17 und die Dividenden-Rendite erreicht 1,7 Prozent. Allerdings sollte für den Einstieg zunächst eine Beruhigung abgewartet werden. Anleger können gegebenenfalls mit einem Limit arbeiten, welches im Bereich zwischen 75 und 76 Euro platziert sein sollte…

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RaumEin Beitrag von Wolfgang Raum von Plusvisionen.de

Wolfgang Raum ist bereits seit mehr als 25 Jahren im Kapitalmarkt-Journalismus tätig, derzeit als freier Wirtschafts- und Börsenjournalist für einige Börsenbriefe und Banken-Newsletter, aber auch als Blogger. Von 2005 bis Sommer 2014 arbeitete er als Chefredakteur für das ZertifikateJournal. Zuvor verantwortete er mehr als fünf Jahre den renommierten Börsenbrief des Anlegermagazins CAPITAL, die CAPITAL Depesche. Der Derivate-Experte, zugleich Fan von Nebenwerten und Emerging Markets, ist zudem ein gern gesehener Experte bei Fernseh- und Radio-Interviews.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Wolfgang Raum / Pressefoto Gerresheimer AG

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