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Auf der Hauptversammlung Anfang Mai verkündete Vorstandschef Carsten Spohr stolz, dass „die Lufthansa-Aktie (WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125) im vergangenen Jahr der Gewinner im DAX war. 150% Kurssteigerung, so viel wie nie zuvor in einem Jahr.“ Das Problem jedoch: Das Papier hatte am Tag der Hauptversammlung im Vergleich zum Jahresbeginn bereits ca. 17% verloren. Bis jetzt sind es sogar über 30%. Droht der Lufthansa nun eine neue Durststrecke? Vermutlich nicht, doch auch eine Wiederholung des extremen Ausnahmejahrs 2017 ist unwahrscheinlich. Denn das letzte Jahr war von einmaligen Sonderereignissen geprägt. Dazu zählten beispielsweise die Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sowie die Einigung im Tarifkonflikt mit dem Flieger-Personal, die dem Kurs im letzten Jahr Auftrieb gab.

Der momentane Kursrückgang verdeutlicht, dass Investoren nun auf ein normales Jahr blicken, welches nicht nur von Rückenwind, sondern auch von Gegenwind geprägt sein wird, denn der Wettbewerb im europäischen Luftverkehrssektor ist groß. Mit Alitalia, Air Berlin und Monarch haben gleich drei Airlines 2017 Insolvenz angemeldet. Verbleibende Anbieter werden hierdurch noch größer und kämpfen um Marktanteile und Kunden. Hinzu kommen steigende Kosten für Kerosin, da Rohöl in den letzten 12 Monaten um ca. 50% teurer geworden ist. Zudem fehlt es an Crew-Mitglieder, wodurch es schwierig wird die Sommerflugpläne einzuhalten und es zu mehr Ausfällen und Verspätungen im Flugbetrieb kommt. Dennoch ist Lufthansa 2018 besser für dieses rauere Jahr gerüstet als noch vor ein paar Jahren und hat weiter Potenzial. Dies spiegelt sich auch in den Bewertungen der Analysten wieder. Dennoch bleibt der weitere Verlauf abzuwarten.

Flugzeuge sind gut gebucht

Die Lufthansa AG konnte die Zahl der beförderten Fluggäste von Januar bis Juni gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um fast 12% auf 66,9 Millionen Fluggäste steigern. Auch die Auslastung der Jets verbesserte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 79,8%. Je mehr eine Maschine gebucht wird, desto höher ist der Gewinn, den das Unternehmen bei dem Flug erwirtschaftet.

Weitaus wichtiger sind die Ticketpreise, die bisher währungsbereinigt stabil zu bleiben scheinen. Der befürchtete weitere Verfall der Ticketpreise – bedingt durch den starken Wettbewerb – bleibt bislang aus. Die Konkurrenten scheinen bislang nicht stark genug zu sein, um den Konzern an der Preisfront mehr unter Druck zu setzen. Beim Thema Ölpreis geht das Unternehmen zwar von einer Mehrbelastung in Höhe von EUR 600 Mio aus, jedoch hat Lufthansa insbesondere durch Hedging gut vorgesorgt. Angesichts dieser Faktoren ist die Lufthansa-Aktie an der Börse trotz der Rally im letzten Jahr billig. Abgesehen vom angeschlagen Rivalen Air France-KLM ist die Kranchich-Airline derzeit die billigste von allen größeren europäischen Fluglinien.

Das Unternehmen Lufthansa

Die Lufthansa AG ist eine global operierende Fluggesellschaft mit rund 540 Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Das Hauptgeschäftsfeld des Konzerns ist die Durchführung von nationalem und internationalem Passagier- und Frachtlinienverkehr. Mit den zum Lufthansa-Verbund gehörenden Fluglinien Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Germanwings sowie den Beteiligungen an Brussels Airlines, JetBlue und SunExpress werden Ziele in mehr als 100 Ländern und vier Kontinenten angeflogen. Das Unternehmen hat sich von einer reinen Fluggesellschaft zu einem führenden Anbieter in den Bereichen Passagier- und Frachtverkehr, Logistik, Catering, Instandhaltung und IT-Services entwickelt. Im letzten Geschäftsjahr hat der Konzern unter dem Strich einen Gewinn von 2,36 Mrd. Euro erwirtschaftet. Der Umsatz belief sich dabei auf 35,6 Mrd. Euro. Neue Geschäftszahlen werden für den 31. Juli 2018 erwartet.

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